03-6-2020 10:06:31Nachdem wir uns wochenlang angesichts des Coronavirus darüber unterhalten hatten, dass es zu einer Wachstumsdelle kommen würde, bricht der Germany 30 Cash Index nun um über 100 Punkte ein, nachdem diese Wachstumsdelle in Form einer Gewinnwarnung von Apple sichtbar geworden ist. Weitere Unternehmen könnten folgen, die in die Fußstapfen Apples treten, weil sie sehen, dass das Geschäft ausbleibt und in der Planung Löcher entstehen, die akut nicht mehr aufzuholen sind. Schlüssig ist dieses Verhalten allerdings nicht. Das, was Apple gestern Abend meldete, ist die Delle, die zuvor an den Märkten bereits als abgehakt galt. Gestern stieg der Germany 30 Cash CFD sogar auf ein neues Allzeithoch bei 13799 Punkten, da man nach einer Zinssenkung durch die chinesische Notenbank glaubte, die Delle werde nicht zu tief ausfallen. Wenn die heutige Kursreaktion eines zeigt dann ist es das, dass das Thema Coronavirus an den Märkten noch lange nicht abgehakt ist. 

Was über Nacht geschah

Die technische Situation im DAX

Wenngleich wir es heute nach dem gestrigen Feiertag in den USA mit einem Rückgang im Germany 30 um über 100 Punkte zu tun haben ist kein starkes Top im Stundenkerzenchart entstanden. Das gestrige Allzeithoch half sogar der heutigen technischen Situation, da ein vor dem Allzeithoch noch gültiges 123-Top dadurch deaktiviert werden konnte. Womit wir es jetzt zu tun haben könnten ist ein möglicher Rücklauf auf 13526 Punkte. Dort könnte die Bodenbildung vom 11. Februar bestätigt oder in Frage gestellt werden. Ersteres wäre der Fall, wenn dort Käufer den Kurs halten, letzteres könnte der Fall sein, wenn der Kurs darunter rutschen würde. 

Wichtige Daten diese Woche

Wie tief die Delle durch das Coronavirus sein wird erfahren wir später in dieser Woche anhand von Einkaufsmangerindizes aus Deutschland, Großbritannien und den USA. Am Freitag werden die Daten gemeldet werden. Wir brauchen nun wohl eine Art Gewöhnungseffekt an das, worüber wochenlang gesprochen wurde: Dass die Daten nun einige Zeit lang schlecht ausfallen werden. In dem Moment, in dem die Märkte anfangen werden, schwächere Wachstumsdaten zu kaufen könnte ein Boden entstanden sein. Nun besinnt man sich zurück auf die Frage: Welche Unternehmen könnten nach Apple die nächsten sein, die eine Gewinnwarnung aussprechen müssen? Das sorgt für Verunsicherung und Risikoscheu.

Goldpreis übt sich an bullischem Druckaufbau

Risikoscheu und Verunsicherung ist das Umfeld, in dem Gold gefragt ist. Der Goldpreis springt über 1583 USD pro Unze und sollte er auch weiter darüber bleiben könnte es zu einem bullischen Druckaufbau kommen, der ein dort am 8. Januar entstandenes 123-Top in Frage stellen könnte. Hier könnte Potenzial bis 1595 USD/Unze bestehen, darüber wäre ein Anstieg zum Mehrjahreshoch bei 1611 USD/Unze denkbar. Ein Rutsch unter 1583 USD/Unze würde das 123-Top reaktivieren. Dann wäre 1566 USD/Unze ein mögliches Ziel.