Plunge Protection Teams machen sich bereit

Die amerikanische Notenbank wird heute Abend ihr Sitzungsergebnis verkünden. Im Blickpunkt steht Janet Yellens Pressekonferenz um 20:30 Uhr. Sie könnte sich zunächst so äußern, dass sie die Märkte stützt, wie es die EZB und BOE für den Brexit-Fall auch angekündigt haben.

Im Tandem mit der englischen würde die europäische Zentralbank die Finanzmärkte stützen, sollte es zum Austritt Großbritanniens kommen. Darauf haben gestern Reuters-Berichte hingedeutet. Das ist nett, so etwas an die Presse durchdringen zu lassen, aber mehr als mehr Geld an bereits in Liquidität schwimmende Banken zu übergeben kann sie nicht tun, der Sekundärmarkt für Staatsanleihen ist bereits ausgetrocknet, zumindest der deutsche, wo die Bundesanleihen gestern erstmals in der Geschichte in den negativen Bereich tauchten. Bei den Banken haben wir es mit der Vermutung einer Solvenzproblematik zu tun, nicht mit der Vermutung eines Mangels an Liquidität, daher wird die Versorgung mit noch mehr Liquidität auch nicht viel bringen. Offenbar soll es aber eine Telko am Morgen nach dem Brexit-Referendum aller 19 Zentralbankchefs der Eurozone geben, um über geeignete Maßnahmen zu beraten. JP Morgans Quant-Strategen weisen derweil darauf hin, dass die Gewinne bei Aktien in den vergangenen Wochen vornehmlich auf technische Käufe zurückzuführen gewesen seien, die jetzt zu Ende seien. Käufer seien nicht jene gewesen, die wegen besseren Fundamentaldaten eingestiegen wären. In dieser Woche würden 1000 Milliarden USD an Optionen auslaufen, die allesamt ein Übergewicht auf der Put-Seite hätten, würde bedeuten wir können uns auf eine noch höhere Volatilität alleine schon wegen dem amerikanischen Hexensabatt einstellen. Derweil wurden in den USA besser als erwartete Einzelhandelsdaten gemeldet. Sie sind mit gestiegenen Importpreisen ein Indiz dafür, dass die US-Notenbank mit höherem Druck nach dem Brexit-Referendum weitermachen könnte, die Märkte weichzukochen für den zweiten Zinsschritt. Das begrenzt das Aufwärtspotenzial für Eurodollar und den DAX, und auch für die Wall Street. Insgesamt dürften Pensionsfonds, Hedgefonds und Privatanleger derzeit auf jeden Fall ausfallen, um als Schnäppchenjäger die günstigeren Kurse ansetzen zu lassen zu einer größeren Gegenbewegung. Derzeit fehlen einfach die Impulse, die das im großen Stil auslösen könnten.