Es könnte so einfach sein: Nur der richtige Indikator, das richtige Handelssystem - und schon wäre man in kurzer Zeit stolzer Besitzer eines immer weiter wachsenden Trading-Kontos. Dass es nicht so einfach ist weiß jeder, der sich einmal ernsthaft mit dem Thema Trading beschäftigt hat. Es gibt nicht DEN Super-Indikator, nicht DAS Handelssystem, das immer funktioniert und in jeder Marktlage angewandt werden kann. 

Die gute Nachricht ist, dass man aber sehr wohl Geld an der Börse verdienen kann. Die Schlüssel zum Erfolg beim Trading liegen in Beständigkeit und der Fähigkeit, sich emotional von dem Gewinn und Verlust auf dem Konto lösen zu können. Während die Psychologie beim Trading ein Thema für einen anderen Tag sein soll möchten wir in diesem Eintrag in das TradingWiki eine Methode zeigen, die man in Kombination mit anderen Faktoren nutzen kann, um Beständigkeit im Trading zu erzielen: Das Erkennen der Ausbildung möglicher Hoch- und Tiefpunkte im Markt.

Sie mögen sich nun fragen: Es wäre ja einfach, wenn man das so einfach lernen könnte. Tatsächlich gibt es aber wiederkehrende Muster, die helfen, die Wahrscheinlichkeiten zu den eigenen Gunsten zu verschieben. 

Doppelte Böden und Topps

Doppelte Böden gibt es nicht nur in Agententhrillern, um geheime Verstecke zu schaffen, auch Bewegungen in Märkten können durch doppelte Böden iniitiert werden. Darunter verstecken Trader ihre Stopps, um mit einem möglichst kleinen Risiko möglichst von Beginn an in einer Bewegung positioniert zu sein. Wir werden nun im Folgenden Beispiele zeigen, bei denen es sich naturgemäß aber immer um bereits abgeschlossene Muster handelt und wer sich lange mit Charttechnik beschäftigt weiß, dass es im Nachhinein keine große Kunst ist, darauf hinzuweisen, dass hier ein Doppelboden entstanden ist. Wir werden niemals in der Rückbetrachtung Geld verdienen, können aber an der Ähnlichkeit von Bodenbildungsmustern bestimmte Marktverhaltensgrundsätze ablesen, aus denen man wichtige Schlüsse ziehen kann. 

Tipp: Lesen Sie unser letztes TraderWiki, um zu lernen, wie Sie wichtige Unterstützungen in einem Chart finden können. Alles was Sie nun tun müssen ist zu warten, bis der Markt in die Nähe einer Unterstützung handelt. Oder sie setzen sich in der Nähe der Unterstützung einen Preisalarm, um in der Zeit bis dahin etwas anderes tun zu können. Nun warten Sie darauf, dass der Preis die Unterstützung berührt (Punkt 1 und 2 im Chart) und davon abprallt (Punkt 3). 

Lehre aus dem kurzen Anstieg: An der Stelle, an die sie die Unterstützung eingezeichnet haben, waren Käufer im Markt, die in der Lage waren, Rückgang des Preises (rote Kerzen zuvor) aufzuhalten und in die Gegenrichtung zu bewegen. Das ist genau das, was Sie benötigen: Eine Preisreaktion. Sie ist ihr Indiz für die Anwesenheit von Kaufinteresse.

Eine Schwalbe macht allerdings auch an der Börse noch keinen Sommer und immer noch haben die Bären das Sagen, denn immerhin haben sie den Preis zuvor kontrolliert und immer weiter nach unten bewegt. Die Leerverkäufer - all jene, die kurzfristig auf einen weiter sinkenden Preis setzen - haben noch keinen wirklichen Grund, ihre Leerverkaufspositionen durch Rückkauf glattzustellen. Sie sind aber durch die positive Reaktion im Preis (Punkt 1, 2 und 3) gewarnt. 

Jetzt gehts um Ganze: Bei Punkt 4 wird der Markt getestet. Einerseits wird getestet, ob die Käufer, die bei Punkt 1 und 2 eingestiegen sind, immer noch da sind. Andererseits wird getestet, ob die Bären ihren Verkaufsdruck aufrechterhalten können. 

Entsteht jetzt an dieser Stelle kein neues Tief auf Schlusskursbasis müssen kurzfristig orientierte Trader ihre Leerverkaufspostionen glattstellen um zu vermeiden, aufgelaufene unrealisierte Gewinne durch eine mögliche anlaufende Aufwärtsbewegung wieder abgeben zu müssen. Ihre Erwartung, dass sich der Trend weiter nach unten fortsetzt, wird wohl erst wieder nach einem Retracement des Preises nach oben möglich.

Entsteht an dieser Stelle kein neues Tief (wichtig: auf Schlusskursbasis!) haben die Käufer, die bereits im Markt sind, ihre Position aufzustocken, während jene, die noch nicht im Markt sind, eine Long-Position aufzubauen, entweder indem sie direkt nach Abschluss der Kerze bei Punkt 4 long gehen oder auf einen Bruch des Swinghochs des Doppelbodens (horizonale Linie bei Punkt 5) eine Position aufbauen. Der Stopp liegt jeweils unter dem zwischen Punkt 1 und 4 entstandenen Swingtief.

