Gold und Silber sind die populärsten Werte unter den Edelmetallen und werden deshalb von vielen Börsianern gerne aktiv gehandelt oder langfristig einem Finanzportfolio physisch beigemischt. Die Geschichte hat gezeigt, dass in Krisenzeiten die Nachfrage nach diesen Edelmetallen steigt, da das Geld aus den risikoreicheren Aktienmärkten in wenige volatile Assets fließt. Auch die Korrelation zwischen Aktien und Gold kann statistisch nachgewiesen werden – fallen die Aktien, dann sollten Gold und Silber steigen. Es ist jedoch ein bedeutender Unterschied, ob man das Geld sehr langfristig in Gold investiert oder ob man mit dem Edelmetall an den Finanzmärkten handelt. Beim Letzteren kann ein gesunder Mix aus aktivem Risikomanagement und fundamental- und technischer Analyse eine ideale Handelsstrategie darstellen. Mit der allgemeinen Meinung „Gold und Silber steigen meistens“ muss sehr vorsichtig umgegangen werden, denn auch diese Werte können in eine größere Korrekturphase übergehen.

Im folgenden Beispiel kauft der Trader bei fallenden Kursen immer wieder nach, da er die Meinung vertritt, dass Silber „auf jeden Fall steigen sollte“. Selbstverständlich ist niemand in der Lage die Richtung des Marktes immer korrekt zu prognostizieren, aber die Trendanalyse kann eine sehr gute Unterstützung bei der Abschätzung der Wahrscheinlichkeiten sein.

Die Trendanalyse:

Der längerfristige Tageschart bildet fallende Hochpunkte aus. Die Psychologie dahinter? Die Marktteilnehmer verkaufen in der Nähe eines früheren Hochpunktes. Sie sind nicht bereit einen höheren Kurs zu bezahlen als beim vorherigen Anstieg (Trendtheorie nach Dow). In einem Abwärtstrend sollten die Hochs verkauft werden (short) und der Stop-Loss sollte auf das letzte vorherige Hoch gesetzt werden.

In unserem Beispiel geht der Trader mehrfach Long-Positionen bei fallenden Kursen ein und verkauft wieder, wenn alle Positionen in den Gewinn laufen. Er nutzt den Cost-Average-Effekt, verbilligt bei fallenden Kursen. Ein Stop-Loss zu Verlustbegrenzung wird nicht gesetzt. Dieser Ansatz kann über Wochen oder Monate funktionieren, vor allem in Seitwärtsmärkten. Da jedoch der Trend fallend ausgerichtet ist, muss ein Preislevel gefunden werden ab dem die Seitwärtsbewegung vorbei ist bzw. ab dem die Realisierung von Verlusten akzeptiert werden muss.

Im letzten Teil dieser Kursbewegung hat der Kurs die Seitwärtsbewegung verlassen, das Momentum ist gestiegen, der Verkaufsdruck zog an. Auch hier wurden billigere Kurse für Käufe ohne Stop-Loss genutzt. Hier spricht man von Verbilligen oder Pyramidisieren gegen den Trend. Der Kursrückgang war zu stark für das Konto, je höher der Verlust wurde, umso mehr Positionen wurden zugekauft. Es kam keine Erholung, das Konto wurde liquidiert und alle bis dahin angehäuften Gewinne sind dahingeschmolzen.

Der langfristige Trend ist fallend. Sowohl anhand der Trendanalyse nach Markttechnik als auch beim Verwenden einer Trendlinie.

Anbei ein mögliches Szenario wie die Seitwärtsbewegung im Abwärtstrend gehandelt werden könnte. Die Hochpunkte werden verkauft (Short-Einstieg) und in der Nähe der Unterstützung kann das Kursverhalten beobachtet werden. Entweder man stellt an der Unterstützung die Position glatt oder wenn der Kurs schon darüber wieder ansteigt. Man sollte den Bruch der Unterstützung nicht vorwegnehmen. Erst beim Bruch der Unterstützung erhält der Trader eine neue Information vom Markt. Im Nachhinein ist der Bruch der Unterstützung einfach erkennbar, aber in der Praxis handeln wir die Zukunft und nicht die Vergangenheit.

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