Die Hoffnungen auf Gilead Sciences' Ebola-Medikament Remdesivir bei der Behandlung von Covid-19-Erkrankten sind in einer klinischen Studie gefloppt und diese Nachricht hat den DAX gestern um 18:40 Uhr bei Bekanntwerden rund 150 Punkte gekostet. Auch wenn Gilead Sciences den Medienbericht zurückweist, der auf eine Studie in China zurückgeht, hat das die Stimmung nicht gedreht. Die Financial Times hat den Vorgang als unangemessen dargestellt, die Weltgesundheitsorganisation hatte den Entwurf der klinischen Studie "aus Versehen" ins Internet gestellt. Der Bericht wurde mittlerweile wieder entfernt, nachdem die Weltgesundheitsorganisation die Panne bestätigte.

Die Stimmung an der Wall Street war zuvor durch eine gewisse Erholung im Ölpreis gestützt worden, aber schon seit 17 Uhr korrektiv, als ein 123-Top entstanden war, das bis heute Morgen nicht mehr angetastet wurde. Der DAX ist weiter gefallen. Er steht jetzt wieder 300 Punkte unter dem Hoch von gestern Nachmittag, was vielleicht auch daran liegt, dass die EU-Videokonferenz gestern ohne Resultate endete. Während diese Schaukelbörse Teil einer Bodenbildung sein kann, könnte ein Rutsch unter 10142 Punkte technisch betrachtet die Bodenbildungsversuche vereiteln und die Volatilität könnte abermals zunehmen.

Mit einem Minus von über 7% hat sich der Chiphersteller Intel gestern aus dem Handel inklusive Nachbörse verabschiedet, nachdem man enttäuschende Quartalszahlen veröffentlichte. Heute wird der IFO-Index um 10 Uhr neue Einblicke gewähren in den wirtschaftlichen Zustand in Deutschland, gefolgt von langlebigen Konsumgüterbestellungen um 14:30 Uhr aus den USA und dem Verbrauchervertrauen der Uni Michigan um 16 Uhr.