Guten Morgen zu CMC Espresso! Die Wahrscheinlichkeit für eine Rezession in den kommenden zwölf Monaten sieht JP Morgan auf dem nun höchsten Niveau seit Beginn des Aufschwungs vor gut sieben Jahren. 36% stehen die Chancen, dass es dazu kommt, die Deutsche Bank meint sogar, dass es im zweiten Halbjahr soweit sein könnte, dass die US-Wirtschaft zu schrumpfen beginnt und man macht es bei den Deutschbankern unter anderem an der erstaunlichen Erkenntnis fest, dass die Gewinnmargen der US-Firmen wahrscheinlich schon im vierten Quartal 2014 den Höhepunkt erreicht hätten – und zwar gelte dies nicht nur für Exportfirmen, sondern auch für die Gewinnmargen für auf dem US-amerikanischen Binnenmarkt verkaufte Produkte. Nach dem Höhepunkt der Gewinnmargen dauerte es im Schnitt neun Quartale, bis eine Rezession losgetreten worden sei – also könnte es im dritten Quartal statistisch betrachtet losgehen. Verblüffenderweise sehen die Analysten in der auf 4,6% gesunkenen Arbeitslosenquote in den USA einen Hinweis der für, und nicht gegen eine Rezession spreche. Solche Werte seien eben eher sinnbildlich für einen Höhepunkt des Wachstums. Derweil macht man sich auch überall nun Gedanken darüber, was die schwachen Stellenschaffungen im Mai zu bedeuten haben könnten. Es kann sein, und das wäre typisch für diese Statistik, dass es ein einmaliges Phänomen war. Es kann aber auch sein, dass sich das jetzt fortsetzt, also muss die US-Notenbank nun eigentlich abwarten und das war auch der Grund, warum der Goldpreis so in die Höhe schoss: US-Staatsanleihen brachen nach oben aus, also die Renditen brachen über die gesamte Zinskurve ein. Das bedeutet: Abzüglich der Inflation sanken am Freitag die Realzinsen in den USA kräftig, und zwar in den negativen Bereich, und das ist ein gutes Umfeld  für das Gold, von dem man annimmt, dass es für Werterhalt steht. Dass der DAX so viel mehr Federn lassen musste am Freitag als die Wall Street lag am ebenfalls fast explodierten Eurodollar – steigt Eurodollar in den Zielbereich des nun bestätigten Aufwärtstrendkanals, wäre noch Platz bis 1,17 USD und damit ebenfalls noch Platz für eine weitere negative Abkopplung des DAX und der europäischen Aktien von der Wall Street. S&P 500 und Dow Jones schafften am Freitag sogar den Sprung ins Plus, schließlich bedeuten die schwachen Arbeitsmarktdaten, dass die Zinsen länger tief bleiben werden, das ist eigentlich ein gutes Zeichen. In der Schweiz hat sich das Volk in der Befragung am Sonntag einstimmig gegen die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens ausgesprochen, die Gegner, die auf die zu hohen Kosten für die schweizerische Volkswirtschaft hingewiesen haben, erzielten einen Erfolg. Die Zahl der Lebensmittelmarkenempfänger in den USA klettert unterdessen wieder und man muss sich fragen ob sich hier nicht schon klammheimlich eine Art bedingungsloses Grundeinkommen herausgebildet hat. Nun gibt es nach dem Rutsch im Dollar zwei Märkte, die man beobachten muss. Einmal Dollaryen. Der ist am Freitag eingebrochen und ginge er auf 90-95 Yen so sind wie es angekündigt wurde die ersten direkten Devisenmarktinterventionen der japanischen Regierung seit gut fünf Jahren zur Schwächung des Yen zu erwarten. Ebenso sollte man nun die schweizerische Nationalbank im Blick behalten. Die SNB hält den Franken für „signifikant überbewertet“, man betonte am Samstag, sich die Freiheit zu nehmen, jederzeit am Währungsmarkt zu intervenieren, sollte der Dollar noch schwächer und der Franken dagegen noch stärker werden. Also hier ist am Freitag jetzt etwas in Bewegung geraten, von dem man zuvor nicht wusste, in welche Richtung es ausschlägt. Und mit etwas meine ich den US-Dollar – insgesamt ist ein schwächerer Dollar gut für die weltweiten Aktienmärkte, gut für Gold, gut für den Ölpreis, und gut für die Aktien der Schwellenländer wie China. Und er ist auch gut für die Wall Street – die sich zyklisch betrachtet in einem Wahljahr befindet, das ab Mitte/Ende Mai steigende Kurse bringt. Also gerade jetzt macht es wieder Sinn sich wieder näher mit der Börse zu beschäftigen, hier könnte jetzt einiges in Bewegung kommen!