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Marktanalyse: Fed hämmert auf die Marktpsyche ein (CMC Espresso 14.5.20)

CMC Markets

  • Jerome Powell: Ausblick "in höchstem Maße unsicher"
  • Trump verlängert Sanktionen gegen China-Tech-Konzerne
  • DAX setzt Korrektur fort
  • Chinas Volkskongress im Visier

Der gestrige Tag war nichts anderes als eine Fortführung der schwachen Tendenz des Vortages. Die schlechte Stimmung wurde befeuert durch Jerome Powell, den amerikanischen Notenbankchef, der von einem im höchsten Maße unsicheren Ausblick sprach und weitere Stimuli durch die amerikanische Regierung forderte, um die Wirtschaft zu unterstützen. Dabei hatten sich die Märkte gerade damit abgefunden, dass vielleicht schon genug getan wurde, um das Ziel eines Aufschwungs zu erreichen. Und man hatte dem Grabenkampf zwischen Demokraten und Republikanern im Kongress um ein weiteres Wirtschaftsprogramm deshalb auch nicht so große Bedeutung beigemessen.

Trump: Negativzinsen in den USA?

Das hat sich gestern mit den Worten des Chefs der mächtigen amerikanischen Notenbank schlagartig geändert. US-Präsident Trump hat diese Erhöhung des Drucks durch Powell offenbar verstanden und noch gestern Nacht den Ball zurück an Jerome Powell gespielt, indem er meinte, dass er negative Leitzinsen möge und sagte, dass diese auch in den USA eingeführt werden sollten, etwas, was die Fed bislang als Instrumentarium zur Ankurbelung des Wachstums ablehnte. Damit ist die nächste Diskussion über politische Einflussnahme in die Geldpolitik bereits vorprogrammiert, sollte die Fed es für notwendig halten, wie die Europäische Zentralbank den Leitzins in den negativen Bereich zu bewegen.

Fokus: Verlagerung auf China?

Langsam aber sicher k&ouml nnte sich jetzt der Fokus stärker verlagern auf China. Einerseits blickt man besorgt auf ansteigende Infektionszahlen. Andererseits steht in Chinas Global Times geschrieben, dass Chinas Regierung handelspolitische Sanktionen gegen amerikanische Bundeststaaten einziehen werde, die den Rechtsweg wählen, um Schadensersatz von Chinas Regierung für deren Umgang mit den Coronavirus zu fordern. Der erste Bundesstaat auf dieser Liste scheint Missouri zu sein. Dessen Gouverneur hat eine Kampagne mit dem Titel "Beschuldigt China" gestartet und 4 Politiker der republikanischen Partei sowie zwei Einrichtungen seien von Chinas Regierung deshalb bereits auf einer Sanktonsliste gelandet.

US-Präsident Trump hat seine präsidiale Verfügung zur Blockierung der chinesischen Netzwerkausrüster ZTE und Huawei unterdessen um ein Jahr verlängert. Am 22. Mai tagt der Volkskongress in China und das könnte neuen Schwung an den Börsen bringen - im negativen wie im positiven Sinne. Dort könnten Reaktionen auf die politischen Maßnahmen der US-Regierung folgen, und es könnte zu Steuersenkungen und neuen Wirtschaftsprogrammen kommen, die dort beschlossen werden.


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