Marktupdate: DAX fällt unter 9.100 Punkte / Starker Auftragseinbruch für deutsche Industrie, Russischer Militäraufmarsch verschärft Ukraine-Krise, Italien rutscht in die Rezession

CMC Markets – geschrieben von Andreas Paciorek, Marktanalyst Der DAX setzt auch am Mittwoch seine Kursverluste fort. Die negativen Vorgaben aus den USA und Asien drückten den DAX heute direkt zu Handelsbeginn unter die 9.100-Punkte-Marke. Gestern Abend hatte die Aussage des polnischen Außenministers Radoslaw Sikorski, dass Russland seine Gefechtsbereitschaft an der ukrainischen Grenze wiederhergestellt hätte und möglicherweise eine Invasion vorbereite, für Alarmglocken an den Börsen gesorgt. Beobachter fürchten, dass Russland die rapide Verschlechterung der humanitären Situation in der Ukraine als Vorwand für einen Einmarsch in die Ostukraine nutzen könnte. Dies würde die Spannungen zwischen Russland und dem Westen allerdings auf ein völlig neues Level heben. Überraschend starke Wirtschaftsdaten aus den USA konnten die Märkte nicht stützen, sondern lieferten im Gegenteil den Spekulationen um eine möglicherweise früher als bisher erwartete Zinserhöhung in den USA zusätzliche Nahrung. So war der ISM-Einkaufsmanagerindex der Dienstleistungen gestern auf den höchsten Stand seit 2005 gestiegen und auch die Auftragseingänge für langlebige Gebrauchsgüter zogen stärker als erwartet an. Auch Sorgen um die chinesische Konjunktur nach einem starken Rückgang eines Einkaufsmanagerindex aus dem Reich der Mitte drückte die Stimmung an den Börsen weltweit. Der DAX drängt nun in eine, aus charttechnischer Sicht, potenziell stärkere Unterstützungszone zwischen 9.900 und 9.100 Punkten und darunter dem Jahrestief bei knapp 8.913 Punkten, vor. In dieser Zone könnten die Bullen versucht sein, sich stärker gegen einen Kursverfall des DAX einzusetzen. Es bleibt abzuwarten, ob Ihnen dies gelingt. Darunter befindet sich bei aktuell knapp 8.770 bereits die langfristige Aufwärtstrendlinie aus dem März-2011-Tief. Ein Bruch dieser Marke könnte Tür und Tor für weitere Kursverluste bis auf das 2007-Hoch bei rund 8.100 Punkten öffnen. Die Stimmung an den europäischen Börsen wird heute auch durch den Einbruch der Auftragseingänge der deutschen Industrie im Juni belastet. So fielen die saisonbereinigten Aufträge an deutsche Firmen im Juni im Vergleich zum Vormonat um 3,2 Prozent, während Volkswirte einen Anstieg um 0,8 Prozent*** erwartet hatten. Das Bundeswirtschaftsministerium begründete die Zahlen mit den geopolitischen Konflikten und erwartet, dass sich die Industriekonjunktur in den kommenden Monaten eher moderat entwickeln wird. Negative Konjunktursignale kamen heute auch aus Italien. Während die Industrieproduktion auf Monatssicht um 0,9 Prozent zulegen konnte und damit auch die Analysten-Erwartungen*** um 0,3 Prozentpunkte übertraf, zeigten später veröffentlichte Zahlen, dass die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone im zweiten Quartal überraschend in die Rezession gerutscht ist. Laut dem italienischen Statistikamt Istat sank dort zwischen April und Juni das Bruttoinlandsprodukt um 0,2 Prozent**, während Volkswirte im Vorfeld einen Anstieg um 0,2 Prozent*** erwartet hatten. Laut Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan wird Italien trotz der schwächeren Konjunktur für 2014 und 2015 keinen Nachtragshaushalt benötigen und die Drei-Prozent-Grenze der Neuverschuldung einhalten können. Etwas unter den Erwartungen*** liegende Zahlen zur Industrieproduktion aus Großbritannien sorgten heute für eine kleine Erholung des EUR gegen den GBP. Aufgrund der zuletzt guten Wirtschaftsdaten von der Insel und einigen Aussagen des Chefs der britischen Zentralbank Mark Carney, spekulieren einige Marktteilnehmer auf eine potenzielle Zinserhöhung in Großbritannien noch dieses Jahr. Die potenzielle Zinsdifferenz zum EUR macht den GBP für einige Anleger attraktiv. Vor der Eröffnung des Präsenzhandels geben aktuell sowohl der Dow Jones als auch der S&P, trotz der gestrigen Kursverluste, weiter ab. Aus charttechnischer Sicht, testet der Dow Jones aktuell seinen 200-Tage-Durchschnitt und eine Aufwärtstrendlinie vom Oktober 2013. Ein Bruch dieser Marke könnte zu weiteren Kursverlusten bis zu einer potenziellen Unterstützung bei 16.000 Punkten führen. * Gegenüber dem Vortagesschlusskurs ** Gegenüber der Vorperiode *** Bei Prognosen handelt es sich um Zahlen, die vom Nachrichtenprovider Dow Jones International Ltd. zur Verfügung gestellt werden Bitte beachten Sie: Die Inhalte dieses Marktkommentars (nachfolgend: „Inhalte“) sind Bestandteil der Marketing-Kommunikation von CMC Markets, Niederlassung Frankfurt am Main der CMC Markets UK Plc, (nachfolgend “CMC Markets”) und dienen lediglich der allgemeinen Information. Sie stellen keine unabhängige Finanzanalyse und keine Finanz- oder Anlageberatung dar. 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