Geld wird immer billiger - neues Zins-Rekordtief

Bill Gross, der Anleihekönig, rechnet in seinem Investmentausblick für Juni mit der Niedrigzinspolitik ab. Renditetrends hätten jetzt ein Ende gefunden, weil sie einfach nicht mehr weitergehen könnten.

Guten Morgen zu CMC Espresso! Bill Gross, der Anleihekönig, rechnet in seinem Investmentausblick für Juni mit der Niedrigzinspolitik ab. 40 Jahre lang sei es möglich gewesen, dass Investments wie erstklassige Anleihen  oder Aktien Renditen abwarten, die weit über 5% per Anno lagen, Aktien wegen der höheren Volatilität noch höhere. Dies sei getrieben gewesen von einer zunehmenden Globalisierung, einem Rückgang der Zinsen und einer enormen Ausweitung der Verschuldung. Diese Trends hätten jetzt ein Ende gefunden, weil sie einfach nicht mehr weitergehen könnten. Die vergangenen Renditen seien eine Funktion des Lebens auf Pump, die Rendite für das bloße Halten von riskanten Papieren sei immer tiefer gegangen, weil man versucht hat, die Schulden daraus zu finanzieren. Jetzt seien die Renditen bei Null angelangt – es gebe also nichts mehr zu beleihen. Die Renditen für das bloße investiert sein seien so tief, dass das Risiko die Ertragsmöglichkeiten bereits übersteige. Eine negative Rendite von 25 Basispunkten bei fünfjährigen Bundesanleihen würde nichts generieren als Verluste. Es müsse neue Ansätze geben für dieses Umfeld, etwa das Halten großer Mengen an Barbeständen oder das Leerverkaufen von Unternehmensanleihen. Dies alles berge aber hohe Risiken und bringe nur wenig Rendite. Fonds müssen aber irgendetwas essen, wie es Gross formuliert, aber man müsse sehr aufpassen dass man auch beim Essen derzeit nicht verhungert, weil die Verlustrisiken so groß geworden seien. Die Zentralbanken würden die Fonds mit Pommes versorgen, aber die würden bald kalt werden und eklig und würden bald in den Müll geworfen, weil sie niemand mehr will. Gross wünscht am Ende allen guten Appetit! In der Zwischenzeit ist die Bewertung von Weltaktien im MSCI World Index auf den höchsten Stand seit sechs Jahren geklettert, für jeden Euro, den ein Weltunternehmen aus dem Index verdient, zahlen Investoren jetzt 21 Euro, um sich daran zu beteiligen. Tja wie Gross sagt: Irgendwas müssen die Fonds und Investoren essen also gehen sie ob der hohen Aktienbewertungen weiter in Anleihen, ungeachtet wie tief die Zinsen sind. Die Renditen der Staatsanleihen der Industrieländer sanken gestern auf den tiefsten Stand jemals. Eine Auktion zehnjähriger US-Staatsanleihen wurde gestern mit der höchsten jemals gemessenen Nachfrage ausländischer Zentralbanken geschlossen. Und in Japan hat die größte Bank des Landes, Tokyo-Mitsubushi, den Handel mit Staatsanleihen gestoppt. Die Papiere im eigenen Bestand zu halten, um sie Anlegern anbieten zu können, berge wegen den negativen Zinsen ein höheres Risiko, als dass es sich noch rechnen könnte. Als die Bank noch Anleihen handelte, musste sie mindestens für 4% jeder Anleiheauktion der Regierung mindestens mitbieten, was irgendwann nicht mehr tragbar wurde, so heißt es jetzt in einem von Nikkei und Bloomberg bestätigten Bericht. Bon Appetit!