Die Aktienindizes nutzen die Unsicherheit über den Ausbruch des Coronavirus für eine technisch notwendige und darüber hinaus auch gesunde Abkühlung. Die Behörden in China haben Reisen nach und von der betroffenen Millionenstadt Wuhan heraus beschränkt. Reisen sollen nur noch möglich sein, wenn man spezielle Gründe hat, wie es heißt.  

Der Unterschied zwischen Top und Korrektur

Technisch gesehen sind wir erst einmal – rein nüchtern betrachtet – aus dem Schneider. Auch wenn der DAX gestern eine Umkehrkerze bildete, haben wir doch an diesem Tag ein neues Allzeithoch markiert. Die Gefahr, dass jetzt unmittelbar ein Top im DAX entsteht, ist gebannt. Das bedeutet aber nicht, dass es jetzt nicht zu einer Korrektur kommen könnte. Der Unterschied zwischen einer Korrektur und einer Top-Bildung ist, dass eine Korrektur ein bloßer Rücklauf im Aufwärtstrend ist, während ein Top das mögliche Ende eines Aufwärtstrends indiziert. Jeder Rücklauf nach einer Top-Bildung kann also zu einem neuen Abwärtstrend führen, der wochenlang oder monatelange oder jahrelang dauern kann. Eine Korrektur ist vielmehr etwas gesundes und den Aufwärtstrend bestätigendes. Also völlig unterschiedliche Dinge!

DAX-Trading: Kommt das 15.000-Punkte-Signal?

Der DAX könnte jetzt durchaus deutlicher fallen. Es geht zum Ende des Monats – und da bleiben nur noch wenige Tage – nun darum, ob der DAX über 13.381 Punkten schließen kann. Wenn er das schafft, wäre damit ein Signal Richtung 15.171 Punkten generiert. Es wird nun im Rest des Monats darum gehen, auszuhandeln, ob dieses Signal gesetzt wird oder nicht. Reicht die fundamentale Situation für den DAX aus, um dieses Signal zu setzen? Sind die Wirtschaftsdaten gut genug? Ist die Entwicklung der Gewinne gut genug? Daimler setze gestern ein Signal, dass die Anleger sicherlich nicht sehen wollten. Dass Donald Trump die EU jetzt als schlimmer als China bezeichnet, hilft sicherlich auch nicht. Aber EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen wird Anfang Februar nach Washington reisen, um mit Donald Trump zu reden. Wird sie es schaffen, Strafzölle abzuwenden?

Korrektur im Dow Jones Index

Auch der Dow Jones in den USA befindet sich jetzt auf dem Weg nach unten. Er könnte in den nächsten Tagen seine 20 Tage Linie testen. Bis dorthin hat er noch 200 Punkte nach unten Platz.

Schwache Vorgaben aus Fernost

Auch der Hang Seng Index in Hongkong ist schwach. Er rutscht unter die 28.000 Punkte Marke, die gestern noch gehalten hatte und schafft sich somit Platz nach unten. Die gestrige Unterstützung bei 28.000 Punkten wird nun zu einem Widerstand.

EZB-Pressekonferenz im Blick

Das erste Zinstreffen der europäischen Zentralbank steht heute an. Dabei dürfte die Überprüfung der Strategie der EZB im Fokus stehen. Eine Veränderung der Geldpolitik wird nicht erwartet. Im Zentrum der Aufmerksamkeit dürfte also die um 14:30 Uhr mit Christine Lagarde geplante Pressekonferenz stehen in der sie den Startschuss geben könnte für die Überprüfung der Strategie, die bis zum Jahresende dauern könnte. Dabei geht es darum, herauszufinden, ob die Interpretation des Mandats der Preisstabilität vereinbar ist mit einem fixen Inflationsziel vor nahe oder bei 2 %. Am Ende könnte dabei ein Preisband herauskommen, dass auch ein temporäres Überschießen der Inflation, also temporär höhere Inflationswerte ermöglichen würde. Das wäre ein Freifahrtschein für eine noch lockere Geldpolitik. 

Pfund wird stärker

Großbritannien ist einem Austritt aus der Europäischen Union am 31. Januar gestern einen Schritt näher gekommen. Das britische Parlament hat den Gesetzesentwurf zum Brexit-Austritt ratifiziert. Heute könnte Königin Elisabeth das Gesetz billigen, was erwartet wird. Das Europäische Parlament wir dann am 29. Januar über den gestern ratifizierten Brexit-Vertrag abstimmen. Das britische Pfund hat gegenüber dem US-Dollar einen Boden ausgebildet und befindet sich im Aufwärtstrend. In dieser Woche wurde eine Unterstützung bei 1,2968 USD getestet. Ein Widerstand ist bei 1,3206 USD zu sehen:

Trading-Events für DAX-Trader am heutigen Tag

Heute wird es um 13:15 Uhr eine Sonderansprache von Bundeskanzlerin Merkel auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos erwartet. Um 14:30 Uhr kommt zeitgleich zum Beginn der Pressekonferenz der EZB die Veröffentlichung der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe aus den USA. Um 16 Uhr folgen dann aus den USA die Frühindikatoren.