Marktupdate: DAX knapp über 9.200 Punkte / EU-Einkaufsmanagerindex stagniert, Nonfarm-Payrolls im Fokus
CMC Markets – geschrieben von Andreas Paciorek, Marktanalyst Mit einem Schlusskurs von knapp über 9.400 Punkten, brach der DAX gestern förmlich ein. Dabei spielte eine Vielzahl von Faktoren eine Rolle, wobei eigentlich gute Konjunkturdaten aus den USA den Hauptgrund dargestellt haben könnten. Die Gewinnwarnung von Adidas in Zusammenhang mit Problemen im Russland-Geschäft, verstärkte die Unsicherheit der Anleger über das potenzielle Ausmaß eines Bumerang-Effektes der Russland-Sanktionen auf die Unternehmensergebnisse sowie EU-Konjunktur. Der Default Argentiniens und Milliarden-Verlust der portugiesischen Großbank Banco Espirito Santo wiederum schürten Befürchtungen eines Domino-Effekts bei Peripherie-Anleihen. Zudem konnten Quartalsergebnisse von Unternehmens-Schwergewichten wie beispielsweise Lufthansa nicht überzeugen. Nicht zu vergessen, dass die geopolitischen Konflikte nicht nur in der Ukraine, sondern auch im Gaza-Streifen und im Irak nach wie vor wie ein Damoklesschwert über den Börsen hängen. Den Ausschlag für die Korrektur könnten allerdings interessanterweise gerade positive Wirtschaftsdaten aus den USA geliefert haben. So überraschten die USA am Mittwoch mit einem kräftigen Wirtschaftswachstum von 4 Prozent im zweiten Quartal und einer nach oben Korrektur des BIP im ersten Quartal. Das später am selben Tag folgende Statement des Offenmarktausschusses der amerikanischen Notenbank blieb in seinem Ton einer Fortsetzung der lockeren Geldpolitik treu. Die Reaktion der Märkte blieb jedoch verhalten, was bereits Hinweise darauf lieferte, dass Investoren beginnen, den Worten der Fed-Präsidentin Janet Yellen, die niedrige Zinsen noch für eine lange Zeit in Aussicht stellt, weniger Glauben zu schenken. Stattdessen scheint der Markt sich seine eigene Meinung zu bilden und einen potenziellen Anstieg der Zinsen in den USA nach vorne zu ziehen. Insbesondere der gestern veröffentlichte US-Arbeitskosten-Index, der für das zweite Quartal einen Anstieg um 0,7 Prozent auswies und damit auch über den Analysten-Erwartungen lag, könnte stärkere Signale hin zu einer möglicherweise früheren Zinswende in den USA geliefert haben. Denn in ihrem Statement begründete die amerikanische Notenbank die Notwendigkeit von weiterhin niedrigen Zinsen unter anderem mit der Unterauslastung des Arbeitsmarktes. Dass die Unternehmen in den USA im zweiten Quartal mehr Lohn bezahlen mussten, spricht allerdings eine andere Sprache. Dass trotz der aktuellen Korrektur insbesondere der USD zulegt, während typische Safe-Haven Assets wie Gold und der JPY nicht profitieren, deutet ebenfalls auf dieses Szenario hin. Denn Investoren könnten hier Positionen zur Wette auf den potenziellen Zinsspread zwischen den Wirtschaftsregionen vorbereiten. Der EUR/USD-Währungskurs hat zuletzt eine langfristige Aufwärtstrendlinie aus dem 2012-Tief nach unten durchbrochen und testet aktuell eine bullische Fib-Fächerlinie ebenfalls von diesem Tief. Sollte der nachhaltige Sprung zurück über die 1,34-Marke nicht gelingen, sind weitere Kursverluste bis zum November 2013—Tief bei knapp 1,33 US-Dollar nicht ausgeschlossen. Die heute erwarteten Nonfarm-Payrolls dürften damit noch stärker im Fokus der Investoren liegen, wobei sowohl überaus gute Zahlen als auch überaus schlechte Zahlen einen negativen Impuls liefern könnten. Weit über den Erwartungen liegende Zahlen könnte die Spekulationen um eine frühe Zinswende anheizen, während sehr schlechte Zahlen wiederum Sorgen über die weitere Konjunkturentwicklung in den USA schüren könnten. Ein um den Erwartungswert liegender Stellenaufbau wiederum könnte auf die Märkte beruhigend wirken. Analysten gehen von einem US-Stellenaufbau außerhalb der Landwirtschaft von 230.000*** im Juli, nachdem im Vormonat 288.000 neue Stellen ausgewiesen wurden. Die Arbeitslosenquote sehen Prognosen unverändert bei 6,1 Prozent***. Der heute veröffentlichte Markit-Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes (Juli) für Europa zeigte für