Die Schwankungsintensität gemessen am VIX Index ist gestern eingebrochen und auf den tiefsten Stand seit Oktober 2018 gesunken. Wir sehen dass die Aktien, die am meisten leerverkauft werden, am stärksten steigen. Ein gutes Beispiel dafür ist Tesla: Die Aktie führte die Liste der meist leerverkauften Aktien an der Wall Street vom Volumen her an - im Mai waren hier 44,69 Millionen Aktien in den Händen von Leerverkäufern. Das hat sich jetzt geändert. Die Aktie hat einen massiven Short Squeeze hinter sich. Heute liegen die Short-Positionen gut 26% unter dem damaligen Stand, sind aber immer noch ziemlich hoch - den Spitzenplatz belegt jetzt aber Apple, was aber wohl auch der hohen Marktkapitalisierung geschuldet ist. 

Welche Aktien sind am meisten leerverkauft?

Es gibt zwei Methoden, sich den am meisten leerverkauften Aktien zu nähern: Eine ist die gesamte Marktkapitalisierung leerverkaufter Aktien unterschiedlicher Unternehmen zu vergleichen. Die andere ist, den Anteil leerverkaufter Aktien am gesamten Free Float - den frei am Markt handelbaren Aktien - zu vergleichen.

In Europa sind die meist geshorteten Aktien, die etwas bekannter sind, Wirecard mit 19,3% vom Free Float in den Händen von Leerverkäufern, Takeaway.com mit 20%, Osram Licht mit 19% und Thyssenkrupp mit 14%.

In den USA geht es da noch etwas heftiger zu. Der Hersteller medizinischen Cannabis Aurora ist zu 66% in den Händen von Shortsellern, Tilray zu 63%, Luckin Coffee zu 49%, Gamestop zu 25%, Canopy Growth zu 19% und der Online-Hä ndler Overstock zu 32%.

Jede schlechte Nachricht scheint am Gesamtmarkt nur zu kurzzeitigen Einbrüchen zu führen, die Kurse kommen sofort wieder nach oben. Das ist nicht das Umfeld, in dem sich Leerverkäufer besonders wohl fühlen.

Russel 2000 beginnt nach oben auszubrechen

Gestern schlossen Nasdaq, Dow und S&P 500 auf neuen Rekordständen - Leerverkäufer verlieren die die Kontrolle über diesen Markt. Nun beginnen auch die amerikanischen mittelgroßen Aktien gemessen an ihrer Marktkapitalisierung anzuziehen. Die technische Situation im Russel 2000 Index sieht konstruktiv aus. 

Mehr dazu sehen Sie im heutigen Ausblick-Video:

Ölmarkt: Das Momentum fehlt

Die Trader am Ölmarkt setzen auf einen Lösung im Handelsstreit. Eine Lösung im Handelsstreit ist zwar alles andere als sicher, aber es scheint, dass die amerikanische Regierung ziemlich an einer Lösung interessiert ist. Jeder ist davon ausgegangen, dass der Handelskrieg weitergehen wird aber sie lagen falsch. Der Ölpreis ist gestern mit samt der Aktienmärkte angestiegen. Am Ölmarkt fehlt ein wenig der Schwung, der an den Aktienmärkten zu sehen ist. Die Erholungszeit seit dem Tief letzter Woche gibt den Bullen aber ein wenig Hoffnung. 

Zentralbanken: Die Flut hebt alle Boote

Die Flut hat alle Boote und die weltweiten Zentralbanken werden Berechnungen der Citigroup zufolge in den zwölf Monaten bis zum September des kommenden Jahres über 1000 Milliarden US-Dollar an Vermögenswerten aufgekauft haben. Das ist eine deutliche Steigerung gegenü ber nur 77 Milliarden $ in diesem laufenden Jahr. Die Zentralbanken fluten die Märkte also mit Liquidität - was zur Folge hat, dass alles teurer wird.