Gestern konnten die Bullen die gute Stimmung in der Erwartung nachlassender Neuinfektionszahlen in China mit neuen Rekordhochs im DAX und Nasdaq, Dow und S&P 500 ausgiebig feiern. Es schien nur noch eine Richtung zu geben: Die nach oben. Dass das Thema Coronavirus auch gestern ein beherrschendes blieb sah man auch an der Tatsache, dass gestrige Rally mit den als zurückgehend gemeldeten Neuinfektionszahlen aus China begonnen hatte. Und sie endet vorläufig heute, da die Infektionszahlen in China sprunghaft angestiegen sind. Der Hong Kong 50 Cash CFD liegt 245 Punkte oder 0,87% im Minus. 

CT-Scans offenbaren weitaus höhere Infektionszahlen

14840 Neuinfektionen habe es in der Hubei-Provinz gegeben. 89% davon sind durch eine neue CT-Scan-Methode der Liste hinzugefügt worden. Diese Scan-Methode wurde vor wenigen Tagen als mögliche Erkennungsmethode identifiziert. Dabei werden die beiden Lungenflügel auf bestimmte Muster hin untersucht. Offenbar kommt diese Methode den chinesischen Ärzten gerade recht, scheinen dort doch die RNA-Tests zur Neige zu gehen. 

Nun entsendet China medizinisches Personal aus dem Militär. 2600 Fachkräfte seien in die Hubei-Provinz entsand worden. Ist das Problem doch viel größer als erwartet? Hat Chinas Regierung jetzt ein PR-Problem? Jedenfalls hatte man in den Tagen davor der Weltöffentlichkeit immer weiter nachlassende Infektionszahlen präsentiert. Nun sollen sie wieder sprunghaft angestiegen sein. 

Die politische Not scheint groß zu sein

Es rollen Köpfe, was auf den politischen Druck hindeuten könnte, unter dem die chinesische Regierung steht. China entlässt den Minister der Hubei-Provinz und ersetzt ihn durch den Bürgermeister von Shanghai. Auch der Vorsitzende der Kommunistischen Partei in Wuhan wurde entlassen.

Der amerikanische Finanzminister Mnuchin hat derweil mit Notenbankchef Powell gesprochen und von ihm die Einschätzung erhalten, dass die wirtschaftlichen Folgen in China gravierend sein könnten, in abgeschwächter Form könnte das auch die Handelspartner Chinas treffen. Man müsse aber abwarten, um sagen zu können, wie stark die Folgen in wirtschaftlicher Hinsicht sein werden, soll Powell bei der Unterredung gesagt haben. 

Markt rechnet mit Zinssenkungen der Fed

Am Markt werden hohe Wahrscheinlichkeiten für Zinssenkungen durch die amerikanische Notenbank als Folge zu tiefer Inflation und zur Abwehr von Wachstumsproblemen durch das Coronavirus gehandelt. Die Wahrscheinlichkeit, dass die amerikanische Notenbank zur Sitzung am 16. Dezember den Leitzins um 25 Basispunkte gesenkt haben wird, wird mit 35% veranschlagt. Eine Senkung um 50 Basispunkte ist zu 29% wahrscheinlich, die Wahrscheinlichkeiten für 75 bzw. sogar 100 Basispunkte Senkung liegen bei 13% bzw. 3%.

Die wirtschaftlichen Folgen werden auch bei Airlines spürbar. United Airlines will keine Flüge nach Shanghai, Chengdu und Hongkong bis zum 24. April durchführen. Zuvor hatte man nur eine Aussetzung bis 20. Februar geplant. Zur Abwehr der wirtschaftlichen Auswirkungen des Virus plant Japan jetzt ein "Virus-Paket" zur Stützung des Wachstums. 

Was über Nacht geschah

DAX mit Top-Bildung

Der Germany 30 Cash CFD hat am 3. Februar einen Boden ausgebildet und ist in die Gefahrenzone zwischen 423% und 581% Extension aus diesem Boden angestiegen. Er hat also eine volle Bewegung absolviert. Gefahrenzone deshalb, da in diesen Bereichen Gewinnmitnahmen nicht untypisch sind. Der Beginn von Gewinnmitnahmen kann sich an einem 123-Top ablesen lassen, das typischerweise in dieser Zone erwartet werden kann. Dazu ist es nun auch gekommen. 13722 Punkte wurden per Tagesschlusskurs unterschritten und damit entsteht ein 123-Top. Was das für den weiteren Verlauf des Handels bedeuten könnte erfahren Sie live in unserer Sendung CMC TV Börsenbuffet von 9 bis 10 Uhr. Alle Charts in dieser Analyse und weitere zu Aixtron, Tripadvisor, EUR/JPY, WTI, Gold, Qiagen, Nasdaq und vielen weiteren finden Sie im Chart-Forum in der Handelsplattform von CMC Markets.