Dass Standard & Poor's den Kreditausblick für Daimler von stabil auf negativ senkt ist die Art von negativer Nachricht, die das Fass gestern im DAX zum Überlaufen gebracht hat. Alleine Volkswagen wird 30 Milliarden investieren müssen über die nächsten zehn Jahre, um die Transformation zum Elektroauto hinzubekommen und nach den vielen Gewinnwarnungen und Dieselgate ist die Branche ohnehin angeschlagen und wenn sich dann die Kapitalkosten erhöhen durch ein Downgrade einer viel beachteten Rating-Agentur dann sind das nicht die Nachrichten, die die Börse hören will.

Vielen ist wohl klar geworden dass es mit der Erholung des Wirtschaftswachstums in der zweiten Jahreshälfte nichts werden wird und dass gleichwohl der Ausbruch über den Widerstand bei 12500 Punkten nicht geklappt hat. Womit wir es jetzt zu tun haben - auch durch die schlechte Stimmung an der Wall Street, wo IBM und Netflix die Erwartungen nicht trafen und nachbörslich ins Rutschen kamen - ist eine Top-Bildung im DAX und zwar exakt dort, wo man das Ende einer vollen Bewegung seit Weihnachten 2018 vermuten konnte, an der 423,6% Fibonacci Preiserweiterung des Anfangsimpulses, also bei 12531 Punkten.

Wenn es dem Markt nicht gelingt das zurückzuerobern könnten wir einen Rutsch sehen im DAX bis 11835 Punkte. Auf der Stimmung lastet auch eine Nachricht, die das Wall Street Journal über die laufenden Verhandlungen um einen Handelsvertrag zwischen den USA und China in Umlauf brachte. Offenbar sind die Gespräche zuletzt ins Stocken geraten, da man im Weißen Haus nicht weiß, wie man mit dem vermuteten Sicherheitsrisiko einer kompletten Freigabe von Huawei umgehen soll.

Davor hatte der amerikanische Außenminister Pompeo sich unerfreut darüber geäußert, wie China mit den Uihuren umgehe, und man denke im Weißen Haus auf eine proaktivere Antwort nach, aber man halte derzeit Sanktionen gegen China zurück, weil man sich ja in Handelsgesprächen befinde. Also das scheint sich irgendwie schon wieder einzutrüben und das hilft der Stimmung gerade nicht.