Griechenland vorerst

Nach langwierigen Verhandlungen erhält Griechenland sein zweites Rettungspaket und ist nun imstande, die für März anstehende Fälligkeitszahlung von 14,5 Mrd. Euro an Anleihentilgung zu leisten und somit eine fatale Staatspleite abzuwenden. Allerdings verlangt diese Rettung einen hohen Preis. Der Bericht von IWF und Troika legen gravierende ökonomische Schwächen zutage und nun kommt es darauf an, ob das Rettungsprogramm in Anbetracht der desolaten Wirtschaftslage des Landes tatsächlich Vertrauen auf den Märkten schafft oder umsetzbar sein wird. Zwar wird eingestanden, man mit den neuerlichen Maßnahmen Zeit gewonnen hat, aber herrscht dennoch Skepsis darüber vor, ob die neuen Beschlüsse ausreichen.

Die Hauptsorge gilt der Frage, inwieweit Griechenlands Verschuldung bis zum Jahr 2020 überhaupt auf 120% der jährlichen Wirtschaftsleistung gesenkt werden kann.
Um dieses Ziel zu erreichen wird einmal mehr der Privatsektor in die Pflicht genommen werden müssen. Dieser ist gehalten, seine Abschreibungen auf griechische Anleihen von den ursprünglichen 50% auf 53,3% zu erhöhen. Im Bericht der Troika wird schließlich von einer realistischen Verschuldungsrate von 129% des BIP bis 2020 ausgegangen.

Auch gibt es Stimmen, die besagen, dass die gegenwärtigen Sparbeschlüsse schädlich sein könnten oder von griechischer Seite nicht schnell genug umzusetzen sein werden; mit einer fatalen gleichbleibenden Verschuldung innerhalb des anvisierten Zeitfensters.

Es scheint geradezu sicher, dass eine fortwährende offizielle Intervention nötig ist und optimistischen Schätzungen zufolge weitere Finanzspritzen von 50 Mrd. Euro zwischen 2015 und 2020 zu erbringen sein werden; zusätzlich zu den aktuellen 130 Mrd. Euro des neuesten Rettungspakets. Auch ist eine permanente Vertretung der Troika zur Überwachung der Umsetzung der aktuellen Sparauflagen sowie ein Treuhandkonto zur Nachverfolgung des Geldflusses geradezu beschlossene Sache.