CMC Espresso: EZB - das Q in QE steht jetzt für "querbeet"

Die EU27 haben klar gemacht, dass die Briten die Referendums-Karte nicht spielen können, um sich eine bessere Position innerhalb der EU auszuhandeln.

Die EU27 haben klar gemacht, dass die Briten die Referendums-Karte nicht spielen können, um sich eine bessere Position innerhalb der EU auszuhandeln. Nachdem sich die EU27 klar positionierten bleiben die innerpolitischen britischen Themen stärker auf die britischen Märkte begrenzt. Die Börsen bleiben zwar auch in Europa weiter vom Brexit beeinflusst. Die Volatilität wird weiterhin erhöht bleiben, da Investoren nicht gänzlich ermessen können, wie sie den Brexit und die Folgen daraus richtig bewerten können. Die Empfindlichkeit dem Thema gegenüber hat aber abgenommen. Das kann man gut erkennen an der starken Rally an den Börsen in den USA und den Schwellenländern. Einige Händler scheinen sich daran zu erinnern, dass es auch noch andere Themen gibt, wie die nun höchstwahrscheinlich verschobene Zinswende der US-Notenbank. Wären da nicht die Aktien der Banken, bei denen  Investoren ihre coole Stimmung nicht so ganz zurückgewinnen konnten. Wie groß die Umsatzerlöseinbußen bei den Banken sein werden ist schwer zu ermessen. Viele glauben, mit dem Brexit hat sich die Zeit der Gesundschrumpfung weiter verlängert, und der Zeitpunkt der Stabilisierung und Vorbereitung auf den nächsten Aufschwung ist für die europäischen Banken weiter in die Ferne gerückt. Der IWF hilft hier nicht weiter, der Fonds sieht in der Deutschen Bank derzeit das höchste systemische Risiko für die weltweiten Finanzmärkte, gefolgt von der HSBC und der Credit Suisse. Das sind genau die Banken, die man an der Wall Street dem Tal des Todes zuteilt: Umsätze wie ein Nischenplayer, Kostenbasis wie ein Global Player. Ja und wie kann man die IWF-Zusage deuten? Sie ist eigentlich nur Schützenhilfe für die EZB, zwei Tage zuvor sagte Draghi, man könne es sich nicht leisten, die Verwundbarkeiten der Banken nicht zu adressieren. Bin gespannt was er damit genau meint. Jetzt ist es interessant wie sich die einzelnen Regionen positionieren, jetzt, da es Europa offensichtlich schlecht geht. Die amerikanischen Banken haben Multimilliarden-Aktienrückkäufe angekündigt – sie werden es letztendlich auch sein, die die Marktanteile von der europäischen Konkurrenz einheimsen, und Aktienrückkäufe helfen, die Dellen in den Charts auszubeulen. China gibt an, den Yuan abwerten lassen zu wollen, auf 6,8 zum Dollar, das tun die Chinesen jetzt obwohl die US-Notenbank wahrscheinlich wegen dem Brexit zurückrudern wird. Eigentlich hat man derlei Töne nur gehört als die Fed noch die Zinsen anheben und den Dollar aufwerten lassen wollte. Also das ist die Botschaft der Chinesen an die USA: Hört mal her, es ist gut dass es euch jetzt gut geht, aber wir schneiden uns auch ein Stück von dem frei werdenden Kuchen ab. Meine Damen und Herren meine nächste Ankündigung wird Ihnen bestimmt nicht gefallen, aber es ist Sommer, und heute ist die letzte Ausgabe von CMC Espresso bis zum 25. Juli. Ich verabschiede mich jetzt drei Wochen lang in den Urlaub – also das ist jetzt der temporäre Stanzl Exit – aber ich verspreche Ihnen, ich komme mit vielen neuen Ideen gestärkt zurück und freue mich auf einen heißen Trading-Sommer und Herbst mit Ihnen zusammen. Wir machen am 28. Juli einen CMC-TV-Workshop bei uns im Office – wer möchte möge sich doch bitte unter kundenservice@cmcmarkets.de dazu anmelden, dann können wir uns alle auch mal Live treffen. Würde mich sehr freuen! Ansonsten wird mein Kollege Konstantin Oldenburger Sie durch unser tägliches Live-Programm auf CMC TV führen und Ihnen auf YouTube weiter mit Chartanalysen versorgen. Machen Sie es gut und wir sehen uns in drei Wochen! Bis dann!