Ölpreis: $100 Dollar Angst wächst - ist das gerechtfertigt?

Wir wachen heute auf und bekommen einen deutlichen Kurssprung am weltweiten Ölmarkt präsentiert. Diese Entwicklung macht auf den ersten Blick mit einem Plus von über 9 % beim Rohöl WTI einen bedrohlichen Eindruck und wird sicherlich dazu beitragen die Benzinpreise und Dieselpreise an der Tankstelle für jedermann nach oben zu treiben - also ist jeder Autobesitzer mittelbar auch ein zumindest wirtschaftliches Opfer dieses Anschlages. 

Nachricht aus Saudi Arabien wirkt wie ein Zeitraffer

An der Börse deutete sich diese stärkere Ölpreisentwicklung die wir jetzt sehen bereits an - nur dass die Nachricht aus Saudi-Arabien den Markt in eine Art Zeitraffermodus versetzt - eine Bodenbildung im Ölpreis im August getrieben von der Hoffnung auf eine bessere konjunkturelle Entwicklung wird jetzt durch das wachsende geopolitische Risiko vorangetrieben. In der Sprache der Charttechnik bedeutet das dass ein 123 Boden reaktiviert wurde, das 61,8 % Fibonacci Preisziel wurde bei 61,71 Dollar erreicht und ein bei 62,2 $ liegendes Widerstandsmusster wurde nicht überschritten.

Märkte sehen (noch?) keine Eskalation

Das bedeutet in einfacher Sprache gesprochen dass die Börsen sehr wohl die Gefahr erkennen, für den Moment aber keine dramatische Eskalation infolge des Anschlags erwarten. Wäre dies der Fall gewesen hätte der Rohölpreis das Niveau von 62,20 $ halten müssen - eine Situation die man fortan beobachten muss, denn was nicht ist kann noch werden. Wü rde 62,20 $ zu einer neuen Unterstützung könnten wir einen Druckaufbau sehen in Richtung des Hochs vom 23. April - dieses liegt bei 66,49 $.

Warnung über 100 Dollar im Öl: Gerechtfertigt?

Jetzt von einer zurückkehrenden Angst über einen Ölpreisanstieg auf 100 $ und mehr zu sprechen ist angesichts charttechnischen Reaktion des Ölpreises derzeit nicht ableitbar. Das ist Panikmache. Was die Märkte nun verunsichert ist die Situation dass der Täter, die Verursacher des Anschlags nicht bekannt sind. Schiitische Huthie Rebellen im benachbarten Jemen nekannten sich zwar dazu, die USA sehen aber eher den Iran als den Drahtzieher hinter dem Anschlag. 

So reagiert der DAX


Für die Aktienmärkte und speziell für den deutschen Aktienindex ist es nun wichtig dass dieser 12.294 Punkte als Unterstützung weiterhin bestätigt und dieses Niveau nicht unterschreitet. Ein unterschreiten dieses Niveau könnte uns bringen Richtung 12.068 Punkte, ein Top vom Juli also erneut aktivieren. Womit wir es jetzt also zu tun haben ist nach einer satten Rallye eine erste Belastungsprobe. Die Rally im DAX wurde ausgelöst durch wachsende Konjunkturhoffnungen, was wiederum konterkariert werden könnte durch einen hören Ölpreis, der zwar nicht mehr so relevant ist wie in der Vergangenheit aber dennoch die frei verfügbaren Einkommen all jener, die jetzt tanken müssen, verringert und damit den Konsum und das Wachstum belastet.

Die Situation selbst einschätzen: So wirds gemacht!

Das bedeutet ab sofort: ein temporärer Sprung im Ölpreis, der nun korrigiert wird und nur leicht erhöhte Preise in den kommenden Wochen könnten vermutlich von den Börsen einfach so durchgewunken werden. Das Worst Case Szenario wäre einfach nun ein weiterer sprunghaft steigender Ölpreis. Das könnte neuerdings die Angst vor dem Rezessionsgespenst zurückbringen. Das könnte zu einer deutlichen Korrektur im DAX führen. Achten Sie jetzt also auf 62,20 Dollar im WTI und 12294 Punkte im DAX. Hier wird man ablesen können, ob die Märkte eine Eskalation erwarten oder nicht!

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