Marktupdate: DAX: 9.800-Punkte-Marke umkämpft / EU-Inflation verbleibt auf Tief, Weniger Umsätze im deutschen Einzelhandel, Warten auf US-Konjunkturdaten

CMC Markets – geschrieben von Andreas Paciorek, Marktanalyst Nach dem Kurseinbruch des DAX auf die charttechnisch wichtige Kurszone um 9.800 Punkte letzte Woche, setzten sofort technische Käufe ein, die sich auch in die neue Handelswoche fortsetzen. Viele Marktteilnehmer hatten bereits mit einem Test des ehemaligen Widerstandes um 9.800 Punkte gerechnet und setzen darauf, dass sich dieses Kurslevel nun als Unterstützung und Katapult für eine neuerliche Rekordjagd des DAX erweist. Gestützt wird die Haltung der Optimisten durch US-Börsen, die sich auch teils schwächerer Konjunkturdaten weiterhin in der Nähe ihrer Rekordhochs halten können. Die Risikofaktoren im Markt, unter anderem die Ungewissheit über die weiteren Entwicklungen in der Ukraine und im Irak, sowie das abflauende Momentum der europäischen Wirtschaft, verbleiben allerdings und scheinen das Erholungspotenzial im DAX gegenwärtig zu begrenzen. Nachdem der DAX am Vormittag im Hoch bis auf knapp 12 Punkte an die 9.900 Punkte anstieg, setzten Verkäufe ein, die den Index aktuell auf den Freitagsschlusskurs zurückdrängten. Charttechnisch lässt das bisherige Halten der Unterstützung um 9.800 Punkte die Bullen hoffen, dass der DAX sich nun aus seiner Lethargie der vergangenen Wochen befreien und eine neue Rekordjagd auf Kurse jenseits der 10.000-Punkte-Marke aufnehmen kann. Allerdings bleibt die wichtige Zone um 9.800 Punkte umkämpft und würde bei einem Bruch das Chartbild des deutschen Leitindex eintrüben. Das Chartbild deckt sich mit der Nachrichtenlage, wo Investoren gespannt auf den Super-Donnerstag warten, an dem sowohl die Europäische Zentralbank wieder zusammen kommt als auch die Nonfarm-Payrolls für den Monat Juni erwartet werden. Zahlen des Statistischen Bundesamtes heute Morgen, zeigten, dass die Einzelhandelsumsätze in Deutschland den zweiten Monat in Folge rückläufig waren. Im Vergleich zum Vormonat gingen die Umsätze im Mai um 0,6 Prozent zurück, während Analysten im Vorfeld einen Anstieg um 0,7 Prozent*** erwartet hatten. Da der Umsatz von Januar bis Mai aber dennoch 2,2 Prozent über dem Vorjahresniveau liegt, konnten die zahlen die Stimmung nicht wirklich trüben. Vor der EZB-Sitzung am Donnerstag blickten Investoren heute genau auf die Juni-Inflationszahlen für die Eurozone. Mit 0,5 Prozent auf Jahressicht stagnierte der Preisauftrieb damit im Vergleich zum Mai, was von Volkswirten erwartet worden war. Der Druck auf die europäischen Notenbanker, die sich bemühen die Teuerungsrate näher an deren Zielkurs von 2 Prozent zu heben, bleibt damit aufrecht. Auf der nächsten EZB-Sitzung am Donnerstag werden zwar keine neuen Überraschungen erwartet, Investoren dürften allerdings auf neue Details zu der zuletzt beschlossenen neuen Bankspritze im Volumen von 400 Milliarden Euro und zu den Vorbereitungsarbeiten für ABS-Käufe (Asset Backed Securities – Mit Forderungen besicherte Wertpapiere) hoffen. Unter den Einzelwerten sticht heute unter anderem die Siemens-Aktie hervor die gegenwärtig knapp 0,8 Prozent* zulegt, nachdem die Citigroup eine Kaufempfehlung ausgesprochen hatte. Ein negativer Analystenkommentar und eine Absenkung des Kursziels durch die Investmentbank Jefferies wiederum zog die Aktien des Dialysekonzerns Fresenius Medical Care heute um bis zu 1,8 Prozent* ins Minus*. Nachdem sich die FMC-Aktie letzte Woche mit einem Wochenplus von 5,2 Prozent** an die Spitze der DAX-Werte setzen konnte, lassen sich hier auch Gewinnmitnahmen beobachten. Der EUR/USD kämpft sich weiterhin entlang eines bullischen Fibonacci-Fächers vom 2012-Tief nach oben und nähert sich seinem 200-Tage-Durchschnitt bei aktuell rund 1,3670 US-Dollar. Hier findet sich gleichzeitig ein potenzieller Widerstand in Form des Hochs von Anfang Juni. Auch hier könnten die EZB-Sitzung sowie der monatliche US-Arbeitsmarktreport am Donnerstag entscheidende Impulse für den weiteren Verlauf liefern. Eine Rückeroberung der Fib-Fächerlinie und des 200-Tage-Durschschnittes könnte für die Gemeinschaftswährung gegenüber dem US-Dollar wie ein Befreiungsschlag wirken und zu weiteren Kursgewinnen führen. Ein Abprall an den Widerständen wiederum zu einem Rücksetzer zur potenziellen Unterstützung bei knapp 1,3590 und darunter bei 1,2515 führen. Für den Nachmittag steht der Chicago Einkaufsmanagerindex, als auch Zahlen zu Immobilienverkäufen im Mai auf der Agenda. Analysten erwarten für den Juni einen leichten Rückgang des Chicago-Sentiments auf 62,9 Punkte*** nach 65,5 Zählern im Mai. Vor Eröffnung des Präsenzhandels handelt der Dow Jones gegenwärtig mit einem Abschlag von 0,26 Prozent*, während der der S&P 500 aktuell knapp 0,2 Prozent* tiefer gehandelt wird. * Gegenüber dem Vortagesschlusskurs ** Gegenüber der Vorperiode *** Bei Prognosen handelt es sich um Zahlen, die vom Nachrichtenprovider Dow Jones International Ltd. zur Verfügung gestellt werden Bitte beachten Sie: Die Inhalte dieses Marktkommentars (nachfolgend: „Inhalte“) sind Bestandteil der Marketing-Kommunikation von CMC Markets, Niederlassung Frankfurt am Main der CMC Markets UK Plc, (nachfolgend “CMC Markets”) und dienen lediglich der allgemeinen Information. Sie stellen keine unabhängige Finanzanalyse und keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Sie sollten nicht als maßgebliche Entscheidungsgrundlage für eine Anlageentscheidung herangezogen werden. 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