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Ölpreisschocks: Gefahren sind gesunken

Ölpreisschocks: Gefahren sind gesunken

Raketenbeschuss der Ölinfrastruktur im Herzen der weltweiten Ölindustrie? Das hätte vor zehn Jahren locker zu einer Verdopplung der weltweiten Ölpreise führen können. Als sich die Ölproduktion Saudi Arabiens nach einem Anschlag im September halbierte stieg der Ölpreis nur um vergleichbar magere 20%. Und auch dieser Anstieg ist mittlerweile wieder zurückgenommen worden. Die Preise stehen heute tiefer als nach vor dem Anschlag.

Etwas muss sich also verändert haben. Und tatsächlich ist die Weltwirtschaft heute weitaus resistenter gegenüber einer neuen Ölkrise als noch vor zehn Jahren.

Nachhaltiges Wirtschaften: Weniger Ölbedarf

Aus nachhaltigem Wirtschaften resultiert ein geringerer Bedarf nach fossilen Brennstoffen wie dem Öl, da einerseits die Energie aus Wind, Sonne und Wasser stärker genutzt wird. Andererseits nutzen wie effizientere elektrische Geräte, was dazu führt, dass der relative Energiebedarf stetig sinkt – man denke nur an den Austausch von Glühbirnen gegen LEDs. Das Klimapaket der Bundesregierung kann damit auch als Versuch gewertet werden, sich vom endlichen Energieträger Öl und Gas zumindest etwas abzunabeln. Das ist ein weltweiter Trend. Der Anteil des Öls am weltweiten Bruttoinlandsprodukt ist heute weitaus geringer, als noch vor zwanzig Jahren. Dadurch wächst die Resistenz gegen Ölkrisen.

Die aktuelle charttechnische Analyse im Big Picture sehen Sie im Video:

Nachhaltig höhere US-Ölproduktion: Mehr Angebot

Der amerikanische Geologe Hubbert verglich die amerikanische Ölproduktion einst mit einer Glockenkurve, deren Zenit bereits überschritten sein würde. Diese Theorie wurde zum zentralen Glaubenssatz für die weltweite Ölindustrie, die sich Anfang der 2000er Jahre Sorgen machte über „Peak Oil“ – der Einbruch der weltweiten Ölfördermenge wurde immer wieder vorhergesagt, kam aber nie.

Entspannung dank Fracking

Technologische Fortschritte und vor allem der Durchbruch bei der Gewinnung von Öl und Gas aus Schiefer und horizontale Bohrmethoden veränderten die Perspektiven. Heute fördern die USA täglich 12,6 Millionen Barrels Öl – im Jahr 2005 waren es lediglich 3,9 Millionen Barrels. Da lässt sich ein Rückgang der saudischen Ölproduktion für wenige Wochen um gut 5 Millionen Barrels pro Tag besser verkraften. Im Jahr 2019 konsumiert die Welt knapp über 99 Millionen Barrels Erdöl täglich. Diese Menge wurde vor dem Fracking-Durchbruch als jene bezeichnet, die niemals erreicht werden könne. Nun kann sie erreicht werden – und die Produktionsmengen wachsen weiter.

Fazit

Die Resistenz gegen Ölpreisschocks in der Weltwirtschaft ist gesunken. Die Energiewende im Zuge des Klimawandels könnte dafür sorgen, dass die Abhängigkeit vom Öl weiter sinkt. Der Ölpreis wird weiterhin auf Schocks reagieren, wie jene der Anschläge in Saudi Arabien, aber weitaus geringer als in der Vergangenheit.


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