CMC Markets Marktanalyse von Andreas Paciorek Mittwoch, 19.03.2014 - Update

DAX k√§mpft mit der 9.300-Punkte-Marke / Reaktion des Westens auf Putin-Rede und US-Notenbank-Entscheid im Fokus Andreas Paciorek, CMC Markets Die Rede des russischen Pr√§sidenten Wladimir Putin zum Krim-Referendum lie√ü die M√§rkte gestern weltweit etwas aufatmen. In Europa und den USA konnten die wichtigsten Indizes zulegen, w√§hrend in Asien √ľber Nacht die B√∂rsen ein gemischtes Bild zeigten. Unsicherheiten ob der weiteren Entwicklungen im Krim-Konflikt und vor der US-Notenbankentscheidung am Abend, versetzen den DAX gegenw√§rtig in Defensivstellung. Am Vormittag schwankt der deutsche Leitindex um seinen Vortagesschlusskurs, ebenso wie der MDAX*. Der TecDAX gibt leicht ab*. In seiner Ansprache erkl√§rte Putin, dass Russland auf eine Spaltung der Ukraine verzichten k√∂nne, was an den M√§rkten Hoffnungen auf eine friedliche L√∂sung des Konfliktes weckte. Gleichzeitig nannte er die Krim allerdings einen ‚Äěunabtrennbaren‚Äú Bestandteil Russlands und unterzeichnete gestern sogleich einen Vertrag zur Vereinigung der Krim mit der russischen F√∂deration. Damit zeigt sich Putin von den bisherigen westlichen Sanktionen unbeeindruckt und schafft stattdessen neue Fakten. Als Reaktion auf die Rede sprach Washington von ‚ÄěLandraub‚Äú, w√§hrend der ukrainische Au√üenminister in Kiew erkl√§rte, dass sein Land die Eingliederung der Krim in die Russische F√∂deration ‚Äěnie‚Äú hinnehmen werde. Heute Morgen erkl√§rte das ukrainische Verteidigungsministerium zudem, dass die nationalen Streitkr√§fte nicht von der Krim abziehen werden, w√§hrend pro-russische Kr√§fte ebenfalls diesen Morgen scheinbar einen Teil der Kontrolle √ľber das Hauptquartier der ukrainischen Marine auf der Krim gewonnen haben. Droht hier also doch noch ein milit√§rischer Konflikt? Es wird sich nun zeigen, ob der Westen zur Vermeidung einer milit√§rischen Eskalation und einem Erhalt des Dialogs mit Russland es bei schw√§cheren Sanktionen bel√§sst oder den Druck auf Russland erh√∂ht. Wirtschaftlichen Ma√ünahmen k√∂nnte eine Spirale von Sanktionen und Gegen-Sanktionen folgen, die nicht ohne Auswirkung auf die Gesch√§fte, insbesondere auch deutscher Unternehmen, w√§ren. Dann k√∂nnten auch einige Ergebnisziele verfehlt werden. Ein weiterer Fokus der Investoren liegt heute auf der Entscheidung der amerikanischen Notenbank zur weiteren Geldpolitik und ihres 65 Milliarden US-Dollar schweren Anleihekaufprogramms. Laut einer j√ľngeren Bloomberg-Umfrage erwartet die Mehrheit der befragten Volkswirte eine weitere Reduzierung des Volumens um 10 Milliarden US-Dollar auf dann 55 Milliarden US-Dollar im Monat. Gleichzeitig gehen die Analysten davon aus, dass eine Abkehr von Arbeitsmarktdaten als ein Richtwert f√ľr eine Erh√∂hung der Leitzinsen zugunsten eines Mix aus wirtschaftlichen Indikatoren verk√ľndet wird. Nach bisheriger Ma√ügabe soll der Zinssatz steigen, wenn die US-Arbeitslosenquote unter 6,5 Prozent sinkt, wobei der Wert zuletzt bereits bei 6,7 Prozent lag. Ein weiterer Richtwert der Fed bei der Erw√§gung von Zinserh√∂hungen ist die Verbraucherpreisentwicklung. Laut US-Arbeitsministerium lag die Kerninflation im Februar auf Jahressicht bei 1,6 Prozent und damit weiterhin unter der Zielmarke von 2 Prozent. Auch auf der mikrowirtschaftlichen Ebene gibt es heute wichtige Zahlen. Nachdem die Rekordbilanz f√ľr den deutschen Autobauer BMW bereits bekannt war, pr√§sentierte der Chef des DAX-Unternehmens Norbert Reithofer den Ausblick f√ľr das Jahr 2014. Das Konzernergebnis vor Steuern von 7,9 Milliarden Euro im Jahr 2013 soll dieses Jahr noch ‚Äědeutlich zulegen‚Äú. Nach den R√ľckg√§ngen in den Schwellenl√§ndern erhofft sich der Konzern dort wieder mehr Gewinne. M√∂gliche Auswirkungen der Krim-Krise wollte das Unternehmen gegenw√§rtig nicht beurteilen. Vorb√∂rslich handelt der Dow Jones und S&P 500 gegenw√§rtig jeweils unter dem jeweiligen Schlusskurs von Freitag. * Gegen√ľber dem Vortagesschlusskurs ** Gegen√ľber der Vorperiode *** Bei Prognosen handelt es sich um Zahlen, die vom Nachrichtenprovider Dow Jones International Ltd. zur Verf√ľgung gestellt werden