Marktupdate - DAX legt im Vorfeld der Yellen-Rede zu / US-Geldpolitik und -Schuldenobergrenze im Fokus
Marktupdate - 11.02.2014 - Stand: 13:25 Uhr Andreas Paciorek / Marktanalyst CMC Markets UK Plc Der DAX konnte sich heute nach positiven Vorgaben aus Asien bis zum Mittag weiter erholen* und durchbrach im Handelsverlauf sogar wieder seinen 200-Stunden-Durchschnitt. Auch die zweite Reihe aus MDAX und TecDAX verteuern sich*. Bei dünner Nachrichtenlage warten die Investoren allerdings auf Impulse aus der heute auf 16:00 Uhr angesetzten Rede der neuen Fed-Präsidentin Janet Yellen vor dem US-Kongress. Der Redetext soll laut Reuters allerdings bereits um 14:30 Uhr zur Verfügung stehen. Die Aktien-Rally, die der Veröffentlichung der jüngsten US-Arbeitsmarktdaten am Freitag folgte, erscheint fast wie ein Befreiungsschlag der Investoren - trotz der Tatsache, dass die Zahlen wieder enttäuschten. Möglicherweise antizipieren die Marktteilnehmer eine Pause in den Reduzierungsschritten des US-Anleihekaufprogramms, da die Unsicherheiten bezüglich der amerikanischen Wirtschaft nun eher noch zugenommen haben. Resultieren die schlechten Wirtschaftsdaten alleine aus dem schlechten Wetter in den USA? Oder deuten sie möglicherweise auf eine Abschwächung des Momentums in der größten Volkswirtschaft der Welt hin? Da das Wetter in den Vereinigten Staaten sich auch im Februar kaum verbessert hat, dürfte noch einige Zeit verstreichen, bis diese Frage eindeutig beantwortet werden kann. Bis zur nächsten Offenmarktausschuss-Sitzung am 18. und 19. März werden noch einige Wirtschaftsdaten veröffentlicht, die mehr Licht auf den Zustand der US-Wirtschaft werfen dürften. Zudem nimmt der politische Druck auf die Fed das Volumen der Anleihekäufe zu reduzieren, zu. Insbesondere die Republikaner fordern eine noch genauere Prüfung der inzwischen auf über 4 Billionen US-Dollar angeschwollenen Bilanz der amerikanischen Notenbank. Daher dürfte Janet Yellen, insbesondere zu Beginn ihrer Amtszeit als Chefin der Fed, kaum Schwäche zeigen wollen, indem sie von dem zuvor kommunizierten Kurs abweicht. Sie wird vermutlich weiterhin für eine zügige Drosselung der Anleihekäufe eintreten, aber dabei gleichzeitig darauf hinweisen, dass die Geschwindigkeit im Einklang mit der wirtschaftlichen Entwicklung stattfinden wird. Da die Arbeitslosenquote von zuletzt 6,6 Prozent sich dem gesetzten Schwellenwert von 6,5 Prozent weiter angenähert hat, dürfte Yellen erneut betonen, dass die Zinsen auch nach einem Erreichen dieses Wertes, noch lange nahe Null belassen werden. In der Frage der Schuldenobergrenze wiederum gibt es weiterhin keine Lösung. Ein Vorschlag der Republikaner, der vorsah, dass die Regierung bis März 2015 weiterhin neue Schulden aufnehmen darf, wenn im Gegenzug Kürzungen von Zahlungen an pensionierte Militärangehörige zurückgenommen werden, beantwortete das Weiße Haus damit, dass die Schuldenobergrenze kein Verhandlungsobjekt sei. Am 7. Februar ließ Finanzminister Jack Lew verlauten, dass den USA nur Zeit bis zum 27. Februar verbleibt, bis die USA in die Zahlungsunfähigkeit rutschen. Vorbörslich handelt der Dow Jones und S&P 500 gegenwärtig jeweils über dem Vortagesschlusskurs. * Gegenüber dem Vortagesschlusskurs ** Gegenüber der Vorperiode *** Bei Prognosen handelt es sich um Zahlen, die vom Nachrichtenprovider Dow Jones International Ltd. zur Verfügung gestellt werden