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Goldpreis-Trading: 2020 - das Schicksalsjahr

CMC Markets

Die Angst vor einer Eskalation der geopolitischen Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben den Goldpreis in den vergangenen drei Wochen deutlich nach oben bewegt. Technisch betrachtet handelt es sich dabei um einen Shortsqueeze-Rally, die nicht stabil ist. Die Goldbugs, wie die Optimisten unter den Goldanlegern gerne genannt werden, müssen nun beweisen, dass sie es ernst meinen mit der Rückkehr des Edelmetalls.

Worauf es nicht ankommt

Weder die Nachfrage der Zentralbanken nach Gold, noch der Verlauf der indischen Hochzeitssaison spielen eine wirklich tragende Rolle, wenn es um spekulative und damit auch deutlich sichtbare Trendbewegungen im Gold geht. Alles jemals auf der Welt geförderte Gold befindet sich im Umlauf und das Verhältnis der weltweiten Beziehungen zwischen Angebot und Nachfrage spielen dabei nur eine nachgelagerte Rolle. Das World Gold Council schätzt, dass das jemals in der Menschheitsgeschichte geförderte Gold sich im Jahr 2019 auf 190.000 Tonnen beziffert. Die Schätzungen weichen dabei bis zu 20 % ab. Ein mögliches Angebotsdefizit oder ein Überschuss bei einer Goldproduktion von nur 3300 Tonnen pro Jahr fällt da nur nachrangig ins Gewicht.

Worauf es ankommt

Historische Betrachtungen des Goldpreises belegen, dass die Realzinsentwicklung eine maßgebliche Rolle dabei spielt, ob sich am Goldmarkt ein Trend aufbauen kann und auch, ob dieser Trend aufwärts oder abwärts gerichtet ist. Abwärts gerichtet ist er, wenn der Realzins steigt, und umgekehrt. Der Realzins errechnet sich, in dem man den Nominalzins ermittelt und davon die Inflationsrate abzieht. Als Nominalzins f&uuml r den US-Dollar-Goldpreis kann man die zehnjährigen amerikanischen Staatsanleihen betrachten. Die Rendite dieser Staatsanleihen sank von Sommer 2018 bis Sommer 2019 von 3,2 % bis 1,5 %. Der Goldpreis in US-Dollar stieg in der gleichen Zeit von 1160 auf 1530 $. Das war die tragende Säule hinter der Goldpreisentwicklung in dieser Zeit. Seither bewegt sich der Goldpreis seitwärts, weil auch die Zinsen trendlos verharren. Dass der Goldpreis in den vergangenen drei Wochen so deutlich bis 1600 $ weiter ansteigen konnte liegt wiederum an einem kurzfristigen, anderen Phänomen.

Wo die Charttechnik ins Spiel kommt

1530 $ ist eine wichtige Wiederstandsmarke. Die Leerverkäufer, die auf einen fallenden Goldpreis an diesem Widerstand gesetzt hatten, wurden durch die geopolitischen Spannungen zwischen dem Iran und den USA auf dem falschen Fuß erwischt. Wir haben eine Eindeckungsrally gesehen, einen so genannten Short Suqeeze. Ein solcher Short Squeeze muss aber nicht der Beginn einer nachhaltigen Aufwärtsbewegung im Goldpreis sein. Er wird getragen durch Zwagseindeckungen von Leerverkäufern, nicht durch den Aufbau und Einstieg von langfristig orientierten Goldkäufern. 

Abträglich ist zudem, dass die Zinsen in den USA mittlerweile wieder ansteigen – seit Sommer haben sie sich von einem Tiefpunkt von 1,5 % zeitweise bis auf 2 % erholt und liegen jetzt zuletzt bei 1,8 %. Der Abwärtstrend bei den Zinsen in den USA ist also für den Moment einer Seitwärtsbewegung gewichen. Das erklärt auch, warum der Goldpreis sich ebenfalls seitwärts bewegt. Möchte man also, dass der Goldpreis weiter steigt, muss man auch von einer weiteren sinkenden Zinstendenz in den USA ausgehen. Die amerikanische Notenbank signalisierte allerdings bereits, dass sie die Zinsen zunächst nicht weiter schenken möchte. Der Handelskonflikt zwischen China und den USA scheint Fortschritte zu machen, die Stimmung bessert sich. In den USA erwarten Analysten ein Ende der Gewinnrezession. All das spricht dafür, dass die amerikanischen Notenbank den Leitzins nicht weiter senken wird. Das könnte auch bedeuten, dass die Abwärtsbewegung bei den Zinsen in den USA gestoppt ist. Ohne eine deutlich anziehende Inflation ist also nicht mit weiter sinken in Realzins in den USA zu rechnen – ein negativer Punkt, der gegen das Gold sprechen würde.

Worauf jetzt zu achten ist

Charttechnisch betrachtet haben wir es nun zu tun mit einem Kampf um eine wichtige Widerstandsmarke – jene bei 1532,70 $. Gold muss nun diese 1532,70 $ Marke als Unterstützung bestätigen. Dann wäre tatsächlich mit einem bullischen Druckaufbau im Goldpreis zu rechnen – über 1532,70 $ wäre technisch mit einer möglichen Aufwärtsbewegung Richtung 1800 $ zu rechnen. Sehen wir hingegen, dass der Goldpreis nach dem Short Squeeze der vergangenen drei Wochen zur Schwäche neigt und wieder unter 1532,70 $ singt – dort eventuell sogar ein 123-Top (mehr dazu hier) ausbildet – dann könnte es in den kommenden Wochen zu einem wieder fallenden Goldpreis kommen. Dann wäre die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass wir das Hoch der Aufwärtsbewegung gesehen haben in dem Edelmetall. Auf CMC TV werden wir die Situation im Goldpreis engmaschig für Sie verfolgen. Wir sind jeden Handelstag auf dem YouTube-Kanal von CMC Markets Deutschland für 1 Stunde zwischen 9 und 10 Uhr für sie live. Schalten Sie doch ein! CMC TV können sich hier einschalten.


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