Marktupdate: DAX hält sich an 9.100-Punkte-Marke / Deutsche Industrieproduktion im Juni schwächer als erwartet, EZB- und BOE-Treffen im Fokus

CMC Markets – geschrieben von Andreas Paciorek, Marktanalyst Der DAX, der gestern in der charttechnischen Unterstützungszone bei 9.000/9.100 Punkten auf Nachfrage gestoßen ist, hält sich heute Vormittag vorwiegend über der 9.100-Punkte-Marke. Die Vorgaben aus Übersee sind dabei gemischt und können keine richtigen Impulse liefern. Während der Nikkei 225 knapp 0,5 Prozent* zulegen konnte, gingen die US-Leitindizes fast unverändert* aus dem Handel. Zumindest scheinen sie stabilisierend zu wirken, während die geopolitischen Konflikte, allen voran in der Ukraine, die schwachen Konjunkturdaten aus Europa und Zinserhöhungsspekulationen stärkere Erholungsversuche zu bremsen scheinen. Diese charttechnische Unterstützungszone könnten die Bullen als Einstiegsmöglichkeit sehen und dadurch eine Bodenbildung im DAX erzeugen. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob Ihnen dies gelingt. Darunter befindet sich bei 8.913 Punkten das Jahrestief und bei aktuell knapp 8.770 bereits die langfristige Aufwärtstrendlinie aus dem März-2011-Tief. Ein Bruch dieser Marken könnte Tür und Tor für weitere Kursverluste bis auf das 2007-Hoch bei rund 8.100 Punkten öffnen. Heute Morgen wurden Zahlen zur deutschen Industrieproduktion im Juni veröffentlicht. Diese weisen saisonbereinigt auf Monatssicht einen minimalen Zuwachs um 0,3 Prozent aus, während Volkswirte einen Anstieg um 1,4 Prozent erwartet hatten. Zusammen mit den gestrigen Zahlen, die ein Abgleiten der italienischen Volkswirtschaft in die Rezession und einen Einbruch der Auftragseingänge bei der deutschen Industrie um 3,2 Prozent zeigten, verstärken sich die Sorgen, dass die Verschlechterung der Handelsbeziehungen mit Russland die Konjunkturerholung in Europa stärker belasten könnte. Die Anleger, die gehofft hatten, dass die Sanktionen der EU und der USA gegen Russland zu einem Einlenken Putins führen würden, dürften angesichts der gewaltigen Militärübung an der ukrainischen Grenze und der Verhängung von Gegensanktionen ernüchtert sein. Nach dem polnischen Außenminister Radoslaw Sikorski, sehen auch die NATO und die USA das Risiko einer russischen Invasion in der Ukraine. Dabei könnte die sich zuspitzende, humanitäre Lage in der Ukraine Russland einen Vorwand für einen Einmarsch liefern. Der russische UN-Botschafter Vitali Tschurkin, der eine Dringlichkeitssitzung bei den Vereinten Nationen gefordert hatte, sprach bereits von einem echten Krieg in der Ukraine. Auch auf wirtschaftlicher Ebene scheint Russland zu kontern. Als Antwort auf die Strafmaßnahmen der EU und USA, verhängte Russland nun ein einjähriges Einfuhrverbot für zahlreiche Agrarprodukte aus der EU und den USA. Zwar erklärten die USA, dass Russland mit diesem Schritt vor allem der eigenen Wirtschaft Schaden zufügt und das Land weiter isoliert, die Verschlechterung der Handelsbeziehungen dürfte dennoch auch bei der deutschen Wirtschaft Spuren hinterlassen. Im Fokus liegt heute wieder einmal die Geldpolitik. So halten sowohl die Europäische Zentralbank als auch die Bank of England eine Sitzung ab, in der sie monetäre Entscheidungen treffen. Der geldpolitische Ausschuss der Bank of England hat den Leitzinssatz, wie erwartet***, unverändert bei 0,50 Prozent belassen. Auch im Falle der Europäischen Zentralbank erwarten Experten auf der heutigen Sitzung keine weitere geldpolitische Lockerung, nachdem erst im Juni der Leitzins auf das Rekordtief von 0,15 Prozent gesenkt wurde und ein Strafzins von 0,1 Prozent für Gelder die Banken bei der Zentralbank parken beschlossen wurde. Zudem dürfte EZB-Präsident Mario Draghi zunächst den Effekt des Bankenspritze TLTRO abwarten, die ab nächsten Monat langsam anlaufen soll. Damit dürften Investoren umso gespannter auf die Pressekonferenz achten, in der Draghi sich vermutlich Fragen zu der im letzten Monat auf 0,4 Prozent gesunkenen Inflation und dem potenziellen Einfluss der Ukraine-Krise auf die europäische Wirtschaft wird stellen müssen. Draghi dürfte die Möglichkeit nutzen, den EUR zu schwächen, in dem er die Möglichkeit weiterer unkonventioneller Maßnahmen, wie beispielsweise einem großangelegten Wertpapierkaufprogramm, im Raum lässt. Angesichts der geldpolitischen Entscheide stehen heute insbesondere die Währungspaare EUR/USD, GBP/USD und EUR/GBP im Fokus. Während die Markterwartung für den Euroraum eher in Richtung einer noch lange anhaltenden lockeren Geldpolitik tendiert, gehen die Spekulationen für die USA und UK eher in Richtung einer früher als bisher erwarteten Zinserhöhung. Die potenzielle Zinsdifferenz zwischen den Währungsräumen könnte für einige Investoren dann den GBP und USD gegenüber dem EUR attraktiver machen. Vor der Eröffnung des Präsenzhandels werden sowohl der Dow Jones als auch der S&P aktuell etwas über den jeweiligen gestrigen Schlusskursen gehandelt. * Gegenüber dem Vortagesschlusskurs ** Gegenüber der Vorperiode *** Bei Prognosen handelt es sich um Zahlen, die vom Nachrichtenprovider Dow Jones International Ltd. zur Verfügung gestellt werden Bitte beachten Sie: Die Inhalte dieses Marktkommentars (nachfolgend: „Inhalte“) sind Bestandteil der Marketing-Kommunikation von CMC Markets, Niederlassung Frankfurt am Main der CMC Markets UK Plc, (nachfolgend “CMC Markets”) und dienen lediglich der allgemeinen Information. Sie stellen keine unabhängige Finanzanalyse und keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Sie sollten nicht als maßgebliche Entscheidungsgrundlage für eine Anlageentscheidung herangezogen werden. 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