Marktupdate - DAX erobert  9.500-Punkte-Marke zurück / Griechenland-Anleihe findet reißenden Absatz
Von Andreas Paciorek, Marktanalyst CMC Markets, Stand: 13:06 Uhr Nachdem am Morgen der deutsche Leitindex nach positiven Vorgaben von den US-Börsen und aus Asien noch zulegen konnte, dreht der DAX im Handelsverlauf zunächst ins Minus* und fiel wieder unter 9.500-Punkte-Marke. Eine sehr große Verkaufsorder im EuroStoxx50-Future drückte am Vormittag auf die Kurse. Zuletzt konnte der DAX allerdings die 9.500-Punkte-Marke wieder zurückerobern. Der MDAX und TecDAX können ebenfalls ein kleines Plus* verteidigen. Zudem bergen die Entwicklungen in der Ukraine weiterhin erhebliches Eskalationspotenzial, was die Anleger vorsichtig werden lässt. Gestern hatte die Veröffentlichung der Sitzungsprotokolle der letzten Offenmarktausschuss-Sitzung vom 18. und 19. März noch für gute Stimmung an den Märkten gesorgt. Einige Komitee-Mitglieder kommen darin zu der Einschätzung, dass die Prognosen für die Leizinsanhebung übertrieben sein könnten. Zudem sehen sie noch für einige Jahre die Notwendigkeit die lockere Geldpolitik aufrecht zu erhalten. Fed-Chefin Janet Yellen hatte die Märkte mit ihrer Aussage, die Zinsen könnten rund 6 Monate nach Auslaufen des US-Anleihekaufprogrammes bereits wieder ansteigen, verstimmt. Am Vormittag wurde an den Märkten von einer sehr großen Verkaufsorder auf den EuroStoxx50-Future gesprochen, die die Kurse an den europäischen belasteten. Zusätzlich dämpfend wirkten die Meldungen aus der Ukraine. Im Osten des Landes fordern in vielen Regionen prorussische Demonstranten ein Referendum nach dem Vorbild der Halbinsel Krim. Die Regierung in Kiew möchte verständlicherweise eine weitere Spaltung des Landes verhindern und damit droht im Osten Europas der Ausbruch eines Bürgerkrieges. Positive Signale wiederum kommen aus dem krisengeschüttelten Euro-Land Griechenland. Dort fand die erste Platzierung einer Anleihe seit über 4 Jahren scheinbar reißenden Absatz. Die fünfjährige Staatsanleihe sei laut Aussagen des stellvertretenden Ministerpräsidenten Evangelos Venizelos mindestens achtfach überzeichnet gewesen. Laut dem Reuters-Informationsdienst IFR werde die Rendite voraussichtlich bei 4,95 Prozent liegen. Damit scheint das Vertrauen der Anleger in Griechenland und Europa zurückzukehren. Am Nachmittag richtet sich der Fokus der Anleger auf die Arbeitsmarktdaten aus den USA. Analysten erwarten, dass die US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der letzten Woche auf 320.000*** gefallen sind, nach 326.000 in der Vorwoche. Vorbörslich handelt der Dow Jones und S&P 500 gegenwärtig unter dem jeweiligen Vortagesschlusskurs. * Gegenüber dem Vortagesschlusskurs ** Gegenüber der Vorperiode *** Bei Prognosen handelt es sich um Zahlen, die vom Nachrichtenprovider Dow Jones International Ltd. zur Verfügung gestellt werden