Marktupdate - DAX geht die Puste aus / Warten auf Impulse aus den USA

Von Andreas Paciorek, Marktanalyst CMC Markets, Stand: 12:57 Uhr Nach seiner zweitägigen Rally, geht den Bullen heute nach schwächeren Vorgaben aus den USA ein wenig die Puste aus. Gestern hatten die US-Märkte nach anfänglichen Gewinnen im späten Handel ins Minus gedreht. Scharfe Warnungen des US-Präsidenten Barack Obama in Richtung Russland haben die Wall Street belastet. Der DAX pendelt am Vormittag um seinen Vortagesschlusskurs bevor die Kurse zum Mittag etwas abgaben*. Die zweite Reihe aus MDAX und TecDAX fällt ebenfalls leicht*. Impulse könnten heute aus den USA kommen, wo Zahlen zum Arbeitsmarkt und die endgültigen Zahlen zum Wirtschaftswachstum für das vierte Quartal erwartet werden. Gestern hatte US-Präsident Obama bei seinem Besuch in Brüssel betont, dass die Handlungen Russlands in der Ukraine Konsequenzen nach sich ziehen müssen. Gleichzeitig gestand er aber auch ein, dass er keinen Abzug des russischen Militärs von der Halbinsel Krim erwartet. Er warnte Russland vor einer weiteren Einmischung in der Ukraine und drohte weitere Wirtschaftssanktionen an. Russland nannte er eine Regionalmacht, die aus Schwäche und nicht aus Stärke handelt. Wirtschaftlich beginnt Russland die Auswirkungen der Annektion der Krim bereits stärker zu spüren. Zudem legte die Weltbank gestern eine Prognose vor, nach der das russische BIP dieses Jahr um 1,8 Prozent schrumpfen könnte, sollten beispielsweise russische Banken und Firmen Schwierigkeiten bekommen, sich am globalen Kapitalmarkt zu refinanzieren oder Investoren und Unternehmer von Unsicherheit erfasst werden. In diesem negativen Szenario wurden internationale Handelssanktionen noch nicht einmal berücksichtigt. Die US-Ratingagentur Fitch droht 18 europäischen Banken mit einer Herabstufung ihrer Kreditwürdigkeit, darunter auch der Deutschen Bank, der Commerzbank und der Aareal Bank. Zwar wurde die Noten nicht verändert, der Ausblick hingegen von „stabil“ auf „negativ“ gesenkt. Fitch erklärte den Schritt damit, dass die Bereitschaft des deutschen Staates den Unternehmen im Notfall unter die Arme zu greifen in den nächsten ein zwei Jahren sinken wird und verwies auf die jüngsten Entscheidungen zur Bankenunion. Deutschland habe künftig weniger Einfluss darauf, wie Banken gerettet werden sollen. Kurz vor der gemeinsamen Abwicklung die für Anfang 2015 geplant ist, übernimmt die Europäische Zentralbank ab November die Aufsicht über die europäischen Institute. Auch Standard & Poor’s überprüft derzeit zahlreiche europäische Banken auf ihre Kreditwürdigkeit hin, mit dem Hintergrund der neuen Regelungen zur Bankenabwicklung. Bankentitel gerieten heute auch unter Druck, da die amerikanische Notenbank mit einer Entscheidung zur Dividendenpolitik den Plänen vieler Institute einen Strich durch die Rechnung machte, indem sie Banken dazu verpflichtet einen größeren Anteil für eigene Zwecke zurückzuhalten. Aus den USA werden am Nachmittag die US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe für die letzte Woche erwartet, sowie die endgültigen Zahlen zum Wirtschaftswachstum im vierten Quartal. Bei den Anträgen auf Arbeitslosenhilfe erwarten Analysten 325.000*** nach 320.000 in der Vorwoche. Das annualisierte BIP für das vierte Quartal könnte von 2,4 Prozent auf 2,7 Prozent revidiert werden. Vorbörslich handelt der Dow Jones und S&P 500 gegenwärtig jeweils über dem jeweiligen Vortagesschlusskurs. * Gegenüber dem Vortagesschlusskurs ** Gegenüber der Vorperiode *** Bei Prognosen handelt es sich um Zahlen, die vom Nachrichtenprovider Dow Jones International Ltd. zur Verfügung gestellt werden