Analysemöglichkeiten für die Kursbewegungen an den Finanzmärkten gibt es viele. Manche sind besser, manche weniger hilfreich. Doch eines steht fest: Keine Analyse der Welt hat immer eine 100%-ige Trefferquote. Kerzencharts, MACD, RSI, CCI, Bollinger Bänder, Orderflowtrading, Volume Profile, Super DOM Trading. Die Liste ist lang. Meiner Meinung nach ist keine besser als die andere. Jeder technische Handelsansatz erfordert viel Übung und Sammeln von Erfahrung. Die Routine macht den Meister, denn Erfahrung ist alles.

Warum technische Analyse? Warum werden bei dieser Art der Analyse die Nachrichten nicht beachtet?

Das Jahr 2018 war von Nachrichten stark geprägt. Trump, China, die Notenbanken. Zündstoff für Kursbewegungen gab es viele. Mal werden die News positiv, mal negativ interpretiert. Im kurz- und mittelfristigen Trading ist die Interpretation von Nachrichten für die Positionierung am Markt eher schwierig. Deshalb lese ich persönlich seit 2008 keine Nachrichten. Man muss wissen wann wichtige Nachrichten am jeweiligen Tradingtag gemeldet werden, aber den Inhalt der News beachte ich nicht. In dem Interview „Trading hat mit Wirtschaft nichts zu tun“ gehe ich auf das Thema detaillierter ein.

In diesem Artikel zeige ich Ihnen eine Möglichkeit der technischen Chartanalyse nach den Theorien von Charles Dow aus dem 19. Jahrhundert auf dem Stundenchart. Bei der Positionierung am Stundenchart werden die Positionen einige Stunden bis einige Tage gehalten. Dieser Ansatz wird heutzutage auch Markttechnik genannt, aber die zwei Analysearten sind nicht komplett ident. Weiters stelle ich Ihnen ein Daytrading-Setup vor die nur 1 bis 2 Mal am Tag auftritt und statistisch einen positiven Erwartungswert hat.

Welche Hilfsmittel brauchen Sie für die Analyse?

  • Kerzenchart
  • Horizontale Linien
                    - Unterstützung und Widerstände
                    - Markierung von Hochs und Tiefs

Die Trendanalyse

In einem Aufwärtstrend:

  • bildet sich eine Sequenz von steigenden Hoch- und steigenden Tiefpunkten.
  • werden Widerstände gebrochen – es kommt zu einem Paritätswechsel indem Widerstände zu Unterstützungen werden
  • wechseln sich Trendbewegung und Seitwärtsbewegungen ab.

Wie können Sie eine mögliche Abschwächung des Aufwärtstrends oder Trendwechsel erkennen:

  • Der Kurs bildet keine neuen Hochpunkte mehr und eine neue Sequenz von fallenden Hoch- und Tiefpunkten entsteht
  • Unterstützungen die im Aufwärtstrend entstanden sind halten nicht und werden gebrochen

Ab dem 26. November bis 3. Dezember generierte der Kursverlauf des Dow Jones CFDs steigende Hochs und steigende Tiefs. Vom 30. November auf den 03. Dezember entstand eine große Kurslücke. Mit Beginn einer neuen Woche wird der Wocheröffnungskurs markiert (obere violette Linie). Dieser dient als Unterstützung und Widerstand.

Am Nachmittag des 3. Dezembers fiel der Kurs per Kerzenschlusskurs unter die Wocheneröffnung. Das deutet auf eine mögliche Schwäche des Kurses hin. Akzeptieren Sie, dass Sie die Kursbewegung nicht vorhersehen können. Akzeptieren Sie, dass Sie lediglich Wahrscheinlichkeiten handeln.

Am 4. Dezember war das erste Kursziel die Schließung der Kurslücke. Nachdem dieser geschlossen wurde ist der Kurs leicht gestiegen, doch dann fiel er wieder Richtung der Kurslücke. Hier konnte bereits eine Sequenz von fallenden Hochs und Tiefs erkannt werden. Dann folgte eine Beschleunigung dieses (mittlweile) Abwärtstrends. Erst am 6. Dezember konnte das letzte Hoch des Abwärtstrends von unten nach oben gebrochen werden. Das wird als eine Trendwende von short auf long im Stundenchart gewertet – solange bis das Tief bei 24.250 nicht unterschritten wird.

 

Im Daytrading können Sie bei Ihren Tradingentscheidungen folgende Linien unterstützen:

  • Tageseröffnungskurs des Futures um 0:00 Uhr
  • Hoch- und Tiefpunkte
  • Unterstützungen und Widerstände
  • Eröffnungskurs des Aktienmarktes um 15:30 Uhr

Wie auf dem Stundenchart können Sie sich anhand der Hoch- und Tiefpunkte am intraday-Trend orientieren. Statistisch gesehen ist ein intraday-Trend dann nachhaltig, wenn der 0:00 Uhr Eröffnungskurs mindestens zwei Mal gehandelt wird. Das erste Mal bei Eröffnung und noch einmal im Laufe des Tages. Das kann auch schon 15 Minuten später passieren.

Am Nachmittag wird der 15:30 Uhr-Eröffnungskurs markiert. Dieser dient als Unterstützung oder Widerstand. Bis 16:00 Uhr kann abgewartet werden, wie sich der Markt positioniert. Der Setup sollte in Richtung des übergeordneten Trends gehandelt werden. Dieser ist in unserem Beispiel fallend.

10 Minuten nach Handelseröffnung befindet sich der Kurs über dem Eröffnungskurs. Eröffnungskurs =  Unterstützung. Dann fällt der Kurs unter die Eröffnung. Eröffnung = Widerstand. Es erfolgte ein Paritätswechsel. Der Kurs läuft von unten zurück an die Eröffnung, testet diesen, kann ihn nicht durchbrechen und zeigt erneut Schwäche. Hier kann eine Short-Position mit einem Stop-Loss über dem letzten Hoch gesetzt werden. Das Kursziel kann die Verdoppelung der Openrange sein, die beim Dow Jones von 15:30 bis 16:15 Uhr ausgebildet wird. Bei starken Bewegungen können Sie von dem 5-Min-Chart zusätzlich auf den 1-Minuten-Chart wechseln um dort die Hochs und Tiefs besser erkennen zu können. Für die Stop-Setzung können Sie den Supertrend-Indikator auf den Minutenchart legen. Dieser kann Sie in einem intakten Trend bei dem Ausstieg unterstützen. (Funktionsweise vom SuperTrend).

Wenn der Kurs wieder über seinen 15:30 Uhr Kurs steigt (das passiert meistens eher nur am Umkehrtagen), dann kann der Kurs weiter an Stärke gewinnen und weiter ansteigen.

Wenn Ihnen dieser Ansatz gefällt, dann testen Sie ihn selbst und vielleicht werden Sie Zusammenhänge erkennen, die Sie in Ihr Trading einbauen können.

Mit freundlichen Grüßen

Gabor Mehringer

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