Marktupdate - DAX pendelt um 9.300 Punkte / Fed-Entscheid rückt Schwellenländer in den Fokus

Marktupdate - 30.01.2014 - Stand: 12:47 Uhr Andreas Paciorek / CMC Markets UK Plc Nach der gestrigen, vom Markt weitgehenden erwarteten Reduzierung der monatlichen Anleihekäufe um weitere 10 Milliarden auf nun 65 Milliarden US-Dollar, gibt der deutsche Leitindex heute weiter nach*. Gestern war der DAX bereits im Vorfeld der Entscheidung eingebrochen*. Auch im MDAX und TecDAX herrscht bis zum Mittag Verkaufsdruck*. Die Entscheidung der amerikanischen Notenbank, das Volumen der monatlichen Anleihekäufe um 10 Milliarden US-Dollar zu reduzieren, war von vielen Marktteilnehmern vorweggenommen worden und so hielt sich die Marktreaktion weitgehend in Grenzen. Allerdings wurde aufgrund der Währungsturbulenzen in vielen Schwellenländern, spekuliert, ob die amerikanische Notenbank die Reduzierung der Anleihekäufe aussetzen könnte. Gegenwärtig werden, auch als Nebenwirkung der Kappung der Konjunkturhilfe, Gelder in großem Volumen aus vielen Schwellenländern abgezogen. Interessant zu beobachten ist die Reaktion am Anleihemarkt. Während kurz vor den vorangegangenen Offenmarktausschuss-Sitzungen, in Erwartung abnehmender Anleihekäufe durch die Fed, die Anleiherenditen der US-Staatsanleihen häufig stiegen, fielen die Renditen dieses Mal. Somit könnte die amerikanische Notenbank sogar von dem Effekt der Verschiebung der Gelder in US-Staatsanleihen profitieren, indem durch die Nachfrage der Investoren die Zinsen niedrig bleiben. Dieser Effekt könnte die Reduzierung des Programms möglicherweise noch beschleunigen. Viele wichtige Indizes handeln gegenwärtig um charttechnisch interessante Kursniveaus, um die sie teilweise bereits im Vorfeld der Verkündung gehandelt haben. Die Märkte scheinen nach wie vor in Lauerstellung zu verharren. Unter akuter Beobachtung stehen weiterhin die Schwellenländerwährungen –und Aktienmärkte. So verpufften beispielsweise die Gewinne in der türkischen Lira die der drastischen Zinserhöhung durch die türkische Zentralbank folgten nach der gestrigen Entscheidung. Gute Arbeitsmarktzahlen für Deutschland veröffentlichte heute die Bundesagentur für Arbeit. So sank die Zahl der Arbeitslosen im Januar saisonal bereinigt um 28.000, während Volkswirte lediglich einen Rückgang von 5.000*** erwartet haben. Das milde Wetter könnte zu dem guten Wert beigetragen haben, aber auch eine bessere Verfassung der Wirtschaft als angenommen. Ebenfalls positiv fielen die Zahlen zur Wirtschaftsstimmung im Euroraum aus, die die EU-Kommission heute veröffentlichte. So stieg der Economic Sentiment Indicator (ESI) im Januar um 0,5 Zähler*** auf 100,9 Punkte, dem höchsten Wert seit zweieinhalb Jahren. Das Verbrauchervertrauen hat sich im Januar auf -11,7 von -13,5 Im Vormonat, verbessert. Bevor die US-Märkte eröffnen, handelt der Dow Jones und S&P 500 gegenwärtig unter den jeweiligen Schlussständen von gestern. Aus den USA werden heute die Zahlen zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe für die vergangene Woche erwartet, die nach Analysteneinschätzungen bei knapp 330.000*** gelegen haben könnten. Zudem sollen die vorläufigen Zahlen zum US-Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal veröffentlicht werden. Hier wird ein leichter Rückgang des Wirtschaftswachstums auf 3,2 Prozent*** nach 4,1 Prozent im dritten Quartal erwartet. * Gegenüber dem Vortagesschlusskurs ** Gegenüber der Vorperiode *** Bei Prognosen handelt es sich um Zahlen, die vom Nachrichtenprovider Dow Jones International Ltd. zur Verfügung gestellt werden