Amerikanische Notenbank: Trump ist nicht amüsiert

James Bullard hat sich gestern für den Posten des Vorsitzenden der amerikanischen Notenbank beworben indem er für eine Senkung des Leitzins um 50 Basispunkte votierte. Das wäre wohl eher im Sinne des US Präsidenten gewesen, denn Im Konsens hat die amerikanische Notenbank nun Entschieden den Leitzins nur um 25 Basispunkte zu senken, um den längsten ununterbrochenen Aufschwung der amerikanischen Konjunktur seit Beginn der Aufzeichnungen noch weiter am Leben zu halten. Obwohl das angesichts der hohen an Aktienkurse eigentlich Wahnsinn ist, schafft es der amerikanische Präsident, selbst dieses Geschenk der amerikanischen Notenbank an Aktienanleger noch als etwas erscheinen zu lassen was immer noch zu wenig ist. Denn er attestierte dem amtierenden Vorsitzenden der amerikanischen Notenbank erneut Unfähigkeit.

Repo-Geschäfte: Fed hat Kontrolle verloren

Vielleicht meint er damit auch, dass die geldpolitischen Maßnahmen die ergriffen wurden zu wenig sind, da die amerikanische Notenbank in dieser Woche faktisch kurzzeitig die Kontrolle über den Geldmarkt verloren hatte, als der Leitzins kurzfristig deutlich über die obere Grenze der Notenbank gestiegen war. Das nötigte den Vorsitzenden der amerikanischen Notenbank gestern in der Pressekonferenz dazu von der grundsätzlichen fast schon Notwendigkeit zu sprechen, dass die Bilanz der amerikanischen Notenbank irgendwann wieder organisch - wie er sagte - wachsen müsse. Das verstand der Aktienmarkt als ein Hinweis auf einen QE4 Programm ähnlich jenem, dass die europäische Zentralbank jetzt ergriffen hat. Also neue Anleihekäufe der FED.

Rezession: Schulden ohne Ende voraus?

Das müsste Trump eigentlich passen, der würde er wiedergewählt, bei einer Rezession im Jahr 2020 noch viel mehr Schulden aufnehmen müsste als bisher. Den Aktienbörsen gefiel dieses bizarre Schauspiel, der Dow Jones Index vermied ein erneutes Verkaufsignal, und legte die dritte untertägige Umkehrbewegung in Folge aufs Parkett. Der Deutsche Aktien Index baut seine Gewinne aus, und ist damit auf dem besten Wege einen bullischen Druckaufbau in Richtung des Hochs der Aufwärtsbewegung seit Anfang des Monats zu basteln. Bedingung ist Weiterhin dass er 12.294 Punkte per Tagesschluss nicht unterschreitet.

Gold fällt, obwohl die Fed handelte

Der Goldpreis ging in die Knie und langsam aber sicher sieht der Wochenchart nach einem bärischen abprallen an dem ehemaligen Unterstützungsbereich von 1532 $ aus. Das gefährdet auch den Ausblick für das Silber, dass in Erwartung einer Fortsetzung der Aufwärtsbewegung des Goldpreises in den vergangenen Wochen sehr deutlich nach oben gegangen ist. Wie Ikarus könnten auch die Flügel beim Silber aus Wachs sein, sollte das Gold sich weiter abwärts bewegen.

Bedenklicher Goldpreisrückgang

Es sollte Anlegern zu denken geben dass das Gold sinkt obwohl die amerikanische Notenbank die Leitzinsen senkt. Eigentlich bedeutet mehr Geld in den Geldkreislauf pumpen dass es zu einer Entwertung des Papiergeldes kommt und infolgedessen der Goldpreis eigentlich steigen müsste. Das tut er aber nicht. Warum ist das so.

Vermutlich liegt der Grund an einer fü r viele pessimistisch eingestellten Anleger in einer Frage, die sie ein wenig nervös machen dürfte. Diese Frage lautet: was ist wenn alles besser wird? Eine Umfrage der Bank von Amerika zeigt, dass Vermögensverwalter mehrheitlich eine Rezession erwarten und man kann daraus ableiten, dass wenn sie das erwarten dass sie dann auch entsprechend positioniert sind. D.h. mehrheitlich kann man davon ausgehen dass Vermögensverwalter so positioniert sind dass sie möglichst wenig Geld verlieren sollte es zu einer Rezession kommen, aber sie sind eben nicht für den Fall positioniert, dass es einen Aufschwung gibt.

Vermögensverwalter: Was ist, wenn alles besser wird?

Das ist die Erklärung für die steil steigenden Kursen im deutschen Aktien Index seit Anfang September und das ist die Erklärung warum der Goldpreis singt obwohl die amerikanische Notenbank noch mehr Geld in Umlauf bringt beziehungsweise versucht dessen Preis durch eine Leitzinssenkung zu senken. Diese Senkung wird eben von den Marktteilnehmern als ein höheres Risiko gesehen dass am Ende tatsächlich alles besser werden könnte. Schöne neue Welt.