Trump zieht die Märkte hoch

Donald Trump ist der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika und die Republikaner haben gleichzeitig auch die Kontrolle über den Senat und das Repräsentantenhaus – eine Sweep-Election, die Republikaner haben mit Trump alles auf einmal abgeräumt.

Trump zieht die Märkte hoch

Donald Trump ist der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika und die Republikaner haben gleichzeitig auch die Kontrolle über den Senat und das Repräsentantenhaus – eine Sweep-Election, die Republikaner haben mit Trump alles auf einmal abgeräumt. Während außenpolitisch Unsicherheit über Trumps Politik bestehen mag scheinen seine Pläne für die US-Wirtschaft der Wall Street zu schmecken. Schon zwei Tage nach der Wahl springt der Dow Jones Index für Industriewerte auf ein neues Allzeithoch. Der Cocktail aus versprochenen Senkungen von Unternehmenssteuern, der Absicht, schuldenfinanzierte Infrastrukturinvestitionen im großen Stil umzusetzen und die Regulierung der Banken drastisch zu lockern hat eine hohe Erwartungshaltung an den Börsen erzeugt, welche die Kurse nach oben treibt.

Trump geht damit einen ähnlichen Weg wie die Abe-Regierung in Japan. Der dortige Premier propagiert seit Jahren die „Strategie der drei Pfeile“ – Strukturreformen, flankiert von fiskalischen und monetären Stimuli. Während das positive konjunkturelle Ergebnis dieser Strategie auch nach vier Jahren der „Abenomics“ noch auf sich warten lässt ist ein Resultat bereits klar ersichtlich: Die japanischen Staatsschulden haben sich seit Antritt der Abe-Regierung im Jahr 2012 um 10% auf 229% des Bruttoinlandsprodukts erhöht. Während die japanische Notenbank einen wachsenden Anteil dieser Staatsschulden durch laufende QE-Ankäufe hält, ist die japanische Regierung vor allem beim eigenen Volk verschuldet. Die USA sind hingegen vor allem bei China und bei den Staaten im Nahen und mittleren Osten verschuldet. US-Präsident Trump wird also Abnehmer im Ausland für seine Staatsschuldentitel benötigen, um im Inland schuldenfinanzierte Investitionsprogramme finanzieren zu können. Aufgrund einer deutlichen Zinsdifferenz zwischen amerikanischen Staatsanleihen zu den Titeln anderer Staaten  - man erhält über 2% auf zehnjährige US-Staatsanleihen – dürfte das nicht allzu schwer fallen. Der Bullenmarkt im US-Dollar könnte also auch unter der Regierung Trump eine Fortsetzung finden.

Bullenmarkt an der Wall Street

Hier zu sehen ist der S&P 500 Index für amerikanische Standardaktien seit dem Jahr 2009. Der Index befindet sich in einem intakten Aufwärtstrend. Innerhalb des eigenzeichneten Aufwärtstrendkanals gab es zwei größere Korrekturphasen (blaue Linien). Die letzte Korrektur dauerte genau ein Jahr, von Mai 2015 bis Mai 2016. Im Sommer erfolgte ein dynamischer Ausbruch über die Abwärtstrendlinie (blau). Die erste Reaktion auf die Überraschung, dass Donald Trump ins Weiße Haus ziehen wird, brachte einen Retest der Aufwärtstrendlinie (grün) sowie der Ausbruchslinie (blau). Nun ist der Markt grundsätzlich bereit für einen neuen Anstieg, der bis zur oberen Rückkehrlinie des Aufwärtstrendkanals reichen kann. Je nach Dynamik der Rally kann man hier nun Kursziele von 2500 Punkten und darüber ableiten. Das entspricht einem Potenzial gegenüber dem heutigen Niveau von 10-15%. Alternativ muss bei einem Monatsschlusskurs unterhalb der Aufwärtstrendlinie (grün) mit deutlichen Verlusten gerechnet werden. Dann könnte es zu einer Korrektur des gesamten Anstiegs seit dem Jahr 2009 kommen, wobei dann mit Fibonacci-Retracement-Korrekturausdehnungen von 38,2% oder größer rechnen müssten.

Gold: Auch ein neuer Bullenmarkt?

In den vergangenen zwei Dekaden erlebte der Goldpreis einen ausgedehnten Bullenmarkt gefolgt von einem zeitlich überschaubaren, aber dennoch heftigen Bärenmarkt. Von September 1999, als westliche Zentralbanken sich auf Obergrenzen jährlicher Goldverkaufsmengen einigten, bis September 2011, als sich der Goldmarkt spekulativ überhitzt hatte, verteuerte sich der Preis für eine Feinunze Gold von rund 250 auf über 1900 US-Dollar. Bis Dezember 2015 war der Preis um 50% ausgehend von diesem Niveau auf unter 1050 US-Dollar pro Unze gesunken gewesen. Es war ein zermürbender Bullenmarkt, der am Ende kaum mehr Bullen übrig gelassen hatte. Ein perfekter Zeitpunkt, um einen technischen Boden auszubilden! Tatsächlich formte sich in der Zeit von Herbst 2015 bis ins Frühjahr 2016 hinein eine Untertassen-Formation, auch gerundeter Boden genannt. Ausgehend davon kam es zu einem dynamischen Anstieg, dessen Spitze bei 1375 US-Dollar pro Unze es auch vermochte, den markttechnischen Abwärtstrend zu unterbrechen, der seit dem nominellen Allzeithoch bei über 1900 US-Dollar pro Unze im September 2011 intakt gewesen war. Das ist bullisch. Sollte es nun zu einem erneuten Überschreiten von 1375 US-Dollar kommen könnte man von einem neuen, potenziell mehrjährigen Aufwärtstrend aus Sicht der Markttechnik sprechen. Ein neuer Aufwärtstrend würde sich etablieren! Wer die Gesundheit  des Goldmarktes überprüfen  möchte achtet darauf, ob Gold mit dem amerikanischen S&P 500 Index für Standardaktien mit nach oben laufen kann. Das war in der gesamten Anstiegsphase von September 1999 bis September 2011 immer der Fall gewesen. Anleger, die Aktien kauften, erwarben auch immer ein bisschen Gold. Diese Investmentnachfrage war maßgeblich für den Bullenmarkt verantwortlich. Ohne Investmentnachfrage also kein Bullenmarkt beim Gold!

 

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