Marktupdate - DAX profitiert von verbessertem Sentiment / Fortschritt bei US-Schuldenobergrenze und Starke China-Wirtschaftsdaten

Marktupdate - 12.02.2014 - Stand: 12:26 Uhr Andreas Paciorek / Marktanalyst CMC Markets UK Plc In der gestrigen Rede der neuen Fed-Präsidentin Janet Yellen vor dem US-Repräsentantenhaus, wurde wenig Unerwartetes gesagt, nichtsdestotrotz konnten sie die Märkte beruhigen. Für zusätzlichen, positiven Stimulus sorgte die Zustimmung der Republikaner zur Anhebung der US-Schuldenobergrenze. Und noch aus einem weiteren Bereich, der die Risikolust der Anleger zuletzt drückte und zu dem gedämpften Sentiment an den Börsen beigetragen hat, nämlich die Sorge um eine nachlassende Wirtschaftsdynamik in China, kam eine überraschend positive Meldung. Die positiven Wirtschaftsmeldungen und guten Vorgaben aus Asien steigerten die Stimmung am deutschen Markt. Der DAX und die zweite Reihe aus MDAX und TecDAX profitieren und können heute bis zum Mittag zulegen*. Gestern Abend stimmte das von den Republikanern dominierte US-Repräsentantenhaus mit 221 zu 201 Stimmen einer Erhöhung der amerikanischen Schuldenobergrenze zu, ohne irgendwelche Eingeständnisse von Seiten der Demokraten einzufordern. Diesem muss noch der Senat zustimmen, was als sicher gilt, da hier die Demokraten die Mehrheit haben. Damit würde der US-Regierung wieder ein finanzieller Spielraum bis zum 15. März 2015 gewährt. Auch aus China, wo jüngste Daten auf ein schwächeres Momentum der zweitgrößten Volkswirtschaft hindeuteten, kam eine erfreuliche Meldung. Laut der Zollverwaltung in Peking stieg der chinesische Außenhandel im Januar auf Jahressicht überraschend stark um 10,6 Prozent auf 207 Milliarden US-Dollar, während Volkswirte lediglich ein Wachstum von 0,1 Prozent erwartet hatten. Auch die Importe stiegen im Jahresvergleich um 10 Prozent auf 175 Milliarden US-Dollar. Damit erreichte der Handelsüberschuss im Januar den höchsten Wert seit 2009. Und auch aus Deutschland kamen heute gute Nachrichten. Die Bundesregierung erhöhte in ihrem Jahreswirtschaftsbericht die Wachstumsprognose für Deutschland für das Jahr 2014 auf 1,8 Prozent. Zuvor war sie von 1,7 Prozent ausgegangen. Für 2015 erwartet sie ein Wachstum von 2 Prozent. Für die Eurozone folgten wiederum etwas ernüchternde Zahlen. Laut Eurostat ist die Produktion im Dezember im Vergleich zum Vormonat um 0,7 Prozent zurückgegangen, während Analysten lediglich einen Rückgang von 0,3 Prozent*** erwartet hatten. Die veröffentlichten Wirtschaftsdaten und Entwicklungen haben durchaus das Potenzial, das Sentiment an den Märkten kurzfristig wieder etwas zugunsten risikoreicherer Anlagen zu verbessern. Die Märkte reagierten heute denn auch prompt mit verstärkter Nachfrage nach Aktien in Asien und in Europa. Die Kursentwicklung seit Jahresbeginn zeigt allerdings auch die erhöhte Nervösität am Markt, weshalb jederzeit auch Kursrücksetzer möglich sein sollten. Bevor die Märkte in den USA öffnen, handelt der Dow Jones und S&P 500 gegenwärtig etwa auf dem gestrigen Schlusskurs-Niveau. * Gegenüber dem Vortagesschlusskurs ** Gegenüber der Vorperiode *** Bei Prognosen handelt es sich um Zahlen, die vom Nachrichtenprovider Dow Jones International Ltd. zur Verfügung gestellt werden