Guten Morgen zu CMC Espresso! Der Ölpreis macht neue Hochs und mit ihm die Aktien der Öldienstleister in den USA. Namen wie Ensco, Helmerich, Noble oder Nabors sind hierzulande vollkommen unbekannt – aber sie stellen das Equipment für die Ölindustrie. Nabors und Helmerich & Payne sind eher fokussiert auf das Bohren von Ölvorkommen auf dem Festland, während Noble und Transocean eher Offshore-Ausrüstung anbieten, um zum Beispiel auch in der Tiefsee an Öl zu kommen. Die Aktien in diesem Bereich sind in zwei Tagen um teilweise 10% oder besser gelaufen und das liegt zum einen am Ölpreis, der gestern schon auf 51 Dollar stieg, einmal getrieben durch immer wiederkehrende Anschläge der Niger Delta Avengers, einer Rebellengruppe, die dort die Pipelines in die Luft sprengt und für Förderausfälle sorgt. Öl ist aber auch wegen Colin fester, einem tropischen Sturm im Golf von Mexiko, von dem gesagt wird, dass er gerade an Geschwindigkeit aufnehme. Die gute Stimmung bei den Öldienstleisteraktien liegt aber auch an Transocean, die zu Wochenbeginn einen Auftrag erhalten haben für Ölbohrungen vor Indien. Das bringt zwar mit 127.000 Dollar täglichem Erlös nur relativ wenig, vergleicht man, was da an Summen vor zwei Jahren gezahlt wurde. Es ist aber das Zeichen, auf das die Märkte gewartet haben. Es könnte andeuten, dass wir an einer gewissen Wende im Markt stehen und es noch einige weitere Aufträge geben wird. Der Öldienstleistungssektor könnte nach einer Phase der Gesundschrumpfung und Kostenzusammenstreichung vor einer Phase der Stabilisierung und Vorbereitung für den Aufschwung stehen. Sollte man beobachten, die Wall Street ist gerade verrückt nach diesen Aktien. Tatsächlich ist es so, dass Rohstoffe gerade einen neuen Bullenmarkt begonnen haben, definiert durch einen Anstieg vom Tief zum Hoch um 20%. Gold hat unterdessen gestern seine Konsolidierung weiter fortgesetzt, das gleiche gilt auch für die Goldaktien. Gold hat es derzeit schwer gegen die Aktien an der Wall Street zu konkurrieren, der S&P 500 Index für amerikanische Standardaktien kletterte gestern auf den höchsten Stand seit Sommer vor zwei Jahren. Der S&P könnte grade damit beginnen einen großen technischen Ausbruch hinzulegen. Technisch ausbrechen tut auch der Bund Future, also der Korb zehnjähriger deutscher Bundesanleihen. Sie rentieren gerade nur noch mit 0,048% - die sind nur noch einen Steinwurf vom negativen Bereich entfernt. Ganz offenbar glauben die Märkte, dass sich die Erholung der Konjunktur im Schneckentempo fortsetzen wird. Das gepaart mit höherer Inflation und gleichbleibender Liquiditätsversorgung, wo auch die US-Notenbank von einer Zinsanhebung absieht? Das ist ein Eldorado für Aktienanleger und jetzt ist auch die Bank of America mit einer Studie herausgekommen und informiert die Öffentlichkeit darüber, dass ihre privaten und institutionellen Kunden, die 19 Wochen lang Aktien verkauft haben, plötzlich die Seite gewechselt haben und einsteigen. Ist das das Signal, dass Fondsmanager jetzt zurück in Aktien gehen? Ist dass das Signal, dass sie ihre hochgefahrenen Barbestände an die Arbeit schicken? Was denken Sie?