Updates

US-Wahl – Wie verlässlich sind Umfragen

CMC Markets

Die US-Wahl rückt immer näher. Die Kandidaten stehen fest, die Positionen sind festgelegt, der Wahlkampf beginnt. An den Märkten steigt fast schon traditionell die Unsicherheit, da die möglichen Ergebnisse und die daraus resultierende Politik ungewiss oder nicht quantifizierbar sind.

In der Regel liefern Umfragen und die Stimmungslage im Land eine grobe Vorahnung, um die wahrscheinlichen Auswirkungen der Wahl zu bestimmen, doch ist 2020 aufgrund der Auswirkungen des Coronavirus kein traditionelles Wahljahr.

Marktteilnehmer stellen sich eine Reihe von Fragen, welche Auswirkungen der Wahlverlauf, die Wahl selbst und die Nachwirkungen wahrscheinlich auf den Aktienmarkt haben werden.

Das derzeit in der US-Politik diskutierte neue Konjunkturprogramm dürfte große Auswirkungen über den Erfolg oder Misserfolg im Wahlkampf haben.

US-Wahl

Tatsächlich bestehen im aktuellen Wahljahr 2020 gewisse Parallelen zum vergangenen Wahlkampf im Jahr 2016. Wiederum könnten die Märkte nach der Wahl im November in der etwas kontraintuitiven Art und Weise reagieren, wie sie es während des Wahlkampfes 2016 getan haben.

Der Börsencrash im ersten Quartal 2020, bei dem die Gewinne der Trump-Börse zunichtegemacht wurden, steht im Einklang mit der schlechten Börsenphase zwischen November 2015 und März 2016. Es folgte eine Erholung in die Wahlnacht hinein, ein kurzer Schreck und die Fortsetzung der Rally auf neue Höchststände.

Biden liegt vorne

Die US-Präsidentschaftswahlen finden am 3. November statt, wobei der heftige Wahlkampf nach dem Labor Day, dem traditionellen Ende der Urlaubssaison, beginnt. Genaue Vorhersagen sind sehr schwierig. Die Webseite fivethirtyeight.com, eines der führenden US-amerikanischen Meinungsforschungsinstitute, die zum aktuellen Zeitpunkt einen komfortablen Biden-Sieg (in 73 von 100 Simulationen) sowie einen Sieg der Demokraten im Repräsentantenhaus und im Senat vorhersagt, hat derzeit einen klaren Favoriten.

Der US-Präsident wird von 538 Wahlbezirken gewählt, d. h. in der Praxis von 50 Staaten, deren Wahlkollegien nach der Bevölkerungszahl gewichtet sind. Bei der Wahl 2016, bei der Hillary Clinton 48 % der Wählerstimmen gegenüber 46,2 % für Trump erhielt, hat Trump sie mit 304 zu 227 EG-Stimmen geschlagen. Die Geschichte zeigt jedoch, dass solch ein Missverhältnis von Wählerstimmen und Staatsstimmen sehr selten vorkommt, in den letzten hundert Jahren nur einmal (2000), aber dass es vorkommen kann.

Sind die Umfragen ungenau?

Natürlich sind wir derzeit noch sehr früh im Wahlkampf. Zu diesem Zeitpunkt (August) lag im Jahr 2016 Hillary Clinton in den Umfragen zwischen 5% und 10% vor ihrem Widersacher Donald Trump. Das ist der Grund, warum die Märkte, die ohnehin notorisch kurzfristig denken, das Wahlergebnis im Moment nicht wirklich einpreisen. Biden zum Beispiel hat davon gesprochen, die Trump-Steuersenkungen vom Dez. 2016 rückgängig zu machen, durch die der Markt in sechs Monaten um 20% zugelegt hat. Kamala Harris gilt als Befürworterin einer Finanztransaktionssteuer, die ebenfalls nicht gut vom Markt aufgenommen werden könnte.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass man sich nicht zu sehr auf die Umfragen verlassen kann und die Führung von Biden noch zu knapp bemessen ist.


Disclaimer: Die Inhalte dieses Marktkommentars dienen lediglich der allgemeinen Information. Sie stellen keine unabhängige Finanzanalyse und keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Sie sollten nicht als maßgebliche Entscheidungsgrundlage für eine Anlageentscheidung herangezogen werden. Die Inhalte sind niemals dahingehend zu verstehen, dass CMC Markets den Erwerb oder die Veräußerung bestimmter Finanzinstrumente, einen bestimmten Zeitpunkt für eine Anlageentscheidung oder eine bestimmte Anlagestrategie für eine bestimmte Person empfiehlt oder für geeignet hält. Insbesondere berücksichtigen die Inhalte nicht die individuellen Anlageziele oder finanziellen Umstände des einzelnen Investors. Die in den Inhalten wiedergegebenen Bewertungen, Schätzungen und Prognosen reflektieren die subjektive Meinung des jeweiligen Autors bzw. der jeweils zitierten Quelle, können jederzeit Änderungen unterliegen und erfolgen ohne Gewähr. In jedem Fall haftet CMC Markets nicht für Verluste, welche Sie direkt oder indirekt durch eine Anlageentscheidung erleiden, die Sie aufgrund der Inhalte getroffen haben.