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Trump stellt Wall Street vor Gesundheit der Bevölkerung? (CMC Espresso 24.3.20)

CMC Markets

Es gab eine bemerkenswerte Pressekonferenz zu Beginn dieses Handelstages, in der US-Präsident Donald Trump davon sprach, dass die Heilung nicht schlimmer sein darf als das Problem selbst, in der er davon sprach, dass eine Wiedereröffnung der USA bald passieren soll, der davon sprach, dass man zwei Dinge gleichzeitig tun könne: das Virus unterdrücken und die Verbreitung verlangsamen und trotzdem die Vereinigten Staaten wiederzueröffnen für Geschäfte. Wie das geschehen soll, blieb offen.

Trump sprach von Hotspots wie New York oder Kalifornien und trotzdem vor der Notwendigkeit, an täglichen Geschäften festzuhalten. Er gab seine Gesundheitsexperten die Aufgabe, innerhalb von einer Woche ein Datum festzulegen, ab wann geltende Beschränkungen wieder aufgehoben werden können. Es soll nicht dazu kommen, dass die Vereinigten Staaten monatelang stillgelegt werden. Er sprach gestern nicht mehr vom China Virus, sondern von der Diskriminierung von Amerikanern mit chinesischer Abstammung - etwas, was er selbst an den Tagen zuvor losgetreten hatte.

Das was da gestern verkündet wurde klingt für mich ein wenig nach der Quadratur des Kreises. Natürlich wünschen wir uns alle, dass die Wirtschaft funktioniert, aber wir müssen zur Vermeidung der Überlastung der Krankenhäuser diese Maßnahmen ergreifen, um nicht willentlich den Tod durch das Virus gefährdeter Menschen in Kauf zu nehmen. 

Die Glockenkurven ähnliche Verbreitung des Virus aus Südkorea und China zeigt, dass bei vollständiger Umsetzung der jetzt getroffenen Maßnahmen (und nicht ohne selbige!) eine Coronavirus-Welle acht bis zwölf Wochen dauert. Was Donald Trump gestern andeutete ist eine andere Lösung. Die US-Wirtschaft in der Rezession, sinkende Börsenkurse, mehr Arbeitslose sind in den Augen des US-Präsidenten schlimmer als die Zahl von Kranken und Toten durch das Virus. Will die US-Regierung tatsächlich gerade die älteren Menschen opfern, so dass die Wall Street wieder steigen kann?

Oder haben wir es hier mit der vollkommenen Leugnung der Realität durch eine Präsidenten zu tun, der versucht den richtigen Tonfall im laufenden Wahlkampf zu finden? Warum sollte der Kongress zwei Billionen US Dollar oder mehr lockermachen, um Unternehmen zu stützen, wenn alle Beschränkungen ohnehin in ein zwei Wochen wieder gelockert werden? Darauf gab es gestern keine Antwort, genauso gab es auch keine Details wie Donald Trump die Lockerung tatsächlich gestalten möchte. Sollen Discos, Schwimmbäder, Restaurants und Bars und so weiter einfach wieder aufgemacht werden? 

An der Börse werden die Kurse durch die endlos angekündigten Anleihekäufe der amerikanischen Börsen nach oben "gerissen". Ein 123-Tief und eine saubere Bodenbildung lässt sich im SPX 500 Cash CFD nicht erkennen. Vielmehr droht jetzt erneut ein "Limit Up" - eine Abriegelung des elektronischen Handels nach oben bei +5%. Mehr zu Limit Up erfahren Sie hier.

Die Reaktion der Kurse im Germany 30 Cash CFD sind stabiler. Offenbar sehen Anleger das Krisenmanagement der Bundesregierung als nachvollziehbarer und zielführender an, als jenes der US-Regierung. Wir haben es im Germany 30 Cash CFD mit einer 123-Bodenbildung zu tun. Über 8618 Punkten ist jene intakt und man kann sich an den eingezeichneten Fibonacci-Preiserweiterungen orientieren, um mögliche Unterstützungen und Widerstände zu finden. Unter 8618 Punkten würde die Bodenbildung technisch in Frage gestellt.

Wir alle wissen, dass die wirtschaftliche Unterbrechung durch das Coronavirus einen hohen Preis haben wird. Das Gold findet Käufer, bricht das 123-Top nach oben auf und bildet im Stundenchart einen intakten Aufwärtstrend aus. 


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