Marktupdate: DAX im Korrekturmodus / Starke EU-Industrieproduktion verpufft, US-Einzelhandelszahlen und Konflikt im Irak im Fokus
CMC Markets – geschrieben von Andreas Paciorek, Marktanalyst Die Senkung der globalen Konjunkturprognose durch die Weltbank und eine Gewinnwarnung der Lufthansa haben gestern die Rekordserie des DAX unterbrochen und ihn wieder unter 10.000 Punkte gedrückt. Da gestern auch weitere wichtige europäische Indizes sowie der Dow Jones und S&P 500 abgeben* mussten, dürfte der Weltbank-Bericht einfach als ein Katalysator für eine länger erwartete, marktbreite Korrektur gedient haben. Denn die jüngsten Rekordhochs waren zuletzt gänzlich ohne Dynamik zustande gekommen und kursbewegende, positive Nachrichten blieben aus. Neben den Zahlen zur Industrieproduktion für den Euroraum, liegt der Fokus heute vor allem auf den US-Einzelhandelsumsätzen in den USA. Des Weiteren gilt es die Entwicklungen im Irak zu beobachten. Charttechnisch verbleibt der DAX weiterhin innerhalb des leicht bearisch zu interpretierenden umgekehrten Dreiecks und hat gestern zudem eine steile Fibonacci-Fächerlinie nach unten durchbrochen. Damit erscheint ein Test der Unterstützungen bei 9.895 und 9.865 Punkten möglich. Sollten allerdings die US-Indizes nach heutigen Zahlen ihren Aufwärtstrend wieder aufnehmen, könnten wir den DAX sehr schnell wieder bei über 10.000 Punkten sehen. Die heute veröffentlichten Zahlen zur EU-Industrieproduktion zeigten eine stärker als erwartete Erholung in der Eurozone für den Monat April. Laut europäischer Statistikbehörde Eurostat haben die Unternehmen Im April gegenüber dem Vormonat 0,8 Prozent mehr hergestellt als im Vormonat. Volkswirte hatten lediglich einen Anstieg um 0,5 Prozent erwartet. Auf Jahressicht haben die Unternehmen der Eurozone die Produktion um 1,4 Prozent gesteigert, und damit um 0,5 Prozentpunkte mehr als Analysten erwartet hatten. Dass die guten Zahlen weder dem DAX noch dem EUR zu stärkeren Gewinnen verhalfen, spricht dafür, dass sich der DAX gegenwärtig einfach in einem Korrekturmodus befindet. Der Fokus dürfte heute auf den US-Einzelhandelsumsätzen, die am Nachmittag erwartet werden, liegen. Nach dem schwachen ersten Quartal in den USA und einem sehr geringen Wachstum von nur 0,1 Prozent** des US-Einzelhandelsumsatzes im April, sind nun gute Zahlen für den Mai nötig um den Eindruck einer Aufholdjagd der US-Wirtschaft nach dem eisigen Winter aufrechtzuerhalten. Während Ende April die Märkte noch von einem Q1 Wachstum von 1,2 Prozent*** ausgegangen sind, zeigte die jüngste Korrektur einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 1 Prozent. Einige Volkswirte*** erwarten, dass diese Zahl sogar auf Minus 1,6 Prozent revidiert werden könnte. Damit müsste die US-Wirtschaft im zweiten Quartal überaus stark zulegen um die ambitionierten Wachstumsprognosen für dieses Jahr zu erfüllen. Nach einem Wachstum der Einzelhandelsumsätze von lediglich 0,1 Prozent im April, erwarten Analysten für den Mai eine Steigerung von 0,6 Prozent***. Marktteilnehmer hingegen könnten sich enttäuscht zeigen, sollten die Zahlen nicht besser ausfallen als die Analysten-Schätzung. Nach der schon in Vergessenheit zu geraten drohenden Ukraine-Krise, tritt gegenwärtig der militärische Siegeszug der islamistischen Gruppierung „Isis“ im Nordirak in den Fokus. Laut Medienberichten hat die Terrorgruppe auf ihrem Pfad auch 80 Türken entführt, Ankara verzichte aber vorerst auf ein militärisches Eingreifen. Die politischen Unruhen stützen wiederum den Ölpreis. Die Referenzsorte WTI brach zuletzt aus einem seit Februar gebildeten Dreieck nach oben hin aus und erreichte zuletzt 106 US-Dollar. Sowohl der Dow Jones als auch der S&P 500 handeln gegenwärtig leicht über dem jeweiligen gestrigen Schlusskurs. * Gegenüber dem Vortagesschlusskurs ** Gegenüber der Vorperiode *** Bei Prognosen handelt es sich um Zahlen, die vom Nachrichtenprovider Dow Jones International Ltd. zur Verfügung gestellt werden Bitte beachten Sie: Die Inhalte dieses Marktkommentars (nachfolgend: „Inhalte“) sind Bestandteil der Marketing-Kommunikation von CMC Markets, Niederlassung Frankfurt am Main der CMC Markets UK Plc, (nachfolgend “CMC Markets”) und dienen lediglich der allgemeinen Information. Sie stellen keine unabhängige Finanzanalyse und keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Sie sollten nicht als maßgebliche Entscheidungsgrundlage für eine Anlageentscheidung herangezogen werden. 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