Marktupdate: DAX tendiert fester / Fed-Entscheid im Fokus, Energiepreise verteidigen hohes Niveau, Amazon veröffentlicht eigenes Smartphone
CMC Markets – geschrieben von Andreas Paciorek, Marktanalyst Heute ist wieder ein Tag, an dem die Geldpolitik die Kurse an den Börsen bestimmen dürfte. Neben den Bank of England Sitzungsprotokollen am Vormittag ist das vor allem das Ergebnis der zweitägigen Offenmarktausschuss-Sitzung der amerikanischen Notenbank am Abend. Die positiven Vorgaben der US-Indizes und des Nikkei 225 stützen am Vormittag die Bullen im DAX die den Kurs im Hoch bis auf knapp 9.964 Punkte trieben. Auch die zweite Reihe aus MDAX und TecDAX tendieren leicht fester*. Das Ergebnis der heutigen Fed-Pressekonferenz wird allerdings erst nach Ende des Präsenzhandels veröffentlicht, weshalb Anleger sich nicht zu weit aus dem Fenster hängen dürften. Investoren achteten in den heute veröffentlichten Sitzungsprotokollen der Zinssitzung der Bank von England vom 4. und 5. Juni ob die Abstimmung zugunsten eines Beibehaltens des aktuellen Zinsniveaus geteilt ausgefallen ist. Die jüngsten Andeutungen des britischen Zentralbankchefs Mark Carney, dass die Finanzmärkte den Zeitpunkt einer Zinserhöhung möglicherweise zu spät ansetzen, schürten zuletzt Spekulationen um eine Zinswende in Großbritannien schon in diesem Jahr. In dem Protokoll zeigte sich, dass die Entscheidung zwar einstimmig gefällt wurde, sich die Komitee-Mitglieder aber gleichzeitig verwundert zeigten, dass die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung noch dieses Jahr von den Finanzmärkten als so niedrig eingeschätzt wird. Der EUR erholt sich nach den gemischten Aussagen des Protokolls gegenwärtig etwas gegen den GBP, der weiterhin in der Nähe eines 2-Jahres-Hochs handelt. Der absolute Fokus liegt allerdings auf dem Fed-Entscheid am Abend. Die meisten Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die amerikanische Notenbank das Volumen ihres monatlichen Anleihekaufprogramms um weitere 10 Milliarden auf dann 35 Milliarden US-Dollar reduzieren wird. Gespannt dürfte der Markt daher vor allem in der anstehenden Pressekonferenz nach Hinweisen für einen möglichen Zeitpunkt einer Zinserhöhung suchen. Die gestern veröffentlichte Kerninflation für den Monat Mai von 2,1 Prozent auf Jahressicht und 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat spricht dafür, dass die US-Wirtschaft sich robust entwickelt und könnte daher eine frühe Zinswende wahrscheinlicher machen. Zudem hat sich auch die Lage auf dem Arbeitsmarkt weiter verbessert. Andererseits hat zuletzt der Internationale Währungsfond seine Wachstumsprognose für die USA für das laufende Jahr von 2,8 Prozent auf 2 Prozent reduziert. Es wird interessant sein zu hören, ob auch die US-Regierung ihre eigene Wachstumsprognose nach unten korrigiert. Der Markt hofft auf klare Ansagen zur weiteren Geldpolitik und scheint gegenwärtig von einer Zinserhöhung frühestens Mitte 2015 auszugehen. Sollte Fed-Präsidentin Janet Yellen in ihrer Rede Andeutungen auf einen früheren Termin einer Zinswende machen, könnte dies an den Aktienmärkten auch zu Gewinnmitnahmen führen. Im Gegensatz zum US-Dollarraum gehen die Markterwartungen beim Euro-Währungsraum eher von einer weiteren Lockerung der Geldpolitik aus, weshalb die Aussicht auf eine stringentere US-Geldpolitik den USD zusätzlich gegen den EUR stärken könnte. Allerdings dürfte Fed-Präsidentin Janet Yellen sich davor hüten noch einmal die Märkte durchzuschütteln wie damals, als sie über eine mögliche Zinswende innerhalb von 6 Monaten nach Auslaufen des Anleihekaufprogramms mutmaßte. Neben der Geldpolitik dürften einige Anleger auch auf die Präsentation des ersten Smartphones von Amazon blicken. Um 19 Uhr deutscher Zeit könnte Amazon ein eigenes Smartphone vorstellen, das nach Medienberichten 3D-Bilder ohne zusätzliche Kamera darstellen können soll sowie über eine Gesichtserkennung verfügen soll. Der andauernde Konflikt im Irak hält derweil die Rohölpreise auf hohem Niveau. Charttechnisch prallte zuletzt der Kurs der Referenzsorte WTI an der Fib-Projektion bei 107,80 US-Dollar ab, stabilisierte sich aber über 106 US-Dollar. Vorbörslich handeln sowohl der Dow Jones als auch der S&P 500 fast unverändert gegenüber dem jeweiligen gestrigen Schlusskurs. * Gegenüber dem Vortagesschlusskurs ** Gegenüber der Vorperiode *** Bei Prognosen handelt es sich um Zahlen, die vom Nachrichtenprovider Dow Jones International Ltd. zur Verfügung gestellt werden Bitte beachten Sie: Die Inhalte dieses Marktkommentars (nachfolgend: „Inhalte“) sind Bestandteil der Marketing-Kommunikation von CMC Markets, Niederlassung Frankfurt am Main der CMC Markets UK Plc, (nachfolgend “CMC Markets”) und dienen lediglich der allgemeinen Information. Sie stellen keine unabhängige Finanzanalyse und keine Finanz- oder Anlageberatung dar. 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