DAX verdaut Fed-Statement / US-Notenbanker zeigen sich auch ohne Passus „geduldig“ sehr locker

CMC Markets – geschrieben von Andreas Paciorek, Marktanalyst Die Fed hat gestern den Passus „geduldig“ aus dem Begleittext zur Zinsentscheidung fallen lassen, zeigt sich aber noch „lockerer“ als nach der Sitzung im Dezember. Denn nun wird zwar eine Zinswende schon im Juni möglich, der Anspruch an eine weitere Verbesserung des Arbeitsmarktes und eine „vernünftige Sicherheit“, dass die Inflation mittelfristig in Richtung 2 Prozent steigt, lässt viel Raum für eine weiterhin niedrige Zinsen. Denn scheinbar reicht der aktuelle Job-Boom den US-Notenbankern immer noch nicht aus, während gleichzeitig die Inflations- und Wachstumsprognose nach unten angepasst wurde. Im Dezember gingen die US-Notenbanker so im Schnitt noch von einem Leitzins von knapp 1,1 Prozent Ende 2015 aus, gestern waren es nur noch rund 0,63 Prozent. Die Markterwartungen an eine Zinswende verschoben sich damit nicht nur etwas nach hinten, auch das Ausmaß wird nun niedriger eingeschätzt. An den US-Aktienmärkten führte dies zu einer Entspannung und Erholung der Leitindizes. Aus charttechnischer Sicht konnte beispielsweise der S&P 500 über eine Abwärtstrendlinie vom März-Hoch ausbrechen und lief bis zur darüber liegenden Abwärtstrendlinie vom Februar-Hoch. Gestern Abend hielten sich die DAX-Anleger lieber noch zurück. Freute man sich einerseits über die Erholung der US-Leitindizes, hemmte der stärkere Euro andererseits. Man hatte sich hierzulande an den vorteilhaft schwachen Euro gewöhnt. Die Verluste des US-Dollar waren aber nicht von langer Dauer, so handelt das EUR/USD-Währungspaar am Morgen wieder unter 1,07 US-Dollar. Das stützt den DAX. Die Volatilität in den Märkten aber sollte angesichts des morgigen Hexensabbats hoch bleiben. Aus charttechnischer Sicht gilt es, im DAX die Zone zwischen 11.715/40 zu verteidigen, um kein Abrutschen auf die 11.600-Punkte-Marke zu riskieren. Ein Angriff des Allzeithoch erscheint möglich, sollte die 12.040-Zähler-Marke zurückerobert werden können. Als kurzfristige Anlaufstelle könnte dann die 12.320-Punkte-Marke fungieren. Ebenfalls heftig reagierten die US-Dollar-Paare. Innerhalb von Minuten schoss der EUR/USD-Wechselkurs von knapp 1,06 auf etwas über 1,10 USD. Hier nutzten Marktteilnehmer allerdings die Möglichkeit sich in den USD einzukaufen und so fiel der Kurs wieder zurück auf Los und handelt aktuell wieder unter 1,07 USD. Eine Abwärtstrendlinie vom 26. Februar wurde dabei gestern nach oben durchbrochen. Nun wird sich zeigen müssen ob diese als Katapult für eine erneute Erholung fungiert oder der Kurs wieder darunter fällt und der USD-Auftrieb voranschreitet. Ebenfalls stark reagierte der Rohölpreis, der von seinem neuen Mehrjahrestief bis an den charttechnischen Widerstand bei knapp 45 25 USD stieg, nur um heute wieder das Januartief um 43,30 USD zu testen. Und schließlich sollte noch die Goldnotierung erwähnt werden, die ebenfalls eine Erholung sah. Am Dienstag testete der Kurs noch das Dezembertief bei knapp 1.142 USD, aktuell tendiert dieser aber um 1.165 USD und kämpft erneut um einen Ausbruch über die Abwärtstrendlinie von 2012. Gelingt dies, könnte sich das Edelmetall wieder die charttechnische 1.193-USD-Marke vornehmen, bei einem Abprall könnte die Notierung erneut auf 1.142 USD zurückfallen. Die Futures auf den Dow Jones und S&P 500 werden aktuell mit geringfügigen Abschlägen zu den gestrigen Schlusskursen gehandelt. * Gegenüber dem Vortagesschlusskurs ** Gegenüber der Vorperiode *** Bei Prognosen handelt es sich um Zahlen, die vom Nachrichtenprovider Dow Jones International Ltd. zur Verfügung gestellt werden Bitte beachten Sie: Die Inhalte dieses Marktkommentars dienen lediglich der allgemeinen Information. Sie stellen keine unabhängige Finanzanalyse und keine Finanz- oder Anlageberatung dar. 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