Sicherlich hat diese Herangehensweise immer ein Stück weit mit Subjektivität und einem gewissen Risiko zu tun. Wie oben angemerkt ist das aber die Natur des Trading: Das Risiko und die Subjektivität von entstehenden Chartmustern wird man niemals eliminieren können, da es schließlich den Super-Indikator oder das perfekte Handelssystem nicht gibt. Was wir in diesem TradingWiki aufzeigen wollten ist, dass man durch eine Kombination verschiedener eher einfacher Faktoren zu einer begründeten Trading-Idee gelangen kann, die einer Herangehensweise überlegen ist, die keinerlei dieser Werkzeuge verwendet.

Tipp: Achten Sie darauf, ob unter dem Punkt 4 im Chart ein tieferes Tief entstanden ist. Wenn Sie genau auf den Beispielchart schauen ist genau das geschehen. Der gezeigte Markt (der Germany 30 Cash) hat ein tieferes Tief gemacht, dort waren jedoch starke Käufer, die den Markt gekauft haben. Sie müssen sich immer in die Psychologie von solchen Details hineinversetzen. Wären Sie - wenn Sie keine Zuversicht in einen Einstieg in eine Long-Position haben - bereit, an einem neuen Tief eine Kauforder zu setzen? Eher nicht? Genau das ist hier im Beispiel aber geschehen und das zeigt nichts anderes als ein hohes Maß an Zuversicht der Käufer, diese Unterstützung zu verteidigen. Nutzen Sie diese Information zu den eigenen Gunsten!

Unsaubere Signale

Natürlch gilt das umgekehrte des bereits geschriebenen auch für Doppeltopps, nur dass hier die Bullen versuchen ein neues Hoch zu machen, was schlussendlich von den Verkäufern oder Bären im Markt abgewehrt wird. Betrachten wir folgendes Beispiel genauer:

Hier sehen wir, dass an der runden Widerstandsmarke von 12500 Punkten abends gegen 17:30 Uhr ein Widerstandsmuster (Evening Star) gebildet wurde. Nach einem Abverkauf (Verkäufer sind vorhanden!) kommt es anschließend zu einem Retest des Widerstands. Zuvor haben wir betont, dass es wichtig ist, auf den Schlusskurs der Kerze zu warten, mit der der Widerstand getestet wird. Unter Punkt 3 ist nun zu sehen, dass die Kerze über dem Widerstand von 12500 Punkten und zusätzlich auch über dem Widerstand des Evening Stars von Punkt 1 (horizonale Linie) schloss. Unsere Schlussfolgerung: Die Verkäufer, die zuvor den Widerstand halten konnten, waren zunächst nicht in der Lage, diesen erneut zu verteidigen. Es kann jetzt zu einem Ausbruch nach oben, ja zu einer Rally im Preis kommen! Aber erst, nachdem der Ausbruch bestätigt wurde. Ein Rückfall unter den Widerstand wäre bärisch und als Fehlausbruch zu werten.

Wir sehen eine Kreiselkerze und unter dem Punkt 4 einen Fehlversuch, die Rally nach oben fortzusetzen. Wie kann man es sehen, dass es ein Fehlversuch war? Nun - natürlich haben wir hier wieder die gesamte Historie und wissen auch, was anschließend geschehen ist. Rückblickend weiß man immer, dass es sich um einen Fehlversuch handelte. Doch sehen wir auch bereits nach beendeter Kerze 4, dass es ein Fehlversuch war? Ja: Wir wissen, dass die Bullen motiviert sind für eine Rally, schließlich war der Schlusskurs über der horizonalen Linie. Wir wissen also, dass es einen Rallyversuch geben sollte. Und wir sehen anhand von Kerze 4, dass der Kurs angestiegen war, dann aber wieder unter das Hoch der Kerze (Punkt 3) gefallen ist. Hier sehen wir also einen Fehlversuch, ein neues Hoch auszubilden. Das ist eine wichtige Erkenntnis, denn jetzt sind die Käufer gewarnt und die Bären haben Grund zur Hoffnung, dass der Preis doch noch in ihre Richtung zurückkommen wird. Unter Punkt 5 sehen wir nun, dass genau das geschehen ist: Der Widerstand wurde unterschritten (per Schlusskurs!) und damit haben wir einen Hinweis, dass hier ein Doppeltopp entstehen könnte. 

Tipp: Rennen Sie der Bewegung nach 5 nicht hinterher. Wie im obigen Beispiel geben sich die Käufer selten direkt geschlagen, sondern wollen nach der Abwärtsbewegung noch einmal wissen, ob der unter 4 erfolgte Fehlausbruch wirklich valide ist. Warten Sie jetzt die Abwärtsbewegung nach Punkt 4 ab. Klicken Sie dann bei CMC Markets unter Zeichenwerkzeuge auf Fibonacci und verbinden Sie das Fehlausbruchhoch mit dem entstandenen Tief und warten Sie darauf, dass eines der Retracements (23,6%, 38,2%, 50%, 61,8%) erreicht wird. Wenn an einer dieser Marken eine bärische Kerze auftritt (wie bei Punkt 6 ein Shooting Star) wäre das ein günstiger Einstieg, wenn Sie von weiter fallenden Kursen ausgehen.

Bitte beachten Sie:

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