Frankreich und Italien einen leichten Rückgang gegenüber dem Vormonatswert, während der Index für Deutschland leicht zulegen konnte. Der Index für Europa stagnierte, während er sich in Deutschland leicht verbessern konnte. Während der Rückgang in Italien auf ein nachlassendes Momentum hinweist, allerdings im expansiven Bereich verblieb, ist Frankreich weiterhin eines der größten Sorgenkinder. Mit einem Wert von 47,8 Punkten, bleibt die zweitgrößte Volkswirtschaft in Frankreich weiterhin unter der Expansionsschwelle von 50 Zählern. Das Chartbild des DAX hat sich durch das Knacken der langfristigen Aufwärtstrendlinie aus den Juni 2012/Juni 2013-Tiefs und dem 200-Tage-Durchschnitt, weiter eingetrübt. Zuletzt stieß der deutsche Leitindex auf Nachfrage in der Nähe der potenziellen Unterstützung bei 9.200 Punkten. Da diese allerdings nicht sehr stark scheint, sind weitere Verluste bis auf die potenzielle Unterstützungszone bei 9.000/9.100-Punkten möglich. Vor der Eröffnung des Präsenzhandels handelt der sowohl der Dow Jones als auch der S&P gegenwärtig knapp 0,4 Prozent unter dem jeweiligen gestrigen Schlusskurs. * Gegenüber dem Vortagesschlusskurs ** Gegenüber der Vorperiode *** Bei Prognosen handelt es sich um Zahlen, die vom Nachrichtenprovider Dow Jones International Ltd. zur Verfügung gestellt werden Bitte beachten Sie: Die Inhalte dieses Marktkommentars (nachfolgend: „Inhalte“) sind Bestandteil der Marketing-Kommunikation von CMC Markets, Niederlassung Frankfurt am Main der CMC Markets UK Plc, (nachfolgend “CMC Markets”) und dienen lediglich der allgemeinen Information. Sie stellen keine unabhängige Finanzanalyse und keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Sie sollten nicht als maßgebliche Entscheidungsgrundlage für eine Anlageentscheidung herangezogen werden. Die Inhalte sind niemals dahingehend zu verstehen, dass CMC Markets den Erwerb oder die Veräußerung bestimmter Finanzinstrumente, einen bestimmten Zeitpunkt für eine Anlageentscheidung oder eine bestimmte Anlagestrategie für eine bestimmte Person empfiehlt oder für geeignet hält. Insbesondere berücksichtigen die Inhalte nicht die individuellen Anlageziele oder finanziellen Umstände des einzelnen Investors. Die in den Inhalten wiedergegebenen Sach-Informationen stammen aus Quellen, die CMC Markets für vertrauenswürdig hält. Jedoch übernimmt CMC Markets keine Gewährleistung für die Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit dieser Informationen. Bitte berücksichtige Sie auch, dass die Wertentwicklung in der Vergangenheit kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung ist. Die in den Inhalten wiedergegebenen Bewertungen, Schätzungen und Prognosen reflektieren lediglich die subjektive Meinung des jeweiligen Autors bzw. der jeweils zitierten Quelle, können jederzeit Änderungen unterliegen und erfolgen ebenfalls ohne Gewähr. Sämtliche ggf. enthaltenen grafischen Darstellungen unterliegen den ihnen eigenen Beschränkungen der Präzision. In jedem Fall haftet CMC Markets nicht für Verluste, welche Sie direkt oder indirekt durch eine Anlageentscheidung erleiden, die Sie aufgrund der Inhalte getroffen haben. Alle nicht besonders gekennzeichneten Kurse, Preise und Charts beziehen sich auf die Preise, die CMC Markets als Market Maker auf seiner Next Generation CFD-Handelsplattform stellt. Diese Preise können von den aktuellen Börsen- und Marktpreisen für den jeweiligen Referenzgegenstand abweichen. Ausdrücklich weisen wir auf die bei vielen Anlageformen bestehenden erheblichen Risiken hoher Wertverluste hin. Insbesondere CFDs unterliegen Kursschwankungen. Ihr Verlustrisiko ist unbestimmbar, und kann Ihre Einlagen in unbegrenzter Höhe übersteigen. Verluste können auch Ihr sonstiges Vermögen betreffen. Dieses Produkt eignet sich nicht für alle Investoren. Stellen Sie daher bitte sicher, dass Sie die damit verbundenen Risiken verstehen und lassen Sie sich gegebenenfalls von dritter Seite unabhängig beraten. Sie sollten auch unsere Risikowarnungen für CFDs lesen. Anlageerfolge in der Vergangenheit garantieren keine Erfolge in der Zukunft.