Marktupdate - DAX unter Druck / Chinas Flash PMI enttäuscht, weckt andererseits Stimulus-Fantasie

Von Andreas Paciorek, Marktanalyst CMC Markets, Stand: 11:36 Uhr Die Handelswoche beginnt mit einem Dämpfer aufgrund eines schwächer als erwartet ausgefallenen Einkaufsmanagerindex aus China, sowie einem Aufflammen der Sorgen bezüglich einer Eskalation in der Ukraine-Krise. Die asiatischen Märkte konnten in der Nacht trotzdem größtenteils zulegen, unter anderem weil die Schwäche der chinesischen Konjunkturdaten Hoffnungen auf wirtschaftliche Stimulationsmaßnahmen der dortigen Regierung wecken. Die Kombination aus chinesischen Wachstumssorgen und dem schwelenden Konflikt in der Ukraine drücken auf die Stimmung der DAX-Anleger. Der deutsche Leitindex, als auch die zweite Reihe aus MDAX und TecDAX, geben bis zum Mittag gegenüber dem Freitagsschlusskurs ab. Die Woche beginnt mit einem Einkaufsmanagerindex für China, der unter den Erwartungen zurückblieb. Das vorläufige HSBC-Barometer der Produktion für den März ging den dritten Monat in Folge zurück, auf den nun niedrigsten Stand seit acht Monaten. Nach 48,5 im Vormonat sank der Wert im März auf 48,1. Damit verdichtet sich das Bild einer abnehmenden Dynamik in China, was grundsätzlich die Stimmung an den Börsen belastet. Die Skepsis, ob das von der chinesischen Regierung ausgegebene Wachstumsziel von 7,5 Prozent tatsächlich erreicht werden kann, könnte den Druck auf die Regierung allerdings erhöhen, die volkswirtschaftliche Tätigkeit durch Konjunkturmaßnahmen stärker zu unterstützen – was wiederum Kursfantasien weckt. Nichtsdestotrotz versuchen Investoren seit einiger Zeit das Risiko einer Insolvenzwelle in China abzuschätzen und die schwachen Konjunkturdaten wirken da wenig beruhigend. Für den Euroraum wurden heute die Zahlen zum Markit-Einkaufsmanagerindex für den Monat März veröffentlicht, die ein gemischtes Bild zeichnen. Während das Konjunkturbarometer des verarbeitenden Gewerbes des Sorgenkindes Frankreich mit einem Sprung auf 51,9 Zähler nach 49,7 im Februar den Sprung in die Expansionszone schafft, schwächte sich der Index für Deutschland leicht ab. Nach einem Indexwert von 54,8 im Februar sinkt der Wert im März auf 53,8. Der Einkaufsmanagerindex für die gesamte Eurozone verbleibt im expansiven Bereich über 50 Punkte, ging aber im März leicht zurück auf 53 Zähler nach 53,2 im Vormonat. Am Nachmittag werden auch die entsprechenden Zahlen für die USA mit dem vorläufigen Markit-Einkaufsmanagerindex für den Monat März, erwartet. Die Aktie der Deutschen Post steigt heute Vormittag um über 2 Prozent*, nachdem die Welt am Sonntag unter Berufung auf Insider berichtet hatte, dass Post-Chef Frank Appel für das Briefgeschäft ein Ergebnis von bis zu 1,6 Milliarden Euro anvisiere. Gegenüber der bisherigen Vorgabe das Ergebnis bei einer Milliarde Euro zu stabilisieren, wirkt das neue Ziel selbstbewusst und wird vom Markt positiv aufgenommen. Airbus kann sich einen Großauftrag der Tiger Airways sichern. Die Tochtergesellschaft der Singapore Airlines bestellten 37 Maschinen des Typs A320neo. Die Aktie gibt bis zum Mittag knapp 0,5 Prozent* ab. Vorbörslich handelt der Dow Jones und S&P 500 gegenwärtig jeweils über dem jeweiligen Schlusskurs von Freitag. Im Fokus der Investoren stehen diese Woche insbesondere Daten zum US-Verbrauchervertrauen am Dienstag und den Auftragseingängen langlebiger Gebrauchsgüter am Mittwoch. * Gegenüber dem Vortagesschlusskurs ** Gegenüber der Vorperiode *** Bei Prognosen handelt es sich um Zahlen, die vom Nachrichtenprovider Dow Jones International Ltd. zur Verfügung gestellt werden