Nicht Draghis Schuld: Warum die EZB immer weiter gehen muss

Der Deutsche Aktien Index begrüßt unterdessen die neuen Geldgeschenke der europäischen Zentralbank, bestätigt 12.294 Punkte als neue Unterstützung und das ermöglicht einen bullischen Druckaufbau in Richtung der roten Linie, da liegt der Punkt 2 eines Trendwendemusters, und dieser Punkt liegt bei 12465 Punkten und das ist der Hauptwiderstand heute. Was gibt es jetzt zur EZB-Sitzung zu sagen?

Fed-Zinssenkung wird wahrscheinlicher

Wie der amerikanische Handelsberater Navarro bereits gestern richtig erkannte erhöht die Geld politische Entscheidung der EZB die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung durch die amerikanische Notenbank in sechs Tagen.

Immer mehr billiges Geld?

Dadurch entsteht die für viele Menschen schwer verständliche Situation, dass die amerikanische Notenbank den Leitzins senken könnte, obwohl der amerikanische Aktienmarkt in Tuchfühlung zu seinen Allzeithochs notiert.

Rezession? Schon abgehakt?

Dadurch entsteht die Gefahr, dass die von den Anleihemärkten ausgehende Warnung über eine Rezession der US Wirtschaft im Jahr 2020 am Ende richtig sein wird, ohne dass die Geldpolitik daran etwas ändern kann. Daraus kann die Situation erwachsen, dass der Aktienmarkt nun zehn oder 20 % in den kommenden sechs Monaten steigt, was technisch ableitbar wäre, wir dann aber erkennen müssen, dass das Wachstum nicht zurückgekommen ist, die Zentralbanken ihre Munition verschossen haben werden, und die dann kommende Rezession quasi schutzlos über die Märkte hereinbricht.

EZB: Wie lange kann sie das machen?

Schon jetzt warnen Marktbeobachter davor, dass die EZB den Ankauf von Staatsanleihen über ein Volumen von 20 Milliarden € pro Monat ab dem 1. November keine zwölf Monate durchhalten wird, bevor es zu nachteiligen Verzerrung des europäischen Anleihemarktes kommt. Dieser Problematik musste sich auch die amerikanischen Notenbank In den Jahren nach der Finanzkrise stellen, als ihre Anleihekäufe drohten so mächtig zu werden, dass die Notenbank selbst die Preise für die Anleihen gemacht hätte, was die Preisfindungsfunktion der effizienten Märkte außer Kraft zu setzen drohte.

Geld für Hypotheken bekommen? Geht das gut?

Wir begeben uns in nicht kartographierte Gewässer die Geldpolitik betreffend, in der es auch vorstellbar ist, dass man ein Haus baut oder eine Wohnung kauft, eine Hypothek dafür aufnimmt, und dafür auch noch Geld bekommt.

Inflationsziele: Warum das ganze?

Wenn nicht versteht warum das alles gemacht wird muss ich überlegen warum die Zentralbanken überhaupt Inflationsziel verfolgen. Wenn ich einen 100 € Schein im Geldbeutel drei Wochen mit mir herum trage, ihn nicht ausgebe, Dann wird daraus auch kein Wachstum für die Konjunktur generiert. Es kommt keine Inflation auf. Die seit gut zwei Jahren fallen der Kurve der Inflationserwartungen interpretiert die EZB als ein warnendes Signal dafür, dass die Menschen immer mehr ihr Geld im Portmonee lassen, anstatt es auszugeben.

Demographie: Ein riesiges Problem?

Und das hängt wiederum mit der Demographie zusammen. Die Generation, die in den vergangenen Jahrzehnten für eine immer weiter steigende Nachfrage nach Häusern, Automobilen, und allerlei anderer Güter sorgte, Wird immer älter, wodurch die Nachfrage automatisch nachlässt, und das ist nicht nur in Deutschland so, sondern weltweit. Wir begeben uns also in eine Marktphase, In der die Zentralbanken Inflation synthetisch erzeugen müssen, eine Inflation, die zuvor durch die Nachfrage erzeugt wurde wird also künstlich hergestellt, daran wird sich auch nichts ändern weil die Demographie sich ebenfalls nicht ändern wird. Erfahren Sie mehr zu diesem Thema im Aktionär-Interview, das wir oben verlinkt haben!