Analysis

Wall Street im SILBER-Rausch: $44 kurzfristig möglich?

CMC Markets

Vielleicht ist es das Silber, das gestern fast die 30-Dollar-Marke erreichte und damit ein Plus erreicht seit dem Märztief von über 150%. Ist das ein Ventil überschüssiger Liquidität, das über expansive Geldpolitik und staatliche Neuverschuldung im historischen Ausmaß gerade entsteht?

Dabei darf man nicht vergessen, dass es sich bei dieser Rally vornehmlich um die Spekulation auf Produktionsausfälle bei Silberminen und dem Recycling bestehenden Silbers handelt, während die Silbernachfrage auf ein Sechsjahrestief einbrechen könnte. Über beide Zahlen besteht sehr viel Unsicherheit, da sich das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage aufgrund der Unwägbarkeiten der Pandemie unmöglich in Echtzeit ermitteln lässt. In diesem Umfeld der Unwägbarkeiten erblüht die Spekulation.

Silber steigt seit März um 157%

Im schlimmsten Fall wird ein Angebotsdefizit am Ende durch eine stark erhöhte spekulative Silbernachfrage erzeugt werden - damit wäre die Silber-Rally fast schon eine Art selbst erfüllende Prophezeiung - selbst hergestellt durch Spekulanten, die den Preis zum Selbstzweck nach oben trieben.

Die nüchterne technische Betrachtung

Die Wall Street mag in einen Silber-Rausch verfallen sein, aber technisch betrachtet handelt es sich bei der Rally lediglich um einen Test eines 123-Tops, das vor gut sieben Jahren entstanden ist. Es geht jetzt bei 29,16 Dollar ans Eingemachte: Dort lauert ein wichtiger Widerstand des Jahres 2013 - damals begann ein Ausverkauf, weil sich immer mehr herausstellte, dass die Nachfrage nach Silber immer schwächer werden würde. Ob das auch heute noch jemanden interessiert wird sich jetzt zeigen.

Ein Überschreiten des Widerstands könnte signalisieren, dass Marktteilnehmer ein größeres Angebotsdefizit für möglich halten. Das 123-Top des Jahres 2013 könnte dann in Frage gestellt werden. Würde im Anschluss 29,16 Dollar sogar als Unterstützung bestätigt bestünde die Möglichkeit für einen Anstieg zum Punkt 2 des großen 123-Tops. Dieser liegt bei 44,26 Dollar. 

Was aber immer noch passieren kann ist, dass dieser Widerstand von 29,16 Dollar und damit das große 123-Top des Jahres 2013 bestätigt wird. Dann schafft es Silber nicht, diesen Widerstand nachhaltig zu überwinden. Dann droht eine Korrektur, die bis zur 61,8% Fibonacci Preiserweiterung bei 16,40 Dollar reichen kann.

Silber testet Ausgangspunkt des großen 123-Tops des Jahres 2013, Chart-Quelle: CMC Markets

Um das genaue Verhalten des Silber-Charts in diesem potenziellen neuralgischen Kursbereich näher erfassen zu können lohnt sich ein Blick auf die kleinere Zeitebene. Hier soll der Stundenkerzenintervall näher betrachtet werden. 

Laufende Rally-Bewegung nach 123-Tief im Stundenkerzenchart, Chart-Quelle: CMC Markets

Hier zeigt sich eine Bodenbildung in Form eines 123-Tiefs vom 28. Juli. Die in grün eingezeichneten Fibonacci-Preiserweiterungen dienen als mögliche Unterstützungen und Widerstände. Zu achten ist nun auf das Verhalten relativ zum Widerstand bei 28,73 Dollar. Schließt Silber darüber könnte die 423,6% Fibonacci Preiserweiterung ein mögliches Ziel werden. Diese liegt bei 31,60 Dollar. Ein Unvermögen diesen Widerstand zu knacken und auch ein Unvermögen, ein höheres Hoch über der heute Nacht um 1:57 Uhr erreichten 29,85 Dollar auszubilden lässt die Möglichkeit einer Herausbildung eines 123-Tops zu, wenn nach dem Unvermögen, ein neues höheres Hoch auszubilden ein Stundenschlusskurs unter 27,88 Dollar zustande käme. Dann würde das Szenario eines bärischen Bestätigens des großen 123-Tops valide - Gewinnmitnahmen könnten eintreten. Gleichwohl kann im heutigen Tagesverlauf 27,88 Dollar als Unterstützung und als mögliches Sprungbrett für höhere Hochs angesehen werden. Testet Silber diese Marke und vermeidet einen Stundenschlusskurs unter selbiger könnte dies möglicherweise als bullischer Druckaufbau und mögliches Signal für eine Trendfortsetzung nach oben verstanden werden.


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