Analysis

KRYPTO-RALLY ++ Ethereum: 62% Plus in acht Handelstagen + BITCOIN im Plus

CMC Markets

Zentralbanken: Geld per digitalem Ventilator verteilen?

Der Nasdaq steigt auf ein neues Rekordhoch, die Kryptos steigen kräftig an, jetzt hat die Kaufwelle auch Ethereum und andere Kryptos neben dem Bitcoin erfasst, es findet also eine Sektorrotation innerhalb der digitalen Währungen statt. Ethereum steigt in den vergangenen acht Handelstagen um über 60%.

Aufwind erhalten die Kryptowährungen von einem Interview zweier ehemaliger Vertreter der amerikanischen Notenbank auf Bloomberg, in der sie sich geradezu euphorisch von der Möglichkeit zeigen, mit digitalen Währungen künftig amerikanischen Bürgern direkte Gutschriften zuteil werden zu lassen, sollte künftig eine wirtschaftliche Krise gewisse Niveaus bei der Arbeitslosenquote erreichen.

Simon Potter, der bei der Federal Reserve Bank of New York die so genannte "Marktgruppe" leitete, die in Trader-Kreisen gerne als das "Plunge Protection Team" bezeichnet wird, das den Markt gegen Einbrüche schützen möchte, und Julia Coronado, Volkswirtin beim Board of Governors der amerikanischen Notenbank, sprachen sich in einem Interview auf Bloomberg für eine direktere Übermittlung von Stützen an amerikanische Bürger aus. 

Ethereum: Gefragte Krypto-Währung steigt 62% in acht Handelstagen an

Es könnte eine "App" geben, auf die digitale Gutschriften übertragen werden, die dem Bürger dann für sofortige Ausgaben zur Verfügung stehen würden. Diese Gutschriften würden mit Spezial-Anleihen gedeckt, die von der Regierung ausgegeben und ohne zwischengeschaltete Auktion im Privatmarkt direkt von der amerikanischen Notenbank gekauft würden - so der Vorschlag von Potter und Coronado.

EZB ist interessiert

Auch die EZB hatte sich zuletzt interessiert an digitalen Währungen gezeigt. Das ist wenig verwunderlich: Das Hauptproblem der seit März ergriffenen geldpolitischen Stützen ist, dass sie vor allem am Anleihemarkt für sinkende Zinsen sorgen, aber im Bereich des Produktivkapitals kaum angelangt sind. Auch staatliche Stützen landen zeitlich zu stark verzögert bei den Menschen - zumindest könnte man diesen Prozess durch digitale "Zuwendungen" beschleunigen, heißt es in dem Bloomberg-Interview.

Wie die Bank of Amerika herausgefunden hat stützt die Geldschwemme der Notenbanken vor allem den kurzfristigen Geldmarkt, das sind Anleihen mit einer sehr kurzen Laufzeit. Seit Jahresbeginn flossen nach Berechnungen der Bank über 1,1 Billionen USD in den Geldmarkt, während länger laufende Anleihen und Rohstoffe leicht unter 200 Milliarden USD hinzugewinnen konnten. Aus Aktien und Aktien-ETFs flossen seit Jahresbeginn allerdings 39 Milliarden USD ab. Das Geld der amerikanischen Notenbank dient also vor allem der Rettung der Anleihegläubiger, die die Staaten finanzieren, führt aber nicht dazu, das Produktivkapital zu fördern.


Geld der Zentralbanken landet vor allem bei Anleihen, nicht in der Wirtschaft

Auch die inflationsbereinigten Zinsen in den USA sinken immer weiter. Zieht man die Inflation von der Entwicklung amerikanischer Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren ab, so kommt man laut Berechnungen des amerikanischen Finanzministeriums am 31. Juli nur noch auf einen Zins von -1%. Das ist ein Allzeittief und einer der Hauptgr&uuml nde, warum Investoren auf der Suche nach Rendite in immer größere Risiken gedrängt werden. 

Die Europäische Zentralbank hat ein Mandat der Preisstabilität, das sie mit der Zielsetzung einer Inflationsrate von "nahe oder bei 2%" interpretiert. Dieses Ziel konnte seit Jahren nicht mehr erreicht werden. Die EZB kündigte unter der Führung von Christine Lagarde bereits eine Prüfung dieser Zielsetzung an. Eine Änderung der geldpolitischen Ausrichtung könnte bis Jahresende eintreten.

Krypto-Trader: Spekulation oder richtiger Riecher?

Ob die Trader von Bitcoin, Ethereum und anderen Krypto-Währungen den richtigen Riecher haben oder lediglich auf eine Fortsetzung des jüngsten Momentums setzen und nach einem Versiegen desselbigen schnell wieder abspringen wird sich zeigen. Betrachten wir den charttechnischen Verlauf des Ehtereum-CFD etwas näher.

Ethereum CFD: Technische Einordnung der 60%-Rally

Ethereum hat 2018 mit dem Bruch der Unterstützung bei 759,77 Dollar ein 123-Top ausgebildet. Dieses Top ist aktiv. Erst ein Anstieg über dieses Niveau würde das große Bild charttechnisch aufhellen. Ein Anstieg allerdings über die 61,8% Fibonacci Preiserweiterung aus diesem Top bei 374,33 Dollar auf Wochenschlusskursbasis und das Verteidigen dieses Preisniveaus als Unterstützung könnte den Willen des Marktes signalisieren, den neuralgischen Punkt bei 759,77 Dollar zu testen.

Quelle: CMC Markets, Ethereum CFD

Der Tageskerzenchart des Ethereum CFD zeigt allerdings, dass kurzfristig der Markt in eine mögliche Überhitzung hineinlaufen könnte. Seit der Bodenbildung Anfang des Jahres 2019 hat der Ethereum CFD fast eine Bewegung bis 484,75 Dollar durchlaufen. Bei der dort liegenden 423,6% Fibonacci Preiserweiterung kann man charttechnisch von einer "vollen" Impulsverlängerung sprechen. Dort kann man ein 123-Top erwarten. Dieses muss nicht kommen, es kann aber - und wäre einer Vermeidung einer technischen Übertreibung zuträglich, die sich jedoch auch bis 605,73 Dollar und im Zuge eines Trendaufbaus und ohne Auftreten eines 123-Tops auch darüber fortsetzen kann. Die eingezeichneten Fibonacci-Marken gelten als mögliche Unterstützungen und Widerstände. Ein Bruch der 261,8% Fibonacci Preiserweiterung bei 360,39 Dollar könnte den Ethereum CFD zurück auf 283,53 Dollar führen.

Quelle: CMC Markets, Ethereum CFD

 


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