Marktupdate - DAX bricht ein / Krim-Krise verängstigt Märkte

Marktupdate - 03.03.2014 - Stand: 11:03 Uhr Andreas Paciorek / Marktanalyst CMC Markets UK Plc Nachdem der Dow Jones am Freitag noch mit einem Rekordhoch den Handel beendete, gehen die Märkte zu Beginn dieser Handelswoche in die Defensive. Der DAX bricht* bis zum Mittag unter 9.500 Punkte. Auch die zweite Reihe aus MDAX und TecDAX kann sich der negativen Stimmung nicht entziehen und gibt jeweils mehr als 2 Prozent* ab. Die Entwicklungen über das Wochenende in der Ukraine schüren Ängste vor einer Eskalation in der Region. Zusätzlich drückt ein schwacher Einkaufsmanagerindex aus China auf die Kurse. In der Ukraine haben sich die Ereignisse über das Wochenende überschlagen und belasten zu Beginn dieser Woche die Börsen. So hat Russland mit seinen Soldaten faktisch die Krim besetzt und dadurch den Sicherheitsrat der Ukraine dazu gedrängt, dessen Armee in Alarmbereitschaft zu versetzen und alle Reservisten einzuberufen. Auch Polen verstärkt seine militärische Präsenz an der ukrainischen Grenze. Am Wochenende sicherte der gerade erst eingesetzte Chef der ukrainischen Marine der prorussischen Regionalregierung auf der Krim seine Gefolgschaft zu, während russische Soldaten mehrere Militärbasen auf der Halbinsel umstellten. US-Präsident Obama teilte dem russischen Präsidenten Putin am Samstag mit, dass sich die USA aus allen G8-Treffen zurückziehen werde. US-Außenminister John Kerry droht Russland derweil mit der Verhängung von Reisebeschränkungen gegen Vertreter Russlands, dem Einfrieren von Vermögenswerten sowie nicht näher genannten wirtschaftlichen Einbußen für das Riesenreich. Der deutsche Leitindex reagierte heute Morgen entsprechend heftig und fiel bis zum Mittag* unter die charttechnische Unterstützung von 9.505 Punkten. Charttechnisch gesehen zeigt sich damit der DAX angeschlagen, wodurch weitere Kursverluste möglich sind. Der am Vormittag durch das Markit-Institut veröffentlichte, endgültige Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes für den Euroraum im Februar, zeigt einen leichten Rückgang gegenüber Januar, fiel allerdings dennoch stärker aus als erwartet***. Mit 53,2 Zählern liegt der Wert zudem weiterhin deutlich über der 50-Punkte-Schwelle welche Expansion signalisiert. Während das Barometer für Deutschland und Italien gegenüber dem Vormonat leicht fällt, steigt der Index für Frankreich von 49,3 Punkten im Januar auf 49,7 im Februar. Mit den zuletzt relativ robusten Konjunkturdaten und einer Inflationsrate von 0,8 Prozent im Februar im Euroraum, könnte der Druck auf die EZB, die Leitzinsen auf ihrer monatlichen Zinssitzung an diesem Donnerstag weiter zu senken, etwas nachlassen. Am Nachmittag folgt der Institute of Supply Management (ISM) –Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes für die USA. Hier erwarten Analysten einen Anstieg des Barometers auf 52,5 Punkte*** im Februar nach 51,3 im Januar. Insbesondere aufgrund der anhaltenden Diskussion, inwiefern das Ausnahmewetter in den USA für die zuletzt schwachen Konjunkturdaten verantwortlich ist, werden Investoren diese Zahlen genau beobachten. Vorbörslich handelt der Dow Jones und S&P 500 gegenwärtig jeweils unter den Freitagsschlusskursen. * Gegenüber dem Vortagesschlusskurs ** Gegenüber der Vorperiode *** Bei Prognosen handelt es sich um Zahlen, die vom Nachrichtenprovider Dow Jones International Ltd. zur Verfügung gestellt werden