Karl Lagerfeld - möge er in Frieden ruhen - hat einmal gesagt: Du musst das Geld oben zum Fenster rauswerfen dass es unten die Türe wieder reinkommt. Das machen die Zentralbanken. Ohne dass das ganze Geld, das irgendwo rumliegt, in Bewegung kommt, wird es auch keinen Aufschwung geben. Das ist eigentlich ganz einfach. 

Der Umkehrschluss bedeutet, dass es bei 0% Zins und einem im historischen Vergleich nur etwas erhöhten KGV am Aktienmarkt zum Rentenmarkt ein Ungleichgewicht gibt, dass sich in die eine oder andere Richtung auflösen wird. Wenn man meint, dass die Zinsen explodieren und die Anleihen einbrechen werden - also der Aktienmarkt mit den tiefen Bewertungen Recht hat stellt sich wie Don Quijote gegen die Zentralbanken. Es ist ein Kampf gegen Windmühlen und die Fenster der Zentralbanken werden gerade wieder aufgemacht und es wird bald neues Geld geben, das aus dem Fenster fliegt - und das Spiel wird so lange gehen bis es in ausreichender Form wieder unten zur Türe reinkommt und notfalls werden die Zentralbanken neues Geld im Hinterkämmerchen drucken, um denen, die es vorne zum Fenster rauswerfen, genügend in die Hand geben zu können. 

Widrigkeiten gibt es zahlreiche, wie den Brexit, wo die EU Kommission jetzt Firmen warnt, dass sie im Falle eines harten Brexit ohne Vertrag im Herbst keinerlei Hilfe aus Brüssel erwarten dürfen. Oder Widrigkeiten wie den chinesisch-amerikanischen Handelsstreit, wo man heute Morgen in der South China Morning Post lesen kann, dass chinesische Unternehmen damit angefangen haben, weniger Geld in den Vereinigten Staaten zu investieren. Oder die Tatsache, dass es öffentlichkeitswirksam die US Air Force Übungen abhält um die J-20-Kampfjets der Chinesen abzuwehren, während China eine Allianz mit Russland anstrebt, um die Bedrohung der USA abzuwehren. Dem gegenüber stehen die Zentralbanken wie der Rat der EZB, der ist Presseberichten zufolge zwar kein neues QE anstrebt, aber offen gegenüber neuen Zinssenkungen ist, sollte sich das Wachstumsumfeld weiter eintrüben. 

Technisch macht der DAX aus dem allem einen Rebreak des Widerstands bei 12026 Punkten und könnte heute bis 12180 Punkte und dem dort liegenden Widerstand weiter steigen. Bricht er diesen wäre ein Folgeanstieg bis 12318 Punkte denkbar. Ein Rutsch unter 12026 könnte uns noch einmal bis 11835 Punkte nach unten führen.