Steuerliche Anreize motivieren zahlreiche Firmen, Auslandsgewinne in Milliardenhöhe in die USA zurückzuführen. Die amerikanische Notenbank führte bereits mehrere Leitzinsanhebungen durch. Die US-Regierung beschloss tiefe Steuersenkungen. Früher hätte man gesagt, dass all das einen steigenden Dollar auslösen würde. Heute findet das Thema Dollar kaum mehr statt. Warum das ausgerechnet jetzt ein Fehler sein könnte soll dieser Artikel zeigen.

Hat sich die Weltwirtschaft so dramatisch verändert, dass traditionelle Bewertungsmaßstäbe wie Zinsdifferenzen für Währungen nicht mehr gelten oder ist das einfach ein Misstrauensvotum des Marktes gegen die Regierung Trump?

Es existieren mittlerweile sehr viele Erklärungsversuche für den schwachen Dollar. Einen liefert die technische Analyse - möglicherweise musste EUR/USD technisch betrachtet einfach noch einmal den Kreuzwiderstand bei 1,25 USD testen, nachdem der Rutsch unter die Parität vor einem Jahr nicht klappte. Damals, um die Weihnachtszeit des Jahres 2016 herum, war sich so gut wie jede renommierte Adresse sicher, dass EUR/USD bald unter 1,0 gehandelt werden würde. Damals gab es Rekord-Leerverkaufspositionen. Noch nie in der Geschichte des Währungshandels wurde also mit so viel Geld gleichzeitig auf etwas gesetzt, was dann nicht kam. Die Dollarschwäche als Resultat einer schlechten Wette? Kann sein.

Vielleicht ist es aber doch einfach nur die Unsicherheit um die nächsten Schritte der Regierung Trump. Die Entscheidung über das Verlassen des transpazifischen Freihandelsabkommens wird zu der Entscheidung, ihm wieder beizutreten. Aus einem versprochenen groß en Infrastrukturplan wird ein kleines. Und Steve Mnuchin, der amerikanische Finanzminister, lässt die Politik des starken Dollars fallen, nur um sie kurz danach wieder aufzunehmen. Unsicherheit ist mit Trump zu einem täglichen Begleiter der Finanzmärkte geworden. Der Handelsstreit mit China sorgt in diesem Zusammenhang auch nicht gerade für mehr Vertrauen.

Sollte sich der Erklärungsansatz, den die technische Analyse bietet am Ende durchsetzen so könnten wir möglicherweise vor einer mittelfristigen Trendwende stehen. Rein technisch betrachtet bildet sich im EUR/USD nämlich gerade ein Wendemuster in einem zentralen Widerstandsbereich aus. Im Kontext des obigen Mehrjahrescharts betrachtet könnte dieses Wendemuster also potenziell eine mehrjährige Dollar-Hausse einleiten. Dabei geht es jetzt vor allem um den Preisbereich von 1,2260 USD. Bricht diese dort liegende Unterstützung könnte dies das Signal für eine Trendwende nach unten im EUR/USD sein. Wenn hingegen wie am 20./21. März an dieser Stelle erneut ein Short-Signal abgelehnt wird kann es ebenso dazu kommen, dass die Leerverkäufer, die bereits Positionen eröffnet haben, selbige eindecken müssen. Wir befinden uns also in einer wichtigen Entscheidungssituation, die wir für Sie auf CMC TV engmaschig im Blick behalten werden!

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