Der BitCoin ist seit dem Tief im Herbst um über 150% angestiegen. Von vielen Kommentatoren wird das als Hinweis darauf interpretiert, dass der BitCoin zu einer Art Absicherungsinstrument geworden ist für Zeiten, wo der Aktienmarkt in eine Korrektur gehen könnte. Das sehe ich nicht so. Ich vermute dahinter vor allem chinesische Käufer, die sich im BitCoin eine Absicherung gegen den Absturz des chinesischen Yuan versprechen. 

Denn Chinas Regierung hat einen Vorteil im Handelsstreit: Die haben die volle Kontrolle über die eigene Währung und können die so stark abwerten, dass der Effekt der amerikanischen Strafzölle durch eine günstigere Währung ausgeglichen werden kann. Und man geht auch davon aus, dass Peking genau das tun wird. In den vergangenen vier Tagen hat der Yuan bereits um 3,5% zum Dollar abgewertet. 

Also der BitCoin könnte so lange weiter steigen wie die chinesische Währung abwertet. Jetzt wo wir einen Rebreak des Widerstands bei gut 6000 Dollar haben sehen wir, dass bullisches Momentum in den BitCoin zurückkehrt. Ein Widerstandsbereich, der ein Ziel des Anstiegs sein könnte, liegt zwischen 8500 und 9500 Dollar.

Kommen wir zu den Techwerten. Die sind durch die Berichtssaison und die tief gesteckten Erwartungen, die mehrheitlich übertroffen wurden, nach oben getrieben worden. Jetzt haben wir es erst einmal mit einer Korrektur zu tun. Die japanische Notenbank könnte jetzt aber den Auftakt dessen bilden, was die Kurse final wieder stützen könnte, sie kündigte heute Morgen nämlich im Falle einer weiteren Eintrübung der Konjunkturmaßnahmen neue Stützungsaktionen an. 

Das, was die Konjunkturaussichten gerade wieder eintrüben könnte ist die plötzliche Eiszeit zwischen China und den USA. Die Märkte sind in eine Situation geworfen worden wo ihr Hauptszenario eine Einigung war und binnen einer Woche ist jetzt ein Streit und keine Lösung desselbigen zum Hauptszenario geworden. Aber es gibt Hoffnung. 

Die Zölle der Chinesen gelten erst ab 1. Juni und das ist ungefähr auch die Zeit, die Transportschiffe von chinesischen Häfen über den Pazifik bis an amerikanische Häfen benötigen. Erst dann treten die Strafzölle der Amerikaner in Kraft. Also wir haben jetzt ein Zeitfenster, in dem sich zunehmend die Hoffnungen der Bullen verbergen, dass da doch noch eine friedvolle Lösung gefunden werden kann. 

Und last but not least haben wir da heute Morgen noch Bayer, dessen Aktionäre weiter ein dickes Fell brauchen, die Aktie liegt vorbörslich fast 10% im Minus, nachdem eine dritte Klage zu Ungunsten Bayers in den USA ausgegangen ist - ein Gericht in den USA hat zwei ehemaligen Monsanto-Kunden, die an Krebs erkrankt sind, mehr als zwei Milliarden Dollar Schadenersatz zugesprochen.