Marktupdate - DAX verharrt auf hohem Niveau / US-Arbeitsmarktdaten könnten Impulse bringen

Von Andreas Paciorek, Marktanalyst CMC Markets, Stand: 10:04 Uhr Die gestrige Sitzung der Europäischen Notenbank endete, wie weitgehend vom Markt erwartet, ohne einen Beschluss von Maßnahmen, wie beispielsweise einer Zinssenkung. In der anschließenden Rede wiederum schaffte es EZB-Präsident Mario Draghi alleine durch seine Worte, wie gewollt, den EUR zu schwächen. Heute richtet sich der Fokus der Anleger auf die Arbeitsmarktdaten aus den USA, deren Veröffentlichung das Potenzial hat die Märkte zum Ende der Woche noch einmal einen stärkeren Impuls zu geben. Vormittags handelt der DAX wenig volatil knapp über der 9.600-Punkte-Marke. Der MDAX und TecDAX handeln bis zum Mittag kaum verändert zum Vortagesschlusskurs. Mario Draghi hat gestern einmal mehr bewiesen, dass er ein Meister der „verbalen Intervention“ ist. Nachdem die Inflation im Euroland im März auf 0,5 Prozent gefallen ist und der Euro sich immer weiter verteuerte, wurden die Stimmen die eine Reaktion der EZB forderten immer lauter. Und obwohl gestern keine Maßnahmen beschlossen wurden, lieferte Draghi den Märkten trotzdem etwas. So sprach er davon, dass im EZB-Rat „einstimmig“ beschlossen wurde, wenn nötig, auch „unkonventionelle“ Maßnahmen zu ergreifen. Selbst die Auferlegung eines massiven Anleihekaufprogramms, auch Quantitative Easing genannt, sei möglich. Vorerst konnte Draghi den gewünschten Effekt erzielen, der EUR verbilligte sich nach seiner Ansprache während die Renditen der Anleihen aus der europäischen Peripherie sanken. Möglicherweise spielt die Europäische Zentralbank auf Zeit und hofft, dass eine starke Wirtschaftsentwicklung und Antizipation einer frühen Zinswende in den USA, den USD stärkt und so die Notwendigkeit zusätzliche Maßnahmen einzuleiten von der EZB nimmt. Da die Märkte sich ein europäisches Anleihekaufprogramm nach US-Vorbild wünschen, wird allerdings abzuwarten bleiben, ob die Markteilnehmer nicht einen entsprechenden Druck aufbauen werden. Heute richtet sich der Fokus auf die Nonfarm-Payrolls aus den USA. Analysten erwarten für März einen Jobaufbau von 200.000 Stellen nach 129.000 in Januar und 175.000 in Februar. Bei der Arbeitslosenquote erwarten Volkwirte ebenfalls eine gute Entwicklung und prognostizieren für den März eine Arbeitslosenquote von 6,6 Prozent, nach 6,7 Prozent im Vormonat. Nach den Aussagen von Fed-Präsidentin Janet Yellen, könnten schon im zweiten Quartal 2015 die Zinsen in den USA angehoben werden. Gute Arbeitsmarkt- und Konjunkturdaten erhöhen die Wahrscheinlichkeit für eine frühe Zinswende in den USA. Gestern schaffte der Dow Jones und S&P 500 ein neues Allzeithoch, bevor es zu Gewinnabgaben kam. Vorbörslich handelt der Dow Jones und S&P 500 gegenwärtig leicht über dem jeweiligen Vortagesschlusskurs. * Gegenüber dem Vortagesschlusskurs ** Gegenüber der Vorperiode *** Bei Prognosen handelt es sich um Zahlen, die vom Nachrichtenprovider Dow Jones International Ltd. zur Verfügung gestellt werden