Griechenland wieder einmal

Eine Einigung über den Rettungsplan für Griechenland brachte den Märkten eine willkommene Entspannung, nachdem bereits allgemein bei allen Beteiligten eine gewisse „Übermüdung“ aufgrund des Themas zu verzeichnen war. Dennoch wäre es naiv an eine endgültige Beseitigung des Problems zu glauben. Die griechischen Wahlen im April könnten sich noch zu einem großen Stolperstein entwickeln.

Abzuwarten ist auch die endgültige Strategie des IWF und die Bemühungen der EU, ein allzu starkes Übergreifen der Krise auf Italien und Spanien zu verhindern. Inwieweit der europäische Finanzsektor mit dem anvisierten Schuldenschnitt und dem selbst zu entrichtenden Beitrag hierzu vorgehen wird, ist ebenfalls von großer Bedeutung. Das Ausscheren der EZB und der Notenbanken und die damit einhergehende Selbsteinstufung als bevorzugte Gläubiger dürften noch rechtliche Schritte nach sich ziehen. Möglich ist auch ein Anstieg bei Kreditausfallversicherungen und eine weitere Herabstufung Griechenlands durch die Ratingagenturen.

Bei all der Sorge um Griechenland schien der Rest der EU geradezu in Vergessenheit zu geraten. Doch ist hier ein Wachstum dringender denn je, will man derartige Rettungen von Staaten auch wirklich stemmen können. Zuletzt ließen sich erste Anzeichen von Stagnation beobachten.

Die neuesten Veröffentlichungen des Einkaufsmanager-Index aus Frankreich, Deutschland und der restlichen Eurozone geben ein eher durchwachsenes Bild ab. In der französischen Industrie stehen die Zeichen nach wie vor längerfristig auf konjunkturellen Rückgang, wenn auch für den Moment eine Verbesserung des Index auf 49 (im Dienstleistungssektor auf 52) zu verzeichnen ist. Eine Ausnahme bildet Deutschland, welches sich zunehmend vom Rest der Eurozone abzukoppeln scheint. Hier stieg der Index auf 51,5 Punkte im produzierenden Gewerbe und auf 53,8 Zähler im Dienstleistungssektor. Für die gesamte Eurozone wird eine Konsolidierung bei 49,4 erwartet, wobei der tertiäre Sektor wiederum etwas besser mit 50,6 Punkten abschneidet.

In Großbritannien weisen die Statistiken für Januar ein erhöhtes Steueraufkommen auf. Wer jedoch nun für die folgenden Monate eine großzügigere öffentliche Ausgabenpolitik erwartet, dürfte enttäuscht werden, bedenkt man an die neuerlichen Warnungen durch die Ratingagenturen, die die britische Bonität streng im Auge behalten zu wollen. Heute gibt es zudem Einblick in die Tagungsberichte der britischen Notenbank. Analysten erhoffen sich hiervon mehr Details darüber, warum die Bank of England zuletzt trotz relativ guter Wirtschaftszahlen eine geldpolitische Spritze von 50 Mrd. Pfund ankündigte.