DAX blickt zur Fed / US-Geldpolitik im Fokus

CMC Markets ÔÇô geschrieben von Andreas Paciorek, Marktanalyst Vor der heute Abend um 19 Uhr erwarteten Zinsentscheidung und der anschlie├čenden Pressekonferenz der US-Notenbank Fed steigt die Nervosit├Ąt am Markt. Denn von der US-Geldpolitik k├Ânnten wichtige Impulse an die M├Ąrkte ausgesendet werden. Die Marktteilnehmer werden insbesondere darauf achten, ob die US-Notenbanker das Wort ÔÇ×geduldigÔÇť in der Beschreibung eines m├Âglichen Termins einer Zinswende beibehalten werden oder es weglassen. Sollte das der Passus fallen, d├╝rfte die Markterwartung an eine Zinswende schon im Juni gefestigt werden. Das k├Ânnte den Aufwertungsdruck auf den US-Dollar aufrechterhalten und die Stimmung an den US-B├Ârsen weiter eintr├╝ben. Sollte sich Janet Yellen und Co allerdings locker zeigen, dann k├Ânnten sich auch die US-Marktteilnehmer etwas entspannen. Die Investoren begaben sich bereits gestern in Wartestellung und nahmen auch einige Gewinne mit, verst├Ąndlich angesichts der starken Rally der vergangenen Tage. Eine potenzielle Unterst├╝tzung findet sich aktuell an der 11.925-Punkte-Marke. Sollte diese nachhaltig Fallen, dann k├Ânnte die 11.850 und darunter 11.742 anvisiert werden. Ein Bruch der 11.742 k├Ânnte schnell zu einem Test der ehemaligen Ausbruchzone bei 11.600 Z├Ąhlern f├╝hren. Nach oben stelleln die 12.040 und 12.100 Z├Ąhler potenzielle Widerst├Ąnde dar. Vorsicht k├Ânnte geboten sein bei einem Ausbruch auf ein neues Allzeithoch bevor n├Ąhere Details zur weiteren US-Geldpolitik bekanntgemacht werden, da ein Fehlausbruch auch kostspielig sein kann. Wichtige Konjunkturdaten stehen heute eher nicht an. Mit Zahlen von Daimler, BMW, der VW-Tochter Seat und der VW-Nutzfahrzeugsparte d├╝rften allerdings Autowerte im Fokus stehen. Immerhin gaben diese gestern auch mit am st├Ąrksten ab*. In den letzten neun Monaten ist der US-Dollar-Index fast um 25 Prozent gestiegen in Erwartung, dass eine anziehende US-Konjunktur die Fed zu einer Zinsanhebung in den n├Ąchsten Monaten verleiten k├Ânnte. Die US-Arbeitsmarktdaten st├╝tzen dieses Szenario. Immerhin wurden alleine in den letzten 6 Monaten knapp 1,7 Millionen neue Jobs in den USA geschaffen, der besten Wachstumsrate seit 1999, w├Ąhrend die Arbeitslosenquote auf 5,5 Prozent gefallen ist. Allerdings d├╝rfte die Fed nicht alleine auf die Arbeitsmarktentwicklung achten. Denn die Signale die von der US-Wirtschaft ausgesendet werden, strahlen nicht in ganz so hellem Licht. So zeigt sich die US-Lohnentwicklung trotz des Jobbooms schwach. Ein Grund hierf├╝r kann auch in der rekordtiefen Partizipationsrate gesehen werden, die einen Hinweis darauf liefert, dass der US-Arbeitsmarkt eigentlich noch mehr Dynamik liefern k├Ânnte. Auch die schwache Inflationsentwicklung in den USA d├╝rfte den US-Notenbankern zu denken geben. Selbst wenn man die Kerninflation ohne die weiter abgebenden Roh├Âlpreise betrachtet, k├Ânnte die Hoffnung auf ein schnelles Anziehen der Verbraucherpreisentwicklung voreilig sein. Und auch der erhoffte Boom im US-Konsum aufgrund der niedrigeren Energiekosten konnte bisher nicht beobachtet werden. Im Gegenteil: In den letzten 4 Monaten gingen die Ums├Ątze im US-Einzelhandel und auch die Ausgaben f├╝r langlebige Gebrauchsg├╝ter kontinuierlich zur├╝ck. Der n├Ąchste Punkt der der Fed zu denken geben d├╝rfte ist die US-Dollar-St├Ąrke, die zunehmend die Gesch├Ąfte der US-Unternehmen belasten d├╝rfte. Sollte sie nun eine baldige Zinsanhebung in Aussicht stellen w├╝rde sie hier noch Feuer ins ├ľl sch├╝tten und die Parit├Ąt n├Ąher r├╝cken lassen. Immerhin gehen Zentralbanken weltweit den umgekehrten Weg und senken ihre Zinsen, womit die USA im W├Ąhrungsabwertungs-Wettlauf vorzeitig kapitulieren w├╝rde. Insgesamt stellt sich damit die berechtigte Frage ob die Markterwartung an eine restriktivere Fed heute und ein Fallenlassen des Passus ÔÇ×geduldigÔÇť nicht ├╝bertrieben sein k├Ânnte. Damit existiert aber auch erhebliches ├ťberraschungspotenzial, welches sowohl im USD als auch bei den US-Leitindizes zu gr├Â├čeren Reaktionen f├╝hren k├Ânnte. So ist vorstellbar, dass der USD etwas von seiner St├Ąrke einb├╝├čen muss und die Stimmung der US-Marktteilnehmer sich wieder hebt. Der DAX profitierte zuletzt von der EUR-Schw├Ąche und so k├Ânnte eine Erholung des EUR einerseits zwar den Aufw├Ąrtstrieb d├Ąmpfen, eine Wiederaufnahme des Aufw├Ąrtstrends der US-M├Ąrkte k├Ânnte allerdings diesen EUR-Faktor ├╝berkompensieren. Die Futures auf den Dow Jones und S&P 500 werden aktuell mit geringf├╝gigen Aufschl├Ągen zu den gestrigen Schlusskursen gehandelt. * Gegen├╝ber dem Vortagesschlusskurs ** Gegen├╝ber der Vorperiode *** Bei Prognosen handelt es sich um Zahlen, die vom Nachrichtenprovider Dow Jones International Ltd. zur Verf├╝gung gestellt werden Bitte beachten Sie: Die Inhalte dieses Marktkommentars dienen lediglich der allgemeinen Information. Sie stellen keine unabh├Ąngige Finanzanalyse und keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Sie sollten nicht als ma├čgebliche Entscheidungsgrundlage f├╝r eine Anlageentscheidung herangezogen werden. Die Inhalte sind niemals dahingehend zu verstehen, dass CMC Markets den Erwerb oder die Ver├Ąu├čerung bestimmter Finanzinstrumente, einen bestimmten Zeitpunkt f├╝r eine Anlageentscheidung oder eine bestimmte Anlagestrategie f├╝r eine bestimmte Person empfiehlt oder f├╝r geeignet h├Ąlt. 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