Der BitCoin hat sich in den vergangenen Wochen von 4000 auf 8000 Dollar verdoppelt – eine Entwicklung, die eng mit dem Handelsstreit zwischen den USA und China und der neuesten Eskalation zwischen den beiden Nationen zusammenhängen dürfte.

Warum der BitCoin aber Gold nicht steigt

Wer Gold verkauft muss seine Kunden kennen und darf nicht mit jedem Geschäfte machen – gegen bestimmte Länder gibt es zum Beispiel Sanktionen oder Sperren - und ein Goldhändler muss sich auch an Anti-Geldwäschegesetze halten und die entsprechenden Prüfungen machen, das ist bei den Kryptos und bei Bitcoin nicht der Fall. Kryptowährungen wie der BitCoin sind die letzten unregulierten und weltweit zirkulierten Vermögenswerte und davon machen jetzt viele Menschen Gebrauch, also viele die zuvor Gold gekauft haben suchen jetzt Anonymität im BitCoin.

Und natürlich gibt es jetzt auch akute Gründe, warum die Leute um ihr Geld Angst haben und Sicherheit suchen - etwa wegen militärischen oder wirtschaftlichen Drohungen der Amerikaner, die es ja gegen Iran, China und andere Länder gibt. Wenn jetzt plötzlich Millionen Menschen in diesen Ländern auf die Idee kommen sich im BitCoin absichern zu wollen dann kann es so schnell nach oben gehen wie in den letzten Tagen. Der BitCoin ist trotz seiner in den letzten Jahren gewonnenen stattlichen Marktkapitalisierung im weltweiten Vergleich immer noch ein relativ kleiner Markt.

Was der Handelsstreit mit BitCoin zu tun hat

Tatsächlich kann man eine enge Korrelation zwischen etwa dem Absturz der chinesischen Währung in den vergangenen Tagen und dem BitCoin herstellen. Das gibt Hinweise darauf, wo das Kapital herstammt, das jetzt neu in den BitCoin strömt. Es sind Chinesen, die den BitCoin mehrheitlich handeln, und viele Investoren, die auf der Momentum-Welle mitschwimmen, etwa mit CFDs bei CMC Markets auf den BitCoin. Hier ein Chart aus unserer Handelsplattform, der den BitCoin dem Dollar-Yuan-Währungsverhältnis gegenüberstellt:

Seit der US-Dollar begann, gegenüber der chinesischen Währung Yuan aufzuwerten, steigt der BitCoin kräftig an. Gleichzeitig hat der verbale Schlagabtausch und die Schock- und Drohgebährdenpolitik der Amerikaner im Handelsstreit mit China neue Höchststände erreicht:

Es werde also im Handelsstreit, sollte China Vergeltungszölle erheben, niemanden mehr geben, mit dem man in China Geschäfte machen könne, was sehr schlecht für China, aber sehr gut für die USA sei, schreibt der Präsident auf Twitter. Aber es ist nicht schwer zu erkennen: Die Wall Street diktiert, wo es mit der Politik der USA hingeht - der Absturz kam, als Trump China drohte und China Vergeltungsmaßnahmen ankündigte und als die Kurse noch weiter sanken lenkte Washington ein und scheint jetzt auf China zugehen zu wollen:

China scheint sich dem Druck der Amerikaner nicht beugen zu wollen. Vor zwei Wochen - und das wird als Auslöser des neuen Streits in den Handelsgesprächen gesehen - habe China laut der japanischen Zeitung „Nikkei“ den bereits ausgehandelten Vertrag von 150 auf 105 Seiten eingekürzt, da es Bedenken der chinesischen Führung gegeben habe.

Der amerikanische Präsident mag ja wie er schreibt einen „bezauberten Brief“ des chinesischen Präsidenten erhalten haben, es mag ja sein, dass es ein „äußerst fruchtbares“ Aufeinandertreffen zwischen ihm und dem chinesischen Präsidenten auf dem G20-Gipfel in Japan Ende Juni geben wird und es mag auch sein, dass Trump größten Respekt vor dem chinesischen Präsidenten hat aber neben all diesen Lippenbekenntnissen fehlt am Ende immer noch der neue Handelsvertrag.

Warum der Bullenmarkt bei Aktien jetzt in Frage gestellt wird

Die Märkte stellen sich wohl auf einen langen Prozess mit vielen Rückschlägen ein und die jüngste Eskalation des Streits hat viele Menschen dazu bewogen, Absicherungen einzuziehen, zumal der S&P 500 Index für amerikanische Standardaktien noch immer keinen nachhaltigen Ausbruch über seine 15-monatige Seitwärtsspanne schaffen konnte. Demnach kann aus dem Anstieg seit Jahresbeginn auch immer noch ein Fehlversuch werden, die Rally und damit den zehnjährigen Bullenmarkt fortzusetzen.

Es ist unschwer zu erkennen dass die amerikanische Politik durch den Aktienmarkt gesteuert ist und da ist es wenig verwunderlich dass der amerikanische Präsident sich nun eine Zinssenkung der Federal Reserve zu wünschen scheint, um die Kurse an der Wall Street weiter nach oben zu bewegen. Der Dow Jones Index für amerikanische Industrieaktien sei 10.000 Punkte höher erst fair bewertet, meinte Trump am 14 April auf Twitter, also müsste der CFD auf den US 30 Cash nicht bei rund 26.400 Punkten (Stand am 13. April) sondern bei 36.400 Punkten notieren:

Trump hat also den Ausbruch nach oben am amerikanischen Aktienmarkt im Blick und man kann sich kaum vorstellen, dass er sich im anlaufenden Wahlkampf auf die eigene Fahne schreiben lassen will, das Ende des Bullenmarktes an der Wall Street durch eine echte Konfrontation mit China mit ausgelöst zu haben.

Warum die Rally beim BitCoin jetzt auf Widerstände treffen könnte

Das bringt uns zurück zum BitCoin. Technisch betrachtet hat der BitCoin wie die Aktienmärkte auch Anfang des Jahres einen Boden ausgebildet und befindet sich kurz vor der 423,6% Fibonacci-Preiserweiterung des intialen Impulses, der sich vom 14. Dezember bis zum 20. Dezember 2018 von 3182 bis 4204 Dollar erstreckte. Verlängert man diesen Preisanstieg um die Fibonacci-Zahl 423,6% nach oben so erhält man ein prominentes mögliches Kursziel von 8535 Dollar, das oft dann erreicht wird, wenn es sich um sehr dynamische Preisrallys in einem Markt handelt.

Fazit

Ob der BitCoin auch danach noch weiter ansteigt oder ob es dann doch noch zu einer Einigung im Handelsstreit zwischen China und den USA kommt wird die Zukunft zeigen. Wer BitCoin handelt sollte sich jedenfalls der engen Beziehung der aktuellen Rally mit den Ereignissen im Handelsstreit bewusst sein, die ich in diesem Artikel dargelegt habe.