Eine Studie zu Apple belastete gestern nicht nur die Aktie, sondern den gesamten Handel an der Wall Street. Ein Analyst hatte Apple abgestuft und meinte, dass das Jahr 2018 schon nicht so sehr gut gelaufen sei, da der Technologiesektor als Ganzes nicht so stark von der Steuerreform profitieren konnte wie andere Sektoren und nun erwartet der Analyst von Bernstein auch für die kommenden zwölf Monate ein schwaches Geschäft bei Apple, nachdem die letzten beide Quartale wohl auch noch nicht so gut gewesen sind. 

Die Märkte stürzen sich auf die Wahrscheinlichkeit, dass die Zentralbanken bald die Zinsen senken werden, aber selbst wenn die Fed die Zinsen senkt und man zu den optimistischsten Anlegern da draussen zählt dann wird man sich auch erst in sechs Monaten nach Anzeichen umschauen können, wo sich diese Senkung ausgewirkt haben wird. Viel früher wirkt eine Zinssenkung nicht. 

Also kann es gut sein dass auf die Märkte in der Berichtssaison viele Gewinnwarnungen hereinprasseln werden und viele Anleger sehen diese Diskrepanz zwischen ohen Bewertungen und fehlendem Gewinnwachstum als eine Gefahr. 

Für den Vorsitzenden der amerikanischen Notenbank wird diese Woche wohl die vorläufig wichtigste seiner Karriere, da er vom amerikanischen Präsidenten wie auch von den Märkten unter dem Druck steht, die Zinsen um einen Viertel Prozentpunkt zu senken, und am morgigen Mittwoch muss er Abgeordneten des Bankenausschusses des Repräsentantenhauses und allen Händlern, die zuhören erklären, ob das auch so kommen wird nach den starken Arbeitsmarktdaten vom Freitag oder ob sich die Fed noch mehr Zeit lassen wird. 

Da der S&P 500 Index gerade erst ein neues Allzeithoch ausbildete ist das Enttäuschungspotenzial entsprechend hoch. Ein Szenario halte ich für gefährlich: Jenes, dass die Fed zum Handlanger der Märkte wird und die Kurse durch voreilige Zinssenkungen noch weiter auf neue Rekordstände hievt und wir dann in drei bis sechs Monaten merken, dass das Wachstum nicht zurückkehrt denn dann wird die Fallhöhe nur noch höher geworden sein. 

Aber warten wir es ab - bislang gibt es im DAX einen normalen Rücklauf - von einem Top ist bisher zumindest technisch nichts zu sehen. Es könnte aber tiefer gehen, die Kurslücke des G20-Wochenendes bei ungefähr 12400 Punkten könnte noch geschlossen werden. 

Die Gewinnwarnung bei BASF war überfällig. Dass der Einbruch des Gewinns aber so dramatisch ausfällt dürfte einige erschreckt haben. Schon bei Lufthansa hat man sich über die Schwere des Ergebnisrückgangs an der Börse überrascht gezeigt. Jetzt wird es spannend sein zu sehen ob die heutigen schwachen Zahlen von BASF gekauft werden. Wenn schlechte Nachrichten gekauft werden kann das ein Hinweis darauf sein, dass sie bereits in den Kursen enthalten sind.