Marktupdate - DAX: Bullen und Bären ringen um Richtung / Weltbank warnt vor G20-Gipfel vor Risiken eines schnellen Tapering
Marktupdate - 21.02.2014 - Stand: 12:30 Uhr Andreas Paciorek / Marktanalyst CMC Markets UK Plc Der DAX handelt am letzten Handelstag diese Woche bei dünner Nachrichtenlage bisher relativ richtungslos. Während die Bullen auf die Überwindung der 9.680-Punkte-Schwelle drängen, halten die Bären den Abgabedruck dort aufrecht. Die Vorgaben aus den USA und Asien von gestern waren zwar positiv, jedoch lasten einige enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA und China diese Woche auf der Marktstimmung. Der DAX sowie MDAX handeln gegenwärtig um den Vortagesschlusskurs, während der TecDAX leicht zulegen kann*. Charttechnisch gesehen bewegt sich der DAX nun seit knapp 10 Tagen weitgehend in einer Handelsspanne zwischen der potenziellen Unterstützung bei 9.500 Zählern und dem potenziellen Widerstand bei 9.680 Punkten. Dies spiegelt auch die Unsicherheit der Investoren dar, wie die gegenwärtige, gemischte Datenlage interpretiert werden soll. Der Druck auf die Finanzmärkte der Schwellenländer hatte zuletzt etwas nachgelassen und aus Europa wurde jüngst ein stärker als erwartetes Wachstum*** für das vierte Quartal 2013 vermeldet. Die Konjunkturdaten aus den USA wiederum schüren die Unsicherheit der Investoren. Können die zuletzt schwächeren Zahlen alleine auf das schlechte Wetter zurückgeführt werden und bilden nur temporäre Aussetzer? Oder finden sich hier Hinweise auf ein abnehmendes Momentum der weltgrößten Volkswirtschaft? Und wie wird die amerikanische Notenbank auf ihrer nächsten Sitzung am 18. und 19. März bezüglich des Anleihekaufprogramms entscheiden? Pünktlich zum G20-Gipfel dieses Wochenende warnte die Weltbank die amerikanische Federal Reserve schon vor den Risiken eines zu schnellen Ausstiegs aus ihrer ultralockeren Geldpolitik. Wenn sich die globalen Bedingungen der Finanzmärkte verschärfen und Liquidität knapper werde, bestehe, laut dem Bericht, für die stark verschuldeten Wachstumsmärkte das Risiko einer Unterbrechung des Kapitalflusses. Die Weltbank liefert den Schwellenländern damit zusätzliche Argumente um Fed-Chefin Janet Yellen möglicherweise von einer Aussetzung oder Verlangsamung der Reduzierungsschritte des Anleihekaufprogramms zu überzeugen. Die USA argumentieren jedoch, dass sie die Notwendigkeit eines Ausstiegs stets kommuniziert hätten und die aufstrebenden Länder somit auch genug Zeit gehabt hätten sich darauf vorzubereiten. Nichtsdestotrotz nehmen die mahnenden Stimmen, die eine verstärkte weltweite Koordinierung der Notenbanken fordern, zu. Das Ergebnis des G20-Gipfels dieses Wochenende dürfte somit auch von Investoren mit Interesse verfolgt werden. Ein Beispiel, inwiefern die Schwierigkeiten einiger Entwicklungsländer allerdings auch hausgemacht sind, liefert die Ukraine. Die massiven Unruhen im Land veranlassten die US-Ratingagentur Standard & Poor’s heute zu der zweiten Reduzierung der Kreditwürdigkeit des Landes in drei Wochen. Mit dem Rating „CCC“ gelten die Staatsanleihen des Landes nun als hochspekulativ. Aus den USA werden am Nachmittag die Zahlen zu den Verkäufen vorhandener Immobilien im Januar erwartet. Analysten erwarten im Vergleich zum Vormonat einen Rückgang um 3,5 Prozent***. Vorbörslich handelt der Dow Jones und S&P 500 gegenwärtig etwas über den jeweiligen gestrigen Schlusskursen. * Gegenüber dem Vortagesschlusskurs ** Gegenüber der Vorperiode *** Bei Prognosen handelt es sich um Zahlen, die vom Nachrichtenprovider Dow Jones International Ltd. zur Verfügung gestellt